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Die außergewöhnlich gelungene Erziehung der Frida Wolf Roman

2

Fr. 38.90

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2026

Abbildungen

1 s/w-Abbildung

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20.7/13.5/4.1 cm

Gewicht

424 g

Farbe

Pastell Gelb / Olive

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

De buitengewoon geslaagde opvoeding van Frida Wolf

Übersetzt von

Lisa Mensing

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397777-6

Beschreibung

Rezension

Fazit: Traurig, komisch, skurril, außergewöhnlich! ("CarpeGusta Literatur Magazin")
Als erfrischend anders entpuppt sich dieses literarische Debüt: stilistisch, inhaltlich, aber vor allem herrlich eigenwillig. Geschuldet ist das unter anderem dem wundervoll arrangierten Figurenenarrangement ("CarpeGusta Literatur Magazin")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.09.2026

Abbildungen

1 s/w-Abbildung

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

20.7/13.5/4.1 cm

Gewicht

424 g

Farbe

Pastell Gelb / Olive

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

De buitengewoon geslaagde opvoeding van Frida Wolf

Übersetzt von

Lisa Mensing

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397777-6

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Bewertung

    aus Leipzig

    5/5

    11.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Mädchen, das seinen eigenen Weg findet

    Ein Mädchen, das seinen eigenen Weg findet Was, wenn die eigenen Eltern einen außergewöhnlichen Beruf haben? Die meisten sind mit Eltern aufgewachsen, die im Büro, auf der Baustelle oder in der Industrie gearbeitet haben. Alles tolle und ehrbare Berufe, dich, was ist, wenn es etwas völlig anderes ist? Das erfahren wir in diesem Buch. Denn wir sind in einer ganz besonderen Familie gelandet! Wir begleiten Frida. Und Fridas Vater ist Gefängnisdirektor. Er trinkt zu viel, raucht wie ein Schlot und wirft mit klugen Zitaten um sich. Gleichzeitig bringt er seiner Tochter Dinge bei, die wohl kaum zur normalen Erziehung gehören. Fridas Mutter ist beruflich erfolgreich, aber für ihre eigene Tochter bleibt viel zu wenig Zeit. Kein Wunder, dass Frida sich irgendwann nach einem ganz normalen Familienleben sehnt. In diesem Debütroman wird von einer Kindheit erzählt, die alles andere als gewöhnlich ist. Frida ist intelligent, schlagfertig und erstaunlich vernünftig für das Chaos, das sie umgibt. Die Protagonisten sind alle recht gut dargestellt und oft musste ich über ihren Vater lachen, obwohl mir sein Verhalten gleichzeitig Mitleid und Unverständnis abverlangt hat. Frida selbst ist mir schnell ans Herz gewachsen und gern wollte ich sie ab und an an die Hand nehmen, sie drücken und ihr sagen, dass alles gut wird. Denn hinter ihrem Humor steckt ein Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht, als gesehen und ernst genommen zu werden. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin schwarzen Humor mit ernsten Themen verbindet. Zwischen all den absurden Situationen geht es um Vernachlässigung, schwierige Familienverhältnisse und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Doch kann man den finden, wenn man in solch einer Familie aufwächst? Ohne die Sicherheit, die ein zu Hause bieten sollte? Dabei wird es auch traurig und nachdenklich. Nicht jede Figur handelt nachvollziehbar, aber gerade das macht diese Familie so interessant. Der Schreibstil ist eher außergewöhnlich, aber dennoch sehr unterhaltsam. Auch nach dem Lesen sind mir Frida und ihr Vater im Kopf geblieben. Es ist ein skurriler, kluger und doch berührender Roman über das Erwachsenwerden unter außergewöhnlichen Bedingungen. ISBN: 978-3103977776 Autorin: Maria Kager Verlag: S. Fischer ET: 08.09.26 Umfang: 384 Seiten

  • Eva

    5/5

    17.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kind, es würde Dir wirklich nicht schaden, wenn Du mal ein Buch aufschlagen würdest!

    Fridas Vater zitiert Schopenhauer, Thomas Mann, Kafka, Wittgenstein, Proust und Yeats, trinkt bis zum Umfallen, raucht wie ein Schlot, bringt seiner 7-jährigen Tochter bei, eine Pistole zu laden, erklärt ihr, wie sie am besten jemanden ersticht, kann sich nicht merken, dass eine 8-jährige Dickens nicht im Original gelesen haben kann und benimmt sich selten vorzeigbar. Er ist der Gefängnisdirektor des Kuppelgefängnisses von Haarlem, fühlt mir seinen Häftlingen, scheitert an seinen Aufgaben und der Welt. Das Haus der Familie grenzt direkt an den Innenhof des Gefängnisses. Nur einmal entkommt ein Flüchtiger durch den Garten. Fridas Mutter ist Kinderpsychologin, immer beschäftigt, viel auf Reisen, nur für Frida bleibt wenig Zeit. Frida spielt Tennis mit der Schranke der Gefängniseinfahrt als Netz, navigiert psychologisch standfest durchs heimische Chaos und wünscht sich nichts mehr als Normalität. Ein einschneidendes Ereignis macht Frida zur Kapitänin ihrer Jugend, gebrochen, selbstbestimmt und alles andere als normal lernt sie, ihren Platz in der Welt zu behaupten. Die außergewöhnlich gelungene Erziehung der Frida Wolf ist melancholisch, höchst intelligent, unglaublich komisch und doch so tragisch wie es ein außergewöhnliches Leben nur sein kann. Stilistisch hängt dieser Roman die Messlatte in traumwandlerische Höhen, Maria Kager schreibt herausragend gut. Sie benennt mit leichter und virtuoser Feder durchaus schwere Themen. Die Perspektivwechsel öffnen den Blick für die unbeschreiblich großen emotionalen und intellektuellen Dimensionen der Figuren, die stetig ihren Platz suchen, immer ein bißchen einsam und immer abseits der Norm. Damit Frida ihren Platz in der Welt findet, muss sie aus dem Schatten der Kuppel und ihres Vaters treten, zu ihrer Seelenverwandten Frida Kahlo reisen und verstehen, dass nur jemand mit außergewöhnlich gelungener Erziehung die Welt in ihrer Ganzheit erfassen kann.

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  • Zum Bewerterprofil von Kathrin Bögelsack

    Kathrin Bögelsack

    Orell Füssli Bern

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herrlich ungewöhnlich

    Protagonistin und Erzählerin in Maria Kagers Debütroman ist Frida. Sie schreibt eigentlich im Rückblick, aber für uns wirkt es, als würden wir sie unmittelbar durch ihre schräge Kindheit begleiten. Schräg vor allem wegen ihres Vaters. Je mehr wir ihn erleben, umso weniger scheint er für die Rolle des Vaters geeignet – und doch gewinnen wir diesen exzentrischen, liebevollen Mann gern. Er zeigt der siebenjährigen Frida, wie eine Pistole funktioniert, es bereitet ihm ein diebisches Vergnügen, mit ihr Geschenke für ihre Mutter zu klauen, er ist Alkoholiker und solidarisiert sich trotz seines Postens als Gefängnisdirektor lieber mit den Inhaftierten. Frida selbst ist wunderbar altklug, was dem Roman seine Leichtigkeit, seinen Humor verleiht. Aber auch daran hat ihr Vater seinen Anteil. So zitiert er regelmässig Nietzsche, Proust, Yeats, fragt die 9-/11-jährige Frida, wen er da zitiert und endet die Unterhaltung fast jedes Mal kopfschüttelnd mit den Worten, es würde ihr wirklich nicht schaden, mal ein Buch in die Hand zu nehmen. Frida nimmt mehrheitlich die Rolle der Ich-Erzählerin ein, es gibt jedoch auch zwei Kapitel, wenn ich mich recht entsinne, die in der zweiten Person geschrieben sind. Das Kapitel, in dem sie an einem Referat über Gefängnisse arbeitet, ist zudem voller ergänzender Fussnoten und Zeitungsberichte. Selbst in den Fussnoten steckt Fridas Humor. Gegen Ende verlor die Geschichte etwas von ihrem Zauber, was jedoch der Personenentwicklung geschuldet ist. Und im Nachhinein konnte ich auch diesem Abschnitt eine tröstliche Erkenntnis abgewinnen. Frida Wolf ist eine unvergessliche Protagonistin und Maria Kager eine wunderbar eigenwillige Erzählerin, von der ich unbedingt mehr lesen möchte. Aus dem Niederländischen von Lisa Mensing.

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