In den siebziger Jahren der DDR wächst Lucy in einer Welt auf, in der Moral und Macht unheilvoll ineinander greifen. Das Lehrlingsheim, in dem sie lebt, ist ein Ort der Kontrolle, der Demütigung - und der heimlichen Sehnsucht nach Freiheit. Zwischen Zucht, Pflicht und Verboten entdeckt Lucy ihre erste grosse Liebe zu Tommy, einem jungen Traktoristen, dessen aufrechter Charakter sie fasziniert und zugleich in Gefahr bringt.Was als zarte Liebesgeschichte beginnt, verwandelt sich bald in ein Netz aus Lügen, Machtmissbrauch und Verrat. Der Heimleiter Becker zieht im Hintergrund die Fäden, während die Jugendlichen zwischen Anpassung und Aufbegehren zerrieben werden. Als Tommy verhaftet wird und Lucys Welt zusammenbricht, scheint auch ihr Glaube an Gerechtigkeit zu zerbrechen.Nach einer wahren Begebenheit erzählt Ein unmoralisches Mädchen von Schuld und Mut, von Liebe und Überleben in einer Zeit, in der Anstand zum Verbrechen werden konnte - und ein Mädchen lernen musste, gegen eine ganze Welt zu stehen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Witch-Journal
5/5
03.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Geht sehr ans Herz
Mit diesem Roman wurde ein Werk geschaffen, das von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert, berührt und absolut süchtig macht. Ein Buch, das man einfach nicht aus der Hand legen kann und das noch lange nachhallt!
Die Handlung führt uns tief in eine mitreißende Geschichte voller Wendungen, Herausforderungen und tiefgreifender Momente. Was bei diesem Buch sofort ins Auge fällt, ist die herausragende Recherche der Autorin: Jedes Detail – sei es historischer, gesellschaftlicher oder lokaler Natur – ist so präzise, lebensecht und fundiert ausgearbeitet, dass man beim Lesen das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein. Diese detailgetreue Kulisse verleiht der gesamten Erzählung eine enorm hohe Glaubwürdigkeit und Tiefe.
Im Zentrum des Geschehens stehen vielschichtige, authentische Figuren, die dem Leser sofort ans Herz wachsen. Allen voran die Protagonistin Lucy, die mit all ihren Stärken, Zweifeln und ihrer inneren Entwicklung im Mittelpunkt steht. Die Dynamik zwischen den Hauptcharakteren ist von unglaublicher Intensität geprägt. Man leidet, hofft, liebt und fiebert auf Schritt und Tritt mit ihnen mit – sie wirken so echt und greifbar, als würde man sie persönlich kennen.
Die Story ist durchweg hochgradig spannend aufgebaut. Vom fulminanten Auftakt über geschickte Haken im Plot bis hin zum ergreifenden Epilog stimmt hier einfach jedes Puzzleteil. Die gefühlvollen Passagen bringen das Herz zum Schmelzen, während überraschende Wendungen immer wieder für Herzklopfen und pure Aufregung sorgen.
Der Schreibstil von Alice Fortress ist herrlich lebendig, bildhaft und von einer wunderbaren Wärme durchdrungen. Es liest sich so flüssig und mitreißend, dass die Seiten nur so verfliegen und man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.
Auch optisch ist der Roman ein absoluter Eyecatcher! Das liebevoll gestaltete Cover zieht die Blicke magisch an und macht sofort neugierig auf den Inhalt. Die abgebildete junge Frau gibt dem Buch ein Gesicht – ganz sicher handelt es sich hierbei um Lucy, die uns mit ihrem ausdrucksstarken Blick direkt in ihre Geschichte hineinzieht.
Dieses Buch ist ein rundum gelungenes Meisterwerk. Von den fundierten Recherchen über die fantastischen Hauptfiguren bis hin zum perfekt abgerundeten Epilog stimmt hier einfach alles. Ein fesselnder, warmherziger und hochemotionaler Roman, den man so schnell nicht vergisst. Vielen Dank, liebe Alice.
Jeanette Lube
aus Magdeburg
5/5
13.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine Geschichte, die wütend macht
Dieses Buch erschien 2025 und beinhaltet 299 Seiten.
Lucy wächst in den siebziger Jahren der DDR in einer Welt auf, in der Moral und Macht unheilvoll ineinander greifen. Sie lebt in einem Lehrlingsheim, das ein Ort der Kontrolle, der Demütigung - und der heimlichen Sehnsucht nach Freiheit ist. Lucy entdeckt zwischen Zucht, Pflicht und Verboten ihre erste große Liebe zu Tommy, einem jungen Traktoristen, dessen aufrechter Charakter sie fasziniert und zugleich in Gefahr bringt. Zunächst beginnt es als zarte Liebesgeschichte, verwandelt sich jedoch bald in ein Netz aus Lügen, Machtmissbrauch und Verrat. Becker, der Heimleiter, zieht im Hintergrund die Fäden, während die Jugendlichen zwischen Anpassung und Aufbegehren zerrieben werden. Dann wird Tommy verhaftet und Lucys Welt bricht zusammen. Nun scheint auch ihr Glaube an Gerechtigkeit zu zerbrechen. Diese Geschichte ist nach einer wahren Begebenheit, die von Mut und Schuld, von Liebe und Überleben in einer Zeit erzählt, in der Anstand zum Verbrechen werden konnte - und ein Mädchen lernen musste, gegen eine ganze Welt zu stehen.
Der Titel ist passend zur Geschichte. Und dass dieser Roman von einer wahren Begebenheit erzählt, macht mich betroffen. Lucy hatte bisher nicht so viel Glück im Leben. Nun kommt sie in ein Lehrlingswohnheim in der DDR, wo alles und jeder kontrolliert wird. Becker ist Heimleiter und missbraucht hier ziemlich seine Macht. Ich habe mit Lucy so mitfühlen können und habe echt gelitten. Die Arme! Was sie alles erleben musste und was sie alles ertragen musste! Als sie sich dann in Tommy verliebte, begann alles sehr zart. Doch dies ist Becker ein Dorn im Auge. Er versucht alles, um diese Beziehung auseinander zu bringen. Da ich selbst in der DDR groß geworden bin, konnte ich vieles schon irgendwie nachvollziehen, denn aus Erzählungen von anderen war vieles so, wie es hier dargestellt wurde. Lucy wurde gemobbt, sie wurde ausgegrenzt und immer wieder wurden ihr Grenzen gesetzt. Da hatte Becker einen großen Anteil daran. Ich kann ihn nicht leiden! Es ist der erste Teil einer Serie und ich bin schon jetzt gespannt, wie es weitergeht. Die Handlung ist spannend, aufregend, fesselnd und packend und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Mich hat so vieles wütend gemacht in dem Buch, vor allem, weil ich wusste, dass die Geschichte nach einer wahren Begebenheit erzählt wurde und vieles realistisch war. Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter, es handelt sich jedoch um keine leichte Kost. Der Schreibstil der Autorin Alice Fortress gefällt mir sehr gut und sie hat mich mit diesem Buch begeistert, fasziniert und komplett überzeugt.
Bewertung
aus Belm
5/5
26.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Berührende Geschichte nach einer wahren Begebenheit
Ich lese immer wieder gerne Geschichten die von wahren Begebenheiten erzählen, sie sind meistens interessant und berührend. Auch dieser Roman, der zugleich ein Auftakt ist, hat mich sehr erschüttert und wird noch eine Weile in meinen Gedanken sein.
Die Geschichte führt den Leser zurück in die siebziger Jahren der DDR, hier wächst Lucy in einer Welt auf, in der Moral und Macht unheilvoll ineinander greifen. Das Lehrlingsheim, in dem sie lebt, ist ein Ort der Kontrolle, der Demütigung – und der heimlichen Sehnsucht nach Freiheit. Zwischen Zucht, Pflicht und Verboten entdeckt Lucy ihre erste große Liebe zu Tommy, einem jungen Traktoristen, dessen aufrechter Charakter sie fasziniert und zugleich in Gefahr bringt. Was als zarte Liebesgeschichte beginnt, verwandelt sich bald in ein Netz aus Lügen, Machtmissbrauch und Verrat. Der Heimleiter Becker zieht im Hintergrund die Fäden, während die Jugendlichen zwischen Anpassung und Aufbegehren zerrieben werden. Als Tommy verhaftet wird und Lucys Welt zusammenbricht, scheint auch ihr Glaube an Gerechtigkeit zu zerbrechen.
Der Schreibstil war von Beginn an sehr leicht zu lesen, sodass man das Buch in wenigen Tagen lesen könnte, da der Lesefluss sehr gut ist, aber dennoch habe ich für die Geschichte meine Zeit gebraucht. Das liegt daran, dass die Autorin die Erlebnisse im Lehrlingsheim sehr lebendig und ungeschönt geschrieben hat und man ganz in diese grausame Welt eintaucht, in der der Heimleiter eine große Macht hat! Die Geschichte ist sehr erschütternd geschrieben und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, zugleich gibt sie aber auch ein gutes Bild ab wie das Leben in der DDR ausgesehen haben kann.
Lucy ist eine schüchterne junge Frau, von wunderschönem Aussehen, die in der Vergangenheit aber durch ihren Vater kein leichtes Leben hat. Als Leser ist es manchmal nicht ganz einfach gewesen diese teils so naive Frau zu verstehen, aber sie sucht nach ihrer schweren Kindheit einfach immer nach Geborgenheit und Liebe und wird von den Männern schamlos ausgenutzt. Sie hat es nie leicht und verliert doch nicht den Glauben an die Liebe und an ihre Träume.
Ein sehr bewegendes Buch, dass ich auch mal zur Seite legen musste. Es ist nichts zum "mal eben weglesen" sondern die Geschichte hallt nach. Ich habe sie sehr gerne gelesen und kann sie jedem weiterempfehlen, das Buch ist allerdings nichts für schwache Nerven.
rewareni
aus wien
5/5
23.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Machtmissbrauch
Die 16 jährige Lucy kommt als Lehrling des Volksgutes in den siebziger Jahren der DDR in ein Lehrlingsheim, wo sie hofft, dass sie ein besseres Leben als bisher vorfindet. Ihre Kindheit, von Demütigungen und körperlichen Züchtigungen geprägt, haben sie unsicher und verletzlich werden lassen, was besonders der jugendliche Heimleiter Raimund Becker spürt und für sich ausnützt. So dauert es nicht lange und Lucy wird auch hier zu einem Opfer, das unerfahren wie sie ist, oft gar nicht merkt, dass nicht jeder mit seinen freundlichen Worten es auch ehrlich mit ihr meint. Erst als der junge Traktorist Tommy sich in Lucy verliebt, beginnt sie aufzublühen, was Becker ganz und gar nicht passt und er mit allen Mitteln versucht, die beiden auseinander zu bringen. Eine furchtbare Tragödie lässt Lucys scheinbare glückliche Welt zusammen brechen. Auf sich alleine gestellt, aber gestärkt ist sie bereit ein neues Leben zu führen, wo aber die nächsten Stolpersteine bereits im Weg liegen.
,, Ein unmoralisches Mädchen“ von Alice Fortress, ist eine historische Romanserie nach einer wahren Begebenheit. Es ist nicht immer leicht die Geschichte zu lesen, da es darin so viel an Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch, Demütigungen und Momente gibt, die einem als Leser sehr zu Herzen gehen.
Die Machtstruktur im Lehrlingsheim zeigte dabei, wie schwer es junge Menschen und vor allem naive Mädchen wie Lucy hatten. Wer anders war, war ein willkommenes Opfer, wo gerade Becker als Heimleiter seine Position immer wieder schamlos ausgenutzt hatte. Das traurige dabei war oft, dass sich andere Lehrlinge zu Dinge hinreißen ließen, die sie gar nicht wollten, aber ihre Angst vor Strafen, der Wegfall von Vergünstigungen oder auch die Androhung, dass sie ihren Abschluss nicht machen können, waren dabei starke Motive. Man hat auch gemerkt, dass es Unterschiede gab zwischen Lehrlingen, die aus der Stadt kamen, die wohlhabende Eltern hatten, die vielleicht sogar ,,gute“ Genossen in der Partei waren und somit diese Lehrlinge ,,geschützt“ waren vor Erniedrigungen und Repressalien.
Manche Szenen waren dabei schwer zu ertragen, wenn junge Menschen, die sich vor körperlichen und seelischen Angriffen nicht schützen konnten, zum Gespött anderer wurden oder man sie, so wie Lucy immer wieder, gezielt vor allen anderen bloßgestellt und gedemütigt hat.
Lucy ist dabei eine tragische Figur, die in ihrem jungen Leben von ihrer Stiefmutter und ihrem Vater keine Liebe, keine Zuneigung und vor allem nur Erniedrigungen erfahren hat. Deshalb war ihr Leben ihm Heim voller Verzweiflung, weil sie nie wusste, ob oder was sie falsch gemacht hat. Da sie attraktiv und unschuldig war, war sie speziell den männlichen Bewohnern hilflos ausgeliefert, wenn sie ihr näher kommen wollten. Gerade Becker war dabei ein Protagonist den man als Leser verabscheut und auch gehasst hat, da er ihre Abweisungen nicht ertragen konnte und er dadurch oft gemein und hinterhältig war, nur um ihr zu schaden. Obwohl seine Eskapaden und Verfehlungen auch den Parteimitgliedern bekannt war, haben diese immer wieder ein Auge zu gedrückt, wo man gesehen hat, dass damals der Schutz von Kindern und Jugendlichen noch keinen großen Stellenwert hatte und viele, so wie Lucy, ganz auf sich alleine gestellt waren. Beschämend war dabei auch, dass man für Mädchen eigentlich nur vorhatte, dass sie heiraten, Kinder kriegen und für den Mann da sein sollten. Studieren und Karriere machen passte besser zu einem Mann.
Da war dann Lucy zu bewundern, die nach schweren Schicksalsschlägen nie aufgegeben hat und bereit war, gegen aller Widerstände für sich und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu kämpfen. Wie es weitergeht, erfährt man in zwei nach folgenden Bänden.
Bewertung
5/5
24.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Erinnerungen kommen auf
Für mich ist dieses Buch wichtig. Weil es zeigt, was Macht mit jungen Menschen macht. Weil es Mut würdigt, ohne ihn zu verklären.
Dieses Buch hat mich nicht nur als Leserin berührt, sondern als Mensch, der selbst in der DDR aufgewachsen ist. Die Angst, die zwischen den Zeilen mitschwingt, ist mir vertraut. Da ist die Angst, aufzufallen, falsch zu fühlen, falsch zu lieben, zur falschen Zeit das Richtige zu sagen. Lucy wächst in einem System auf, in dem Moral nicht Schutz bedeutet, sondern Kontrolle. Das Lehrlingsheim ist kein Zuhause, sondern ein Ort der Demütigung und der Macht. Also genau so, wie viele Orte damals funktionierten. Nach außen Ordnung, nach innen Gewalt. Alice Fortress beschreibt das nüchtern, ohne Effekthascherei, und gerade deshalb tut es weh. Die Liebesgeschichte zwischen Lucy und Tommy ist zart und verletzlich, fast wie ein Trotz gegen die Umstände. Aber man spürt von Anfang an, in diesem System darf Liebe nicht frei sein. Dass Anstand, Aufrichtigkeit und Menschlichkeit zur Gefahr werden können, ist eine bittere Wahrheit, die dieses Buch klar benennt. Was mich besonders bewegt hat, ist die ständige Angst. Diese ist nicht laut, nicht dramatisch, sondern leise, alltäglich, zermürbend. Genau so habe ich sie in Erinnerung. Ein unmoralisches Mädchen erzählt nicht nur eine Geschichte, es erinnert. Und es gibt denen eine Stimme, die damals keine hatten oder nicht gehört wurden. Für mich ein beeindruckendes Buch.