Fides sine cura – Loyalität ohne Bindung. Das ist das Gesetz der Mortons.
Die Mortons sind die wahrscheinlich dunkelste Familiendynastie unserer Zeit. Seit Jahrhunderten binden sie die einflussreichsten Menschen dieser Welt an sich und lösen jedes Problem für sie. Denn das Handwerk dieser Familie ist Mord. Und die Mortons sind Meister ihres Fachs. Es ist Jessica Mortons drittes Jahr am Helshire College, einer traditionsreichen Universität, an der die Mächtigen von morgen ausgebildet werden. Und Jess ist das Ausnahmetalent ihrer Generation: Sie ist kalt, präzise und absolut loyal. So stürzt an einem kalten Tag im Frühjahr ihr Cousin Peter vom Physikturm in den Tod. Jess’ erster erfüllte Auftrag. Ab jetzt ist sie ein vollwertiges Familienmitglied. Doch was, wenn der erste perfekte Mord kleine Risse in Jess hinterlässt? Sie sich Fragen stellt, die sich eine Morton niemals stellen darf? Sie weiss, was dann passiert. Wer vom Weg abkommt, wird ausgemerzt.
Ein starkes Dark-Academia-Setting, ein mörderischer Cast, ein besonderer Vibe und eine grossartige Heldin.
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Recensio
Thalia Book Circle Community
4/5
20.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rasant, brutal, überraschend
Wenn ihr denkt, eure Verwandtschaft sei anstrengend, habt ihr diese Dynastie noch nicht kennengelernt. Ich bin völlig ohne Ahnenforschung, Vorwarnung oder große Recherche in dieses Buch hineingestürzt … und was soll ich sagen? Mein Gehirn hat in den ersten Kapiteln schlichtweg Kurzschlüsse produziert. Ich hatte eine Million Fragezeichen im Kopf. Es hat echt ein Weilchen gedauert, bis ich durchgeblickt habe, nach welchen Regeln dieses bizarre System funktioniert. Und ja, genau dieser chaotische Einstieg hat verhindert, dass ich vollkommen lückenlos in der Story versunken bin. Die vollen fünf Sterne gab es dafür nicht. Aber mein Gott, was für ein wilder Ritt war das, bitte?!
Hier treffen Geld, eiskaltes Kalkül und das wohl düsterste „Familienunternehmen“ der Geschichte aufeinander. Probleme der Weltelite werden nicht verhandelt, sondern beseitigt. Und mittendrin steckt Jessica. Das Ausnahmetalent. Kalt, präzise, brillant. Ein echter Wunderkind-Stern am Himmel der Soziopathen, hust. Neben klassischen Ausbildungsinhalten wie Verführung, Leichenbeseitigung oder Erpressung sticht sie vor allem durch absolute Unerbittlichkeit hervor. Das Problem daran? Sobald der erste „perfekte“ Auftrag erledigt ist, fängt dieses Meisterwerk von einer Thronfolgerin plötzlich an… äh, nachzudenken. Sie entwickelt so etwas wie ein (schlechtes) Gewissen. Und das ist in ihrem Umfeld das direkte Todesurteil. Wer abweicht, wird nicht enterbt – er wird entsorgt.
Genau ab da zündet das Buch eine unberechenbare Dynamik nach der anderen. Ich wusste einfach nie, was als Nächstes passiert. Ständig jagt eine Wendung die nächste, Pläne werden über den Haufen geworfen, Allianzen zerfallen schneller als ein Kartenhaus im Sturm.
Dazu gesellt sich ein herrlich trockener, pechschwarzer Humor, der diese vollkommen absurd-grausame Welt erstaunlich gut tragbar macht. Und Jess als Hauptfigur ist Weltklasse. Ich liebe moralisch vollkommen flexible Frauenfiguren! Sie muss keine Sympathieträgerin sein. Sie darf egoistisch sein, lügen, manipulieren und Entscheidungen treffen, bei denen man entsetzt den Kopf schüttelt. Das macht sie tausendmal interessanter als die x-te strahlende Heldengestalt. Gähnz!
Auf der anderen Seite muss man aber auch ehrlich sein: Das Buch zieht einen ohne Gnade in den Abgrund. Es ist düster. So richtig düster. Wer eine seichte, klassische Bösewicht-Story sucht, bei der man gemütlich mitfiebert, wird hier eventuell kalt erwischt. Die Brutalität und die Kälte mancher Taten schlagen ein wie eine Bombe, und emotionale Wärme sucht man in diesem Schlangennest vergebens. Aber ich habs gefeiert!
Fazit: Selbst wenn mir am Ende der eine letzte Funke gefehlt hat, war die Kombination aus psychologischer Tiefe, rasendem Tempo, familiären Intrigen und eiskalter Brutalität ziemlich cool. Der Plot hat geschafft, was mir heutzutage viel zu selten passiert: Er hat mich absolut unvorbereitet überrascht. Ein faszinierender, verstörend-unterhaltsamer Trip.
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
4/5
30.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dunkle Familiengeheimnisse hinter den Mauern von Helshire
Schon die ersten Seiten von Die Mortons haben mich in eine Welt gezogen, in der Familie nicht für Geborgenheit steht, sondern für Regeln, Macht und bedingungslose Loyalität. Das Dark-Academia-Setting verbindet kalte Eleganz, düstere Atmosphäre und eine unterschwellige Bedrohung. Helshire wirkt wie eine traditionsreiche Eliteuniversität, doch hinter den Fassaden lernen die Morton-Nachkommen ganz andere Lektionen.
Kontrolliert und beinahe emotionslos, fand ich es spannend, wie Jessicas erster Mord etwas in ihr verändert. Ausgerechnet der Moment, in dem sie beweisen soll, dass sie eine echte Morton ist, wird zum Ausgangspunkt für Zweifel, Fragen und einen inneren Konflikt.
Die Geschichte ist mordlustig, elegant und makaber. Gleichzeitig geht es um Familie, Identität und die Frage, wie viel von einem Menschen übrig bleibt, wenn Loyalität wichtiger sein soll als Mitgefühl. Einige Wendungen waren für mich vorhersehbar, zwischendurch hätte ich mir mehr Tempo gewünscht. Trotzdem entwickelt die Geschichte einen starken Sog. Für mich eine ungewöhnliche Dark-Academia-Geschichte mit einer Protagonistin, der ich gern weiter folgen möchte.
hasirasi2
aus Dresden
4/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wem kannst du (ver)trauen?
„Wir Mortons waren mehr als Genetik, mehr als ein Name. Wir waren eine Tradition, eine Idee.“ (S. 138)
Was, wenn Familie nicht der Ort ist, an dem man sich geborgen fühlt, sondern ein System, dem man bedingungslos gehorchen muss?
Jessica Morton wurde in eine uralte Familie hineingeboren, die seit Jahrhunderten den Lauf der Menschheit beeinflusst, indem sie sich mit den Reichen und Mächtigen verbündet. Mord, Manipulation und das Beseitigen unliebsamer Menschen gehören dabei ganz selbstverständlich zum Familiengeschäft.
Jessicas Leben scheint von Anfang an festgelegt. Sie wird darauf trainiert, keinen Schmerz und keine Furcht zu empfinden, anderen beides aber jederzeit zufügen zu können. Sie lernt, keine Fragen zu stellen und die Wünsche der Familie über alles zu stellen. Menschen an sich binden, sie gegebenenfalls töten und anschließend dafür sorgen, dass niemand etwas davon erfährt – für Jessica gehört all das zunächst zu ihrer Ausbildung.
Und sie ist gut darin. Sehr gut sogar. Jessica gilt als Ausnahmetalent und wird den Jüngeren und Gleichaltrigen als Vorbild präsentiert. Sie kennt ihren Platz und ist stolz darauf. Bis sie einen Mord begehen muss und sich zu sehr an eine Zielperson bindet. Plötzlich bekommt Jessicas sorgfältig aufgebaute harte Schale Risse. Zum ersten Mal beginnt sie, Fragen zu stellen. Fragen, die in ihrer Familie nicht nur unerwünscht sind, sondern gefährlich werden können.
„Schenke deinem Kind eine starke Hand, ein scharfes Messer und eine große Familie und dann bring ihm Loyalität ohne Bindung bei.“ (S. 222)
Das Familienleben der Mortons hat mit dem, was ich normalerweise mit Familie verbinde, allerdings wenig gemeinsam. Höhergestellte Mitglieder werden ehrerbietig als Onkel oder Tante bezeichnet, doch echte Nähe und Vertrauen gibt es nicht. Jeder wird beobachtet, bewertet, gefördert und gefordert. Jeder ist ersetzbar. Was zählt, sind Leistung, Loyalität und der Nutzen für die Familie.
Selbst die Berufswahl wird beeinflusst und das Leben findet weitgehend abgeschottet auf dem riesigen Familienanwesen statt. Wer nicht dazugehört, hat keinen Zutritt.
Auch am Helshire College ist Jessica deshalb alles andere als eine gewöhnliche Studentin. Ihre Kommilitonen wissen, wie gefährlich die Mortons sind. Man begegnet ihnen mit Respekt oder Angst, versucht, ihre Nähe zu suchen und davon zu profitieren – oder hält sich besser von ihnen fern.
„Die Mortons“ sind definitiv eine besondere Leseerfahrung und mein erster Dark-Academia-Roman, der mir an einigen Stellen fast schon zu grausam war. Gleichzeitig konnte ich das Buch aber auch nicht einfach zur Seite legen, denn gerade Jessicas Entwicklung hat mich immer wieder neugierig gemacht.
Mich hat vor allem die Frage beschäftigt, was passiert, wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang gelernt hat, dass Loyalität wichtiger ist als Vertrauen, Familie wichtiger als das eigene Ich und Gehorsam wichtiger als Moral.
Jessica muss sich irgendwann entscheiden, wer sie eigentlich sein möchte. Das macht den Roman für mich zu mehr als einer Geschichte über eine gefährliche Familie. Es geht um Identität, um Zugehörigkeit und um die Frage, wie viel von uns selbst übrig bleibt, wenn andere seit unserer Kindheit bestimmen, wer wir sein sollen.
Und vielleicht ist genau das der beunruhigendste Gedanke an dieser Geschichte: Was, wenn die Menschen, denen du am meisten vertrauen solltest, diejenigen sind, vor denen du dich am meisten schützen musst?
Ein düsterer, spannender und teilweise harter Roman, der mich vor allem mit seinen Fragen nach Familie, Loyalität und der eigenen Identität noch eine Weile beschäftigt hat.
hasirasi2
Thalia Book Circle Community
4/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wem kannst du (ver)trauen?
„Wir Mortons waren mehr als Genetik, mehr als ein Name. Wir waren eine Tradition, eine Idee.“ (S. 138)
Was, wenn Familie nicht der Ort ist, an dem man sich geborgen fühlt, sondern ein System, dem man bedingungslos gehorchen muss?
Jessica Morton wurde in eine uralte Familie hineingeboren, die seit Jahrhunderten den Lauf der Menschheit beeinflusst, indem sie sich mit den Reichen und Mächtigen verbündet. Mord, Manipulation und das Beseitigen unliebsamer Menschen gehören dabei ganz selbstverständlich zum Familiengeschäft.
Jessicas Leben scheint von Anfang an festgelegt. Sie wird darauf trainiert, keinen Schmerz und keine Furcht zu empfinden, anderen beides aber jederzeit zufügen zu können. Sie lernt, keine Fragen zu stellen und die Wünsche der Familie über alles zu stellen. Menschen an sich binden, sie gegebenenfalls töten und anschließend dafür sorgen, dass niemand etwas davon erfährt – für Jessica gehört all das zunächst zu ihrer Ausbildung.
Und sie ist gut darin. Sehr gut sogar. Jessica gilt als Ausnahmetalent und wird den Jüngeren und Gleichaltrigen als Vorbild präsentiert. Sie kennt ihren Platz und ist stolz darauf. Bis sie einen Mord begehen muss und sich zu sehr an eine Zielperson bindet. Plötzlich bekommt Jessicas sorgfältig aufgebaute harte Schale Risse. Zum ersten Mal beginnt sie, Fragen zu stellen. Fragen, die in ihrer Familie nicht nur unerwünscht sind, sondern gefährlich werden können.
„Schenke deinem Kind eine starke Hand, ein scharfes Messer und eine große Familie und dann bring ihm Loyalität ohne Bindung bei.“ (S. 222)
Das Familienleben der Mortons hat mit dem, was ich normalerweise mit Familie verbinde, allerdings wenig gemeinsam. Höhergestellte Mitglieder werden ehrerbietig als Onkel oder Tante bezeichnet, doch echte Nähe und Vertrauen gibt es nicht. Jeder wird beobachtet, bewertet, gefördert und gefordert. Jeder ist ersetzbar. Was zählt, sind Leistung, Loyalität und der Nutzen für die Familie.
Selbst die Berufswahl wird beeinflusst und das Leben findet weitgehend abgeschottet auf dem riesigen Familienanwesen statt. Wer nicht dazugehört, hat keinen Zutritt.
Auch am Helshire College ist Jessica deshalb alles andere als eine gewöhnliche Studentin. Ihre Kommilitonen wissen, wie gefährlich die Mortons sind. Man begegnet ihnen mit Respekt oder Angst, versucht, ihre Nähe zu suchen und davon zu profitieren – oder hält sich besser von ihnen fern.
„Die Mortons“ sind definitiv eine besondere Leseerfahrung und mein erster Dark-Academia-Roman, der mir an einigen Stellen fast schon zu grausam war. Gleichzeitig konnte ich das Buch aber auch nicht einfach zur Seite legen, denn gerade Jessicas Entwicklung hat mich immer wieder neugierig gemacht.
Mich hat vor allem die Frage beschäftigt, was passiert, wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang gelernt hat, dass Loyalität wichtiger ist als Vertrauen, Familie wichtiger als das eigene Ich und Gehorsam wichtiger als Moral.
Jessica muss sich irgendwann entscheiden, wer sie eigentlich sein möchte. Das macht den Roman für mich zu mehr als einer Geschichte über eine gefährliche Familie. Es geht um Identität, um Zugehörigkeit und um die Frage, wie viel von uns selbst übrig bleibt, wenn andere seit unserer Kindheit bestimmen, wer wir sein sollen.
Und vielleicht ist genau das der beunruhigendste Gedanke an dieser Geschichte: Was, wenn die Menschen, denen du am meisten vertrauen solltest, diejenigen sind, vor denen du dich am meisten schützen musst?
Ein düsterer, spannender und teilweise harter Roman, der mich vor allem mit seinen Fragen nach Familie, Loyalität und der eigenen Identität noch eine Weile beschäftigt hat.
Bewertung
Orell Füssli Book Circle Community
3/5
24.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischending aus Thriller und Familiensaga
In diesem Buch wird eindrücklich aufgezeigt, wie man Serienkiller und Psycho-/Soziopathen heranzüchten kann. Dies in Verbindung mit einer Familiensaga. Die Geschichte ist eigentlich eindrücklich, jedoch fand ich sie nicht spannend genug geschrieben. Der rote Faden war teilweise nicht mehr erkennbar und ich hatte Mühe ihn dann wiederzufinden nach allzu vielen langatmigen Rekursen in die Vergangenheit. Dennoch ein faszinierendes Thema, welches sicher ausbaufähig wäre. Bin mir nicht ganz sicher, ob das Ende ein Cliffhanger war? Ob ich allerdings die Fortsetzung lesen würde, bezweifle ich.