Dieser preisgekrönte Manga erzählt die Geschichte eines Mädchens, das einzig mit ihrer Gelehrsamkeit bewaffnet dereinst als „Hexe“ die Geschicke eines gewaltigen Imperium lenken wird. Im 13. Jahrhundert gelangt ein verwaistes Sklavenmädchen in die Stadt Tūs im Nordosten des heutigen Irans. Ihr Name: Sitara.Aufgenommen in eine Gelehrtenfamilie entdeckt das aufgeweckte Mädchen die Macht des Wissens. Nachdem sie im Zuge der verheerenden Mongoleninvasion erneut vor dem Nichts steht, schwört sie Rache. Sie wird eine Gefangene des Mongolischen Reiches und begegnet dort Töregene, der klugen und einflussreichen sechsten Frau des Grosskhans Ögedei, die komplexe Gefühle gegenüber dem Mongolischen Reich hegt.Gemeinsam werden sie zu Schlüsselspielerinnen in einem Machtspiel, das nicht nur das Reich, sondern die Zukunft der Welt verändern könnte. Das erwartet dich in Band 2: Wir schreiben das 13. Jahrhundert. Das Sklavenmädchen Sitara wird in eine persische Gelehrtenfamilie aufgenommen und erfährt dort, welche Möglichkeiten Bildung und Wissen erö¬ffnen können. Ein plötzlicher Überfall der mongolischen Armee bereitet ihrem unaufgeregten Alltag jedoch ein jähes Ende. Heimat- und herrenlos wird Sitara als Gefangene zu den fernen Steppen ins Herz des Mongolischen Reichs gebracht. Dort nimmt sie den Namen Fatima an und schwört Rache an den Mongolen, die ihr alles genommen haben.Indes erschüttert der Tod des Begründers und Herrschers Dschingis Khan das Grossreich.Für Fans von historischen Manga und starken Frauen!
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Dani12143
aus Oldenburg
5/5
07.11.2026
Buch (Taschenbuch)
Manchmal sind es nicht die mächtigsten Krieger
Manchmal sind es nicht die mächtigsten Krieger, die den Lauf der Geschichte verändern, sondern Menschen, die mit Verstand, Mut und einer unerschütterlichen Entschlossenheit ihren eigenen Weg gehen. Menschen, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und beweisen, dass wahre Stärke nicht immer mit körperlicher Macht verbunden sein muss. Genau von einer solchen außergewöhnlichen jungen Frau erzählt Tomato Soup in dem preisgekrönten historischen Manga „Jaadugar – Eine Hexe in der Mongolei“, dessen zweiter Band uns noch tiefer in eine Welt voller politischer Intrigen, schicksalhafter Begegnungen und großer Veränderungen entführt.
Die Geschichte spielt im 13. Jahrhundert, einer Zeit, in der das Mongolische Reich immer weiter wächst und gewaltige Eroberungszüge das Leben unzähliger Menschen verändern. Inmitten dieser bewegten Epoche begegnen wir Sitara, einem jungen Sklavenmädchen, dessen Leben von Verlusten, Unsicherheit und dem Kampf ums Überleben geprägt ist.
Als Waise scheint ihre Zukunft zunächst von anderen bestimmt zu werden. Doch als sie in der persischen Stadt Tūs von einer Gelehrtenfamilie aufgenommen wird, eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt. Zum ersten Mal erfährt Sitara, welche unglaublichen Möglichkeiten Bildung, Bücher und Wissen bieten können. Sie entdeckt, dass Gelehrsamkeit nicht nur Türen öffnen, sondern einem Menschen auch eine innere Freiheit schenken kann, die ihm niemand so leicht nehmen kann.
Doch dieses neu gewonnene Glück ist nicht von Dauer. Der Einfall der mongolischen Armee zerstört ihr bisheriges Leben und reißt sie erneut aus allem heraus, was ihr vertraut geworden ist. Ihre Hoffnungen, ihre Sicherheit und die Menschen, die ihr etwas bedeutet haben, werden ihr genommen. Zurück bleiben tiefer Schmerz, Wut und der unerschütterliche Wunsch nach Vergeltung.
Im zweiten Band führt Sitaras Schicksal sie als Gefangene weit fort von ihrer Heimat, hinein in die endlosen Steppen des Mongolischen Reiches. Dort nimmt sie den Namen Fatima an. Doch mit diesem neuen Namen beginnt nicht einfach nur ein weiterer Abschnitt ihres Lebens. Vielmehr steht sie an einem Wendepunkt, an dem sich entscheiden könnte, welche Rolle sie in der Geschichte eines der mächtigsten Reiche ihrer Zeit spielen wird.
Während Sitara versucht, mit ihren Verlusten und ihrem Rachedurst umzugehen, befindet sich auch das Mongolische Reich in einer Phase gewaltiger Veränderungen. Der Tod Dschingis Khans, des Begründers des Großreiches, erschüttert die politischen Machtverhältnisse und wirft die Frage auf, wer künftig die Geschicke dieses riesigen Imperiums bestimmen wird.
Besonders spannend ist dabei die Aussicht auf Sitaras Begegnung mit Töregene, der klugen und einflussreichen Frau des Großkhans Ögedei. Auch sie ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die ihre ganz eigenen Erfahrungen, Überzeugungen und widersprüchlichen Gefühle gegenüber dem Mongolischen Reich mit sich trägt.
Die Verbindung dieser beiden Frauen verspricht eine faszinierende Dynamik. Obwohl sie aus vollkommen unterschiedlichen Lebenswelten stammen, besitzen beide etwas, das in einer von männlichen Herrschern und militärischer Stärke dominierten Gesellschaft von unschätzbarem Wert sein kann: einen scharfen Verstand, politische Weitsicht und den Mut, sich nicht einfach ihrem vorbestimmten Schicksal zu ergeben.
Gerade diese Darstellung weiblicher Stärke macht „Jaadugar“ so besonders. Statt sich ausschließlich auf die berühmten Feldherren und gewaltigen Schlachten der Geschichte zu konzentrieren, rückt der Manga Frauen in den Mittelpunkt, deren Einfluss oft im Verborgenen wirkt. Er zeigt, dass Macht nicht nur auf dem Schlachtfeld entsteht, sondern ebenso durch Bildung, kluge Entscheidungen, zwischenmenschliche Beziehungen und die Fähigkeit, politische Zusammenhänge zu erkennen.
Dabei ist die Geschichte weit mehr als ein gewöhnliches historisches Abenteuer. Sie erzählt auch von Verlust, Heimatlosigkeit, Identität und der schwierigen Frage, wie ein Mensch mit erlittenem Unrecht umgehen kann. Sitaras Wunsch nach Rache ist verständlich, doch gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Vergeltung tatsächlich Frieden bringen kann oder ob ihr Wissen und ihre besonderen Fähigkeiten sie eines Tages auf einen vollkommen anderen Weg führen werden.
Besonders reizvoll ist außerdem die historische Kulisse. Die persische Gelehrtenwelt, die weiten mongolischen Steppen und die politischen Umbrüche des 13. Jahrhunderts bilden einen außergewöhnlichen Hintergrund für eine Geschichte, die historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen verbindet.
Tomato Soup gelingt es mit der Grundidee dieser Reihe, einen wichtigen Gedanken in den Mittelpunkt zu stellen: Wissen kann eine Form von Macht sein, die weit über Waffen und körperliche Stärke hinausreicht. Gerade für eine junge Frau, die zunächst scheinbar keinerlei Einfluss auf ihr eigenes Leben besitzt, könnte diese Erkenntnis zu ihrer größten Stärke werden.
„Jaadugar – Eine Hexe in der Mongolei 02“ verspricht eine eindrucksvolle Fortsetzung einer außergewöhnlichen historischen Manga-Reihe. Die Verbindung aus bewegender Lebensgeschichte, politischen Machtkämpfen, historischen Ereignissen und starken weiblichen Persönlichkeiten macht diesen Manga besonders interessant.
Wer historische Mangas liebt, sich für fremde Kulturen und vergangene Epochen begeistert und gerne Geschichten über mutige, intelligente Frauen liest, die sich gegen gesellschaftliche Grenzen behaupten, dürfte hier genau richtig sein.
Besonders faszinierend ist die Entwicklung von Sitara, die trotz ihres schweren Schicksals nicht bereit ist, sich aufzugeben. Ihre Geschichte zeigt, dass selbst ein Mensch, dem scheinbar alles genommen wurde, noch immer etwas besitzen kann, das niemand zerstören kann: seinen Verstand, seine Erfahrungen und den Willen, das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Ein bewegender, spannender und historisch faszinierender Manga über ein junges Mädchen, das als Gefangene alles verloren zu haben scheint und vielleicht gerade durch sein Wissen eines Tages die Geschicke eines ganzen Weltreiches beeinflussen wird.
Denn manchmal braucht es keine Krone, keine Armee und kein Schwert, um die Welt zu verändern – manchmal genügen ein kluger Kopf, ein mutiges Herz und der unerschütterliche Wille, niemals aufzugeben.