Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Callisto
5/5
17.08.2012
Hörbuch (CD)
Da seine alkoholabhängige…
Da seine alkoholabhängige Mutter mal wieder in einer Entzugsklinik ist und sein Vater mit seiner hübschen, jungen Assistentin auf Geschäftsreise muss, bleibt der vierzehnjährige Maik in den Sommerferien vierzehn Tage allein zu Hause. Eigentlich hat sich Maik auf 14 Tage Videospiele und Suhlen in Liebeskummer eingestellt, denn als uncooler Spinner ist er natürlich nicht auf die Party seines Schwarms Tatjana eingeladen. Doch dann steht plötzlich Andrej Tschitscharow genannt Tschick, der neue Russe aus der Klasse, das Enfant terrible des Jahrgangs, mit einem kurzgeschlossenen Lada vor der Haustür. Tschick lädt Maik zu einer Spritztour zu seinen Verwandten in die Walachei ein. Ohne Straßenkarten, ohne Kompass, ohne Plan tuckern die beiden Teenager durch das Berliner Hinterland und lernen dabei einige merkwürdige Gestallten kennen. Wolfgang Herrndorf wollte ein Buch schreiben wie jene, die er als Kind gerne las. Er liebte wohl Tom Sawyer und Huckleberry Fin, denn diese Geschichte mutet ein wenig wie eine moderne Variante dieser Geschichte an. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den Banjo Soundtrack von Andreas Bick. Ein modernes Road-Movie mit ein wenig Coming-of-Age und einem recht ausgelutschten Geheimnis, das nicht hätte sein müssen und irgendwie ein arg gewolltes Zugeständnis an den Zeitgeist ist und damit schon wieder fast vorhersehbar. 2011 produzierte der NDR ein zweiteiliges Hörspiel basierend auf diesem Roman. Regie führte Iris Drögekamp. Die Hauptrolle des Maik spricht der 1983 geborene Julian Greis, aber man merkt ihm sein Alter im Hörspiel nicht an. Die Stimme wirkt sehr jung und ich habe mich zunächst gefragt, woher die Produzenten einen so begabten Teenager hatten, der diese Geschichte so wunderbar bissig und lakonisch erzählt. Tschick wird von dem 1986 geborenen Constantin von Jascheroff (deutsche Stimme von Anakin Skywalker) gesprochen, der nicht ganz so jung klingt, aber den russischen Akzent glaubwürdig darstellt. Normalerweise klingt es immer sehr falsch oder gekünstelt, wenn ein deutscher versucht den russischen Akzent nachzumachen, diesmal ist es gelungen. In weiteren Rollen findet man zwar keine großen Namen, aber trotzdem sehr gute Sprecher, die ihre Rolle lebendig und glaubwürdig spielen. Isa: Effi Rabsilber Josef Klingenberg: Stephan Schad Frau Klingenberg: Ulrike Grote Schürmann: Samuel Weiss Wolkow: Michael Prelle Wagenbach: Gerhard Garbers Strahl: Hanns Jörg Krumpholz Kaltwasser: Hannes Hellmann Fricke: Gerd Baltus Richter Burgmüller: Uli Pleßmann Polizist: Heiko Raulin Frau: Caroline Ebner André: Gunnar Frietsch Friedemann: Joshua Sommer Florentine: Selina Schröder Elisabeth: Franziska Rarey Jonas: Bennet Zippel Schüler Klasse 6, 8: Gunnar Frietsch, Giuseppe Restivo, Carlotta Höhne, Ronja Lauther, Selina Schröder, Joshua Sommer Fazit: Es reizt mich jetzt nicht, das Buch zu lesen. Das Hörspiel jedoch macht Spaß. Da dudelt Richard Clayderman aus dem Radio der coolen Jungs, da Stimmt die Atmosphäre, die Klangkulisse und die Sprecher. Wegen der sehr gelungen Umsetzung 5 Sterne, der Geschichte an sich würde ich nur 4 Sterne geben.
Irmina
aus Bayern
5/5
09.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Clean
Wir haben es in der Schule gelesen. Eigentlich sind es immer nur so Bücher die überhaupt nicht spannend sind. Dieses Buch fand ich aber tatsächlich sehr sehr spannend und ich hab es auch freiwillig bis zum Schluss gelesen. Es war spannend hat und hatte aber auch etwas mit Freundschaft zu tun. ich fand es schön. Vor allem gibt’s auch noch einen Film dazu, indem es aber bisschen um was anderes geht
Esther N.
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
27.07.2026
eBook (ePUB)
Ein Jugendroman, der alterslos wirkt
Tschick von Wolfgang Herrndorf, erschienen 2010, ist ein Jugendroman, der weit über seine eigentliche Zielgruppe hinauswirkt. Die Geschichte begleitet die beiden Jugendlichen Maik Klingenberg und Andrej „Tschick“ Tschichatschow auf einer spontanen Reise durch die deutsche Provinz und verbindet Roadmovie-Atmosphäre mit einer berührenden Erzählung über Freundschaft, Identität und das Erwachsenwerden.
Im Mittelpunkt stehen zwei Aussenseiter, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch zueinanderfinden. Was als verrückte Ferienaktion beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer voller Begegnungen, Umwege und unerwarteter Erkenntnisse. Dabei erzählt Herrndorf nicht nur von jugendlicher Freiheit, sondern auch von Einsamkeit, Sehnsucht und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.
Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Sie wirkt authentisch, lebendig und genau auf die Figuren abgestimmt, ohne jemals künstlich oder übertrieben zu erscheinen. Obwohl ich mit 45 Jahren deutlich älter bin als die Protagonisten, konnte ich mich erstaunlich gut in die beiden Jungen hineinversetzen. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit, Humor und leiser Melancholie hat mich sehr berührt. Vielleicht zeigt sich darin eine grosse Stärke des Romans: Er erzählt zwar von Jugendlichen, spricht aber Erfahrungen an, die viele Menschen unabhängig vom Alter nachvollziehen können.
Auch die Verfilmung hat mir gefallen. Zwar entsprachen die Darsteller nicht ganz meinen eigenen Vorstellungen der Figuren, dennoch empfand ich die Umsetzung als erstaunlich nah am Buch und seinem besonderen Ton.
Tschick ist für mich ein zeitloser Roman über Freundschaft, Freiheit und das Gefühl, seinen eigenen Weg zu suchen. Schade, dass Wolfgang Herrndorf so früh verstorben ist – von diesem Autor hätte ich sehr gerne noch weitere Bücher gelesen.
Bewertung
5/5
19.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Atemberaubendes Buch.
Ich fande das Buch wirklich sehr gut. Ich mochte die kurzen Kapitel und vorallem den Schreibstil. Ich habe diesen Schreibstil noch in keinem Buch gesehen und er fasziniert mich. Außerdem ist die Geschichte sehr lesenswert und einfallsreich. Das ist eines der Bücher die man gelesen haben muss.
Stefi
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
11.05.2026
eBook (ePUB)
Leicht zu lesen, schwer zu vergessen
Dieses Buch wurde mir vor Jahren von meiner Mitbewohnerin in Deutschland empfohlen, die meinte, es sei ein wirklich gutes Buch. Dann hatte ich es komplett vergessen, mich neulich wieder daran erinnert und angefangen habe zu lesen.
Ich habe das Buch wirklich sehr genossen. Es ist unglaublich gut geschrieben. Besonders spannend fand ich, dass die Geschichte dass am Ende der Ereignisse beginnt. Dadurch denkt man beim Lesen ständig: „Ohh, jetzt passiert bestimmt das, oder?“, aber noch nicht.
Ich fand es außerdem interessant, die ganz Geschichte durch die Perspektive dieser beiden Jungen zu erleben und ihre Unsicherheiten rund um soziale Zugehörigkeit zu beobachten. (spoiler alert) Beide werden zum Beispiel nicht zu der Party eines Mädchens eigeladen, aber sie gehen dann unterschiedlich damit um: Der eine ist total verletzt davon, während es den anderen kaum zu Interessen scheint.
Es ist eine leichte zu lesende Geschichte, die trotzdem tiefere Themen anspricht und dadurch viel Raum für Austausch und Diskussion bietet. Ich kann gut verstehen, warum mir das Buch damals empfohlen wurde.
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5/5
28.03.2026
eBook (ePUB)
Tschick oder die Kunst das Leben zu nehmen wie es ist
Wolfgang Herrendorf schrieb Tschick im Zusammenhang mit seiner Diagnose eines tödlichen Hirntumors. Dass er sich in diesem Buch existentiell mit dem Leben, dem Älterwerden und dem Thema Abschied beschäftigt liegt auf der Hand. Mit viel Humor wird erzählt, wie der Sohn einer alkoholkranken Mutter und eines Vaters, der aus der Klasse des Bürgertums absteigt, auf den "Asi" Tschick, einen Deutschlandrussen, stösst und so entdeckt wie das Leben auch sein kann. Zwei existentielle Aussenseiter finden sich und machen sich auf den Weg in die Wallachei, oder auch: Auf den Weg ihr bisher fremdbestimmtes Leben selbst in die Hand zu nehmen und so den Übertritt vom Kindes/Jugendlichen- ins Erwachsenenleben zu wagen. Mit viel Humor gibt der Roman auch zu denken. Jede Sekunde des Lesens wert!
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5/5
29.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannung, Spiel und „Tschick“
Der Roman „Tschick“, von Wolfgang Herrndorf ist ein Bestseller Jugendroman in form eines Taschenbuches aus dem Hause Rowohlt Verlag. Erschienen ist er im Jahre 2010 und handelt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem 14-jährigen aus bürgerlichen Verhältnissen und einem eher verwahrlosten, jugendlichen Spätaussiedler aus Russland. Der Roman wurde 2011 mit dem Clemens-Brentano-Preis, sowie dem Hans-Fallada-Preis im Jahre 2012 ausgezeichnet.
Maik Klingenberg ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Seine Familie ist relativ wohlhabend und dass die Mutter öfter auf Entziehungskur ist und der Vater mit seiner Geliebten auf Geschäftsreise fährt, ist praktisch schon Normalität geworden. Tschick dagegen ist ein hochintelligenter, aber asozialer Russlanddeutscher, der in einem Plattenbau lebt. Als Maik nicht zur Party seiner Flamme Tatjana eingeladen wird, brennt er mit Tschick in dessen gestohlenem Lada durch. Das Ziel der beiden ist die Walachei, wo ein Onkel von Tschick lebt. Der Weg durch Deutschland steckt für die beiden voller Abenteuer. Ständig fürchten sie, von der Polizei entdeckt zu werden und bauen auch den einen oder anderen Unfall. Doch so chaotisch diese Reise auch anmutet, sie steckt doch voll berührender Begegnungen. Ob Adel auf dem Radel oder die Bewohner einer Mülldeponie, Tschick und Maik lernen viele außergewöhnliche Menschen kennen. Am Ende kommen die beiden nicht an ihrem Ziel an und Maik landet im Krankenhaus und Tschick im Heim, aber ihr Roadtrip war definitiv nicht umsonst. Tatjana zeigt plötzlich Interesse an den Abenteuern von Maik und die schöne Isa, die er unterwegs kennengelernt hat, will ihn bald besuchen. Maiks Vater verlässt die Familie endgültig, aber mit seiner Mutter versteht er sich besser denn je, obwohl sie die Möbel im Gartenpool versenkt. Und schließlich endet ja auch die Kontaktsperre bald und Maik darf Tschick im Heim besuchen.
Diese Lektüre ist ein ergreifender Roman, der süchtig macht! Im Stil eines Roadmovies und sehr jugendlich geschrieben, bringt es genau die Idee des „einen Sommers“ in der Jugend rüber, an den man sich noch im Alter gerne zurückerinnert. Ein einerseits unglaublich lustiges, rasant geschriebenes Abenteuer mit sehr sympathischen Protagonisten. Andererseits ein feinfühliges Herantasten an die Thematik der Integration unter Jugendlichen, an Ausgrenzung, Toleranz und Freundschaft – vor allem Freundschaft. Ich würde dieses Buch Schülern der 8-9 Klasse vorstellen, die sich im alter 15-18 Jahren befinden, weil es hin und wieder in Hinsicht auf Fäkalsprache doch zur Sache geht!
Meine Meinung zu diesem Buch ist ganz klar, sehr überrascht und positiv. Ich finde das Buch sehr gut gelungen. Der Beginn klingt vielleicht nicht so super spannend, aber man muss sich einfach auf das Buch einlassen. Gut gelungen finde ich die Art wie der Autor versucht das Verhalten auf unsere heutige Jugend wiederzuspiegeln. Auch das Thema Integration wird ganz deutlich hervorgehoben und hat auf mich sehr positiv gewirkt. Man hat sich regelrecht gefreut, dass die beiden sich so gut über die Zeit des Abenteuers verstehen. Teilweise dauert es recht lange bis wieder eine spannende Passage kommt und da birgt sich die Gefahr der lese Langeweile. Langweilig ist dieser Roman aber auf keinen Fall, eher im Gegenteil. Auf mich wirkt er eher sehr erfrischend, witzig und rührend zugleich, wie in die Schulzeit von damals zurückversetzt.
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5/5
23.10.2023
Buch (Taschenbuch)
Lieblingsbuch schlechthin
Ein Buch zum immer-wieder-Lesen: «Tschick» von Wolfgang Herrndorf. Zuletzt von meiner Kollegin empfohlen, dann vermutlich auch Teil meiner Auswahl für eine Podcastfolge zum Thema Roadtrips und somit dringend Zeit, es erneut zu lesen.
Worum geht’s? Einen spontanen Roadtrip mit einem geklauten Lada von Berlin in die Walachei im Juli 2010 – ohne Plan, ohne Führerschein, dafür mit vielen tollen, absurden, lustigen, nervenaufreibenden, herzerwärmenden Begegnungen und einigen Lebensweisheiten.
Was hat mir so gefallen? Wie sich Herrndorf in seinen 14-jährigen Ich-Erzähler hineinversetzt hat und wie ausgewogen das Buch ist zwischen leichten und tiefgehenden Momenten.
Wie liest sich das? Umgangssprachlich, enorm unterhaltsam, abenteuerlich und eben auch tiefsinnig.
Was ist noch besonders? Maiks Beobachtungen zum Leben, zu Freundschaften, zur ersten Liebe und zur Liebe überhaupt und wie sehr das Buch unser Vertrauen in die Menschheit stärkt.
Wer hat Freude dran? Alle von 12-99 Jahren (und darüber hinaus). Wer sich zudem etwas besser an 2010 erinnern kann, geht gleich noch auf Zeitreise. Bitte unbedingt lesen!