Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er - und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
June
5/5
02.07.2020
eBook (ePUB 3)
Lieblingsbuch!
Im Fokus stehen zwei Menschen die sich brauchen & sich gegenseitig für eine Weile aus einer kalten Realität wegholen. Eine Weile, in der die Türen nach draußen geschlossen bleiben - Momente, in denen es nur ihre beiden Stimmen gibt & ihre Seelen pur sind.
Zerstört durch eine Realität, die niemals ganz zu begreifen ist.
Eine Realität, die einen dazu zwingt die Existenz der tiefen Verbindung zu unterdrücken, was aber nie ganz möglich ist.
Bewertung
aus Wien
3/5
08.11.2016
eBook (ePUB 3)
Naja...
Ich bin mir noch nicht ganz sicher was ich von diesem Buch halten soll. Vielleicht kann man darin einen tieferen Sinn sehen, aber ich frage mich ob das nicht ein bisschen zu "hoch" für dieses Werk angesetzt ist...
Bewertung
aus Leipzig
5/5
26.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr schöne Neuauflage
Sehr schöne Neuauflage
Ich denke, die meisten kennen das Buch oder haben den Film schon einmal gesehen.
Doch finde ich, sollten Klassiker (denn es ist mittlerweile 30 Jahre alt) in keinem Schrank fehlen und gerade dieses Buch ist in der heutigen Zeit wieder sehr wichtig.
Und hier hat der Diogenesverlag eine wirklich schön gestaltete Neuauflage des Buches veröffentlicht.
Das Buch erzählt in drei Teilen die Lebensgeschichte von Michael Berg und seine Beziehung zu Hanna Schmitz, vor dem Hintergrund der deutschen NS-Vergangenheit. Es wird aus der Ich-Perspektive von Michael Berg erzählt. Es verbindet eine Liebesgeschichte mit der Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der Schuldfrage.
Es ist sicher keine leichte Kost, aber dennoch wichtig zu lesen und zu verstehen.
Das Buch ist recht neutral und nüchtern geschrieben. Es werden keine direkten Wertungen der Handlungen vorgegeben. Der Leser selbst muss sich hier eindenken und sich seine eigene Meinung bilden. Man muss sich mit einigen, auch schwierigen, Fragen auseinandersetzen und die Geschichte für sich selbst bewerten.
ISBN: 978-3257073690
Autor: Bernhard Schlink
Verlag: Diogenes
ET: 19.11.25
Umfang: 208 Seiten
Manu
Book Circle Community
5/5
31.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Ganz hohes Niveau
Über den Inhalt sei hier nicht zu viel verraten nur soviel: Junge trifft ältere Frau. Und hier beginnt diese imposante Geschichte. Sprachlich fein ausgearbeitet und mit einem unglaublich detaillierten Sinn für das Mensch- und menschlich sein, schafft Bernhard Schlink ein kleines Meisterwerk, das zu recht kurz nach seiner Veröffentlichung bereits als künftiger Klassiker gehandelt wird.
Irgendwie wortgewaltig und doch schlicht, schafft der Autor eine einmalige Stimmung, deren Nuancen sich im Verlauf der Geschichte immer wieder ein wenig wandeln. Auch die Figuren sind raffiniert und dem Protagonist, aus dessen Sicht das Buch spielt, wird eine eindrücklich nachvollziehbare Gedankenwelt auferlegt.
Der Vorleser ist es definitiv wert, gelesen zu werden - unabhängig davon, ob einem das Genre zusagt oder nicht.
Gustav
aus Mannheim
5/5
02.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Außergewöhnlich!
Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, ein tragisches Dilemma und tiefe Gedanken über die conditio humana.
Für jeden, der bereit ist, sich mit unentscheidbaren Fragen über Verantwortung, Schuld, Schicksal und Würde auseinanderzusetzen, ein Muss.
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5/5
01.08.2023
Buch (Taschenbuch)
Zeitloser Klassiker über Schuld, Verantwortung und Vergebung
«Als ich fünfzehn war, hatte ich Gelbsucht.»
So schlicht, so prägnant ist der Einstieg in Bernhard Schlinks «Der Vorleser», bei dem mir erst zu Beginn des zweiten Teils klar wurde, warum er ein moderner Klassiker sein könnte.
Bis dahin schildert der Ich-Erzähler, Michael Berg, rückblickend, wie er, um 1958, mit 15 Jahren ein Verhältnis begann mit der 21 Jahre älteren Hanna Schmitz. Schlink nutzt eine klare Sprache für seine introspektiven Erinnerungen, die dadurch auch für die Leser*innen lebendig werden. Michael erzählt einmal, dass Hanna noch heute in klaren Bildern vor seinem inneren Auge präsent wäre und diese Bilder entstehen ebenso eindrücklich auch bei uns.
Doch das Verhältnis der beiden erschien mir zwar einschneidend für Michaels ganzes Leben, aber literarisch nicht derart aussergewöhnlich. Dann jedoch kamen der zweite und dritte Teil. Die Beziehung von Michael und Hanna ist längst zu Ende, Michael hat das Abitur gemacht und ein Studium der Rechtswissenschaften begonnen. Als Student nimmt er Teil an einem Prozess gegen NS-Kriegsverbrecherinnen. Unter ihnen: Hanna. Nicht nur, dass er nun ihre Beziehung unter einem neuen Licht sieht, darunter vor allem seine Rolle als Vorleser. Nein, er macht sich generell Gedanken über die Themen Recht, Unrecht, Gerechtigkeit und Aufarbeitung. Er beschreibt, mit welchem Eifer er und die anderen Studenten die Prozesse begleitet haben, welche moralische Überlegenheit sie gegenüber der Elterngeneration empfunden haben, wie sich mit zunehmendem Studium der damals verübten Gräuel ein dumpfes Gefühl der Betäubung über jegliche Empfindungen legte, die er selbst erst Jahre später abschütteln konnte. Er ringt zwischen Verständnis für Hannas Handlungen und einer Verurteilung derselben. Doch beides gleichzeitig gelingt ihm nicht.
«Der Vorleser» ist Zeugnis der jüngeren deutschen Geschichte, der Rückblick eines Mannes auf sein Leben, inklusive insbesondere der starken Empfindungen der Jugend, und darüber hinaus ein Plädoyer für Bildung, denn, wie Michael an einer Stelle sagt: «Analphabetismus ist Unmündigkeit.» Ausserdem stellt er uns wichtige Fragen nach Schuld, Verantwortung und Vergebung. Das alles geschrieben in einer präzisen, bildstarken, sich zum Schluss immer mal wieder wiederholenden Sprache. Ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde und das sich prima zum Austausch in einer Lesegruppe eignet.
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5/5
28.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Über Schuldgefühle und ihre Folgen
Bernhard Schlink erzählt eine facettenreiche (Liebes)geschichte über den Jungen Michael und die verschlossene Hanna in den 1950er-Jahren. Nachdem ihre Beziehung ein jähes Ende genommen hat, begegnen die beiden sich erst Jahre später wieder. Doch nach dem Wiedersehen ist nichts mehr wie zuvor und ein ganzer Wirbelsturm an Gefühlen und Fragen bricht in Michael aus. Nach und nach erkennt man die tief verborgene Tragödie, die dem Buch eine unglaubliche Wucht und eine eindrucksvolle Tiefgründigkeit verleiht. Auch den erst verborgenen geschichtlichen Hintergrund hat Schlink raffiniert mit der Gegenwart verbunden.