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3.0/5.0
Bewertung
3/5
24.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Bild von Wahrheit
Bilder über Bilder. Elena Ferrante schafft eine mitreißende Atmosphäre in „My Brilliant Friend“. Zuerst aus der kindlichen Perspektive, die nicht viele Autor*innen wählen, wodurch die Erfahrung für die Leser*innen noch interessanter wird. Ich persönlich konnte eine kleine Zeitreise in meine Kindheit machen, allein durch die Art und Weise, wie die Autorin das Denken und Handeln der beiden Freundinnen beschreibt. Oft denkt man während des Lesens, wie absurd die Entscheidungen der Protagonistin doch sind. Doch nach längerem Überlegen bemerkt man, wie sehr man sich doch mit dem jungen Mädchen identifizieren kann. Man vergisst, wie man sich als Kind verhalten hat und durch diese gelungene Darstellung kann man sich zurückversetzen lassen.
Nicht nur das Kapitel zur Kindheit regt zum Nachdenken an. Alles in allem zeichnet Ferrante ein Bild von Süditalien im 20. Jahrhundert das unter die Haut geht. Einzig die Vielzahl an den vorkommenden Figuren lässt manchmal den Überblick verlieren. Doch so sticht die besondere Beziehung zwischen den beiden Freundinnen noch mehr heraus und wie man zu deren Freundschaft steht bleibt bis zum Ende ein Rätsel. Für mich war der Grad zwischen toxisch und loyal ein schmaler, doch die Gesamtheit der Gechichte kommt der Realität dadurch noch näher.