Was die ökologische Situation der Gegenwart kennzeichnet, ist, dass sie unseren epistemologischenund historischen Horizont überschreitet. Sie zwingt uns, den Blick für das zu schärfen, was auf unszukommt. Gerade Perspektiven aus dem globalen Süden verdeutlichen, dass die „kommendeKatastrophe“ in weiten Teilen der Welt längst gelebte Realität ist. Welche alternativen dis-kursiven Mittel helfen, die Katastrophe zu verstehen, die die Ideologien und Rationalisierungendes Imperialismus und Kolonialismus nach der Aufklärung über uns gebracht haben? WelcheRolle spielen Medien und Technologie in Hinblick auf die kommenden und die gegenwärtigenKatastrophen des Klimawandels und der Umweltzerstörung? Wenn wir die Fallstricke eschato-logischer Narrative meiden müssen, was unterscheidet dann diese Projektion eines „Weltunter-gangs“ von älteren Vorstellungen? Was, wenn die Menschheit tatsächlich keinem „Weltuntergang“entgegensieht, sondern einer unbewohnbaren Zukunft?Nina Franz ist Medien- und Kulturwissenschaftlerin und lehrt an der HBK Braunschweig. Eva Wilsonlebt als Redakteurin, Autorin und Kuratorin in London.
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