Gestern noch Feinde, heute auf einer gefährlichen Reise: Ein eindrücklicher Jugendroman über Krieg und die heilende Kraft der Freundschaft.
Auf dem Schulhof in Deutschland herrscht Krieg - zumindest zwischen Adam und Zero. Ihre Familien stammen aus verfeindeten Ländern, und der Hass ihrer Heimat brennt auch in ihnen. Beide haben nur ein Ziel: zurück an die Front! Adam will zu seiner Schwester, die ein Geschütz befehligt; Zero sucht seinen verschollenen Bruder.
Ohne voneinander zu wissen, landen beide in demselben Hilfstransporter Richtung Kriegsgebiet. Als sie entdeckt werden, gibt es kein Zurück mehr. Inmitten von zerbombten Strassen, Minenfeldern und der ständigen Angst vor Entdeckung müssen die Erzfeinde plötzlich zusammenarbeiten. Aus dem Miteinander-Auskommen wird eine gefährliche Flucht nach vorn - und eine Freundschaft, die stärker ist als jede Grenze.
Packend & authentisch:Erzählt die Geschichte von Feindschaft und Versöhnung auf Augenhöhe mit Jugendlichen.
Besonderes Extra: 11 eindrucksvolle Comicseiten von Heribert Schulmeyer machen die Emotionen der Reise visuell greifbar.
Ideal für die Schule: Ein perfekter Aufhänger, um über aktuelle Konflikte, Vorurteile und den Wert von Frieden zu sprechen. Leicht zu lesen durch einfache Sprache.
Ein Roadtrip der Hoffnung: Zeigt, dass wir mehr gemeinsam haben, als uns trennt.
Ein intensives Leseerlebnis für Jungen und Mädchen ab 12 Jahren - mutig, bewegend und aktueller denn je.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
lesenmitausblick
5/5
21.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Plädoyer für Frieden und Freundschaft!
Einer der vielfältigsten Kinderbuchautoren, die ich kenne, ist Rüdiger Bertram. Ich habe schon so viele, ganz unterschiedliche Bücher von ihm gelesen. Und sie gefallen mir alle.
Ein ganz besonderes Buch, das ihm auch sehr wichtig ist, ist gerade bei Rotfuchs erschienen. Bereits der Titel „Front“ lässt vermuten, dass es sich um ein ernstes Thema handelt. Ich musste gleich an „Der Pfad“ des Autors denken. So unterschiedlich beide Bücher dann doch sind, so eint sie eines: Sie handeln von Krieg und sind eine Mahnung für Frieden.
Rüdiger Bertram hat hier erneut mit Illustrator Heribert Schulmeyer zusammengearbeitet. Schulmeyer hat nicht nur das Cover gestaltet, sondern erzählt in immer wieder eingestreuten einseitigen Schwarz-Weiß-Comics die Geschichte weiter. Die Bilder wirken skizzenhaft, fangen aber das Grauen und den Schrecken des Krieges gerade dadurch sehr deutlich ein. Es braucht nicht immer der Worte, die Bilder von Schulmeyer sprechen Bände. Sie kommen mit ganz wenig Worten aus.
Da der Jugendroman ein wichtiges Thema aufgreift, sollte er auch als Schullektüre ins Auge gefasst werden. Es gibt bei Fischer & Sauerländer Unterrichtsmaterial dazu.
Erzählt wird die Geschichte der beiden Jugendlichen Adam und Zero. Beide kommen aus verfeindeten Ländern, die Krieg gegeneinander führen und sind mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet. In der Schule führen sie den Konflikt zwischen ihren Herkunftsländern fort. Sie hassen sich und gehen ständig aufeinander los. Woher sie kommen, welche Länder hier Krieg führen, bleibt offen. Es ist auch nicht wichtig. Denn es geht beispielhaft um die Sinnlosigkeit von Krieg, um die traumatischen Erlebnisse auf beiden Seiten, um das sinnlose Sterben. Um Hass, der unbegründet ist.
Adam will an die Front zu seiner Schwester, die dort kämpft. Zero will an die Front, um seinen Bruder zu suchen, von dem die Familie zu lange nichts gehört hat. Beide Jungen treffen zufällig in einem Hilfsgütertransporter aufeinander, mit dem sie heimlich abhauen wollen…
Um ihr Ziel zu erreichen, müssen die Jungen wohl oder übel ihr Kriegsbeil begraben. Doch kann man dem anderen einfach so trauen? Langsam kommen sich die Jungen näher, kämpfen sich gemeinsam vor bis an die Front, lernen sich darüber näher kennen, ihre Ängste, ihre Nöte, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihren Völkern. Als sie schlussendlich mitten im Krieg zwischen die Fronten und in Lebensgefahr geraten, wird die Sinnlosigkeit der Konflikte und Kriege förmlich hautnah spür- und erlebbar.
Autor Rüdiger Bertram schreibt in einem besonderen Stil, verkürzt, verknappt, in einfacher, mündlicher Sprache. Dabei wechselt er immer wieder die Perspektiven und lässt die Gedanken der Jungen und anderen Protagonisten sprechen. Die Lesenden erhalten so immer wieder Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Jungen. Das führt dazu, dass man ihnen ganz schnell nah ist und alles förmlich direkt miterlebt. Nach und nach bröckelt die starke, coole Fassade der Jungen. Sie dürfen sich ja keine Schwäche gegenüber dem anderen zugestehen. Doch wie soll das gehen, wenn man aus einem Kriegsgebiet kommt, Dinge gesehen und erlebt hat, die niemand und erst recht kein Kind sehen sollte, Familienangehörige, Nachbarn, Freunde verloren hat? Und dann diese Ungewissheit.
Adam und Zero werden Freunde, Freunde, die sich aufeinander verlassen können, sich verstehen und zusammenhalten. Der Konflikt ihrer Völker ist eben nicht ihr Konflikt. Einmal mehr zeigt der Autor hier die Sinnlosigkeit von Kriegen auf. Denn die Leidtragenden sind die Menschen, die Kinder. Offenheit, Aufeinanderzugehen, Kennenlernen des anderen, Toleranz – all das würde Kriege und Konflikte unnötig machen. „Front“ ist ein eindrückliches Plädoyer für Freundschaft und Frieden, gegen Krieg. Lasst uns Grenzen überschreiten und aufeinander zu gehen. Die Grenzen bestehen häufig in den Köpfen der Menschen und sind unbegründet, wenn man einander kennenlernt.
Ich lege euch „Front“ sehr ans Herz. Es ist eines dieser Bücher, die man lesen muss.
Daggy
Thalia Book Circle Community
5/5
26.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend und berührend, auf jeden Fall lesenswert!
Das Cover zeigt zwei flüchtende Jungen, die ein Hund begleitet, im Hintergrund die Ruine eines Hauses. Es zeigt uns passend zum Titel „Front“ ein Kriegsgebiet.
Adam und Zero, die beiden Jungen gehen hier in Deutschland auf eine Schule und es gibt immer wieder Kämpfe zwischen ihnen, denn sie kommen aus Ländern, die miteinander im Krieg liegen. Die Länder werden in dem Buch nie erwähnt, aber ich denke, alle haben, wie ich, Russland und die Ukraine vor Augen. Adam lebt mit seiner Familie sehr beengt in einem Hochhaus, seine große Schwester Yella kämpft an der Front und Adam macht sich Sorgen um sie. Auch Zero wohnt in diesem Haus, allerdings hat er nur einen Bruder, der ebenfalls an der Front als Panzerfahrer kämpft. Zero macht sich große Sorgen, weil sein Bruder sich schon seit einiger Zeit nicht mehr bei ihm gemeldet hat. So beschließen die beiden unabhängig voneinander ins Kriegsgebiet zu reisen. Sie entscheiden sich beide für einen Hilfstransporter, den ein Mann zu den Menschen im Kriegsgebiet fahren soll. Der Wagen ist schon gestartet, als die Jungen sich sehen und so bleibt ihnen nichts anderes übrig als einen Waffenstillstand zu schließen, damit sie ihr Ziel erreichen.
Der Text ist in sehr kurzen Sätzen geschrieben, dazu gibt es noch elf einseitige Comics, die die Handlung fortführen. Die Angst und die Enttäuschung der Jungen, wenn sie sich der Front immer mehr nähern, konnte ich beim Lesen sehr gut nachfühlen. Sie müssen erkennen, dass der Krieg keine Helden macht, dass alles mit vielen Opfern auf allen Seiten verbunden ist. Irgendwann schließt sich den Jungen ein Hund an, der auf einem Minenfeld stirbt. Diese Szene gefällt mir deshalb so gut, weil sie zeigt, dass der Krieg auch Tote fordert, aber hier stirbt zumindest kein Mensch und um den Hund können sie beide trauern, er gehörte zu keiner Partei.
Aber ich will auch nicht zu viel verraten, denn das Buch sollte jeder Jugendliche lesen, denn er zeigt die Schrecken des Krieges und gleichzeitig, wie wichtig Freundschaft ist.