Wer den Markt schlagen will, darf nicht den Regeln folgen. In „Rule Breaker Investing“ erklärt David Gardner, warum aussergewöhnliche Aktien von aussergewöhnlichen Denkern entdeckt werden. Statt auf kurzfristige Trends setzt er auf Zukunftsvisionen, Innovation und Mut zum Andersdenken. Mit praxisnahen Strategien, klaren Auswahlkriterien und inspirierenden Fallbeispielen liefert er einen Leitfaden für alle, die langfristig überdurchschnittliche Gewinne erzielen wollen. Ein Must-read für Anleger, die den Mut haben, Regeln zu brechen – und aussergewöhnliche Renditen einzufahren.
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VolkerM
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03.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, das Anlegern das Verlieren beibringt – um zu gewinnen
Anleger, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen lernen, Unsicherheit auszuhalten und Entwicklungen zu erkennen, bevor sie offensichtlich werden. Dieses Spannungsfeld bildet den Kern von David Gardners „Rule Breaker Investing“, das einen bewusst unkonventionellen Blick auf Unternehmensanalyse und Portfoliostrategie wirft.
Gardner, Mitbegründer von „The Motley Fool“, beschreibt ein Mindset, das klassische Börsenregeln infrage stellt: Gewinne laufen lassen, Verluste akzeptieren und konsequent auf die starken Positionen setzen. Seine Überzeugung, dass wenige außergewöhnliche Gewinner ein ganzes Portfolio tragen können, ist schlüssig, verlangt aber ein hohes Maß an Geduld und psychischer Stabilität.
Auffällig ist sein Fokus auf qualitative Faktoren wie Marktführerschaft, Markenstärke und visionäre Führung. Dass er hohe Bewertungen als Ausdruck von Innovationskraft deutet, ist mutig und für traditionellere Anleger durchaus herausfordernd. Die sechs Kriterien, mit denen er „Rule Breaker“-Aktien identifiziert, wirken plausibel, aber stark auf die US-Tech-Welt zugeschnitten.
Im Abschnitt zum Portfolioaufbau plädiert Gardner für eine breite Startaufstellung, eine klare persönliche Risikotoleranz („Sleep Number“) und den Verzicht auf Rebalancing. Das ist konsequent, aber auch radikal: Wer starke Gewinner nicht zurückschneidet, muss Schwankungen aushalten können. Die Empfehlung einer quartalsweisen Depotreflexion wirkt dagegen pragmatisch.
Die Stärken des Buches liegen in der verständlichen Sprache, der motivierenden Grundhaltung und der klaren Struktur, die den Ansatz gut nachvollziehbar macht. Gardner vermittelt überzeugend, warum langfristiges Denken und das Zulassen von Volatilität entscheidend sein können.
Die Schwächen zeigen sich in der starken US-Perspektive, der geringen Berücksichtigung internationaler Märkte und der deutlichen Distanz zu klassischen Bewertungsmodellen. Manche Analogien – insbesondere Sportvergleiche – funktionieren in der deutschen Ausgabe weniger gut und wirken etwas bemüht.
„Rule Breaker Investing“ ist kein neutrales Lehrbuch, sondern ein Plädoyer für eine bestimmte Art des Investierens. Wer bereit ist, sich auf diesen Ansatz einzulassen, findet ein inspirierendes, klar umrissenes Konzept. Wer stärker daten- oder bewertungsgetrieben arbeitet, wird manche Thesen kritisch hinterfragen.