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Jenny Erpenbeck

1. Kairos

Kairos

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Jenny Erpenbeck

Spieldauer

12 Stunden und 13 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

30.08.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

154

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844543537

Beschreibung

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Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Jenny Erpenbeck

Spieldauer

12 Stunden und 13 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

30.08.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

154

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844543537

Herstelleradresse

Der Hörverlag
Neumarkter Str. 28
81673 München
Deutschland
Email: info@service.penguinrandomhouse.de
Url: www.penguinrandomhouse.de
Telephone: +49 800 5003322
Fax: +49 89 41363333

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  • Klaus Effing

    aus Köln

    5/5

    28.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    So wenig glückliche Augenblicke

    Jenny Erpenbeck hat mit ihrem Roman „Kairos“ ein Meisterwerk geschaffen! Kairos, der Gott des glücklichen Augenblicks, ist zwar Titelgeber, aber glückliche Augenblicke gibt es auf den rd. 380 Seiten zunehmend weniger. Erpenbeck, die im Ausland bekannteste und hoch ausgezeichnete deutsche Autorin, führt uns an eine toxische Liebe zweier Menschen, die gleichzeitig mit der zu Ende gehenden DDR einhergeht. Beides, die Liebe und der marode Staat, sind dem Untergang geweiht; beide ahnen es, können aber nicht angemessen darauf reagieren. Katharina, 19, Auszubildende und Hans, Mitte fünfzig, Autor, lernen sich kennen. Sie trennen gut 35 Jahre, trotzdem entsteht eine Liebe, bei der man als Leser - bei aller Offenheit - doch kein gutes Gefühl entwickeln kann. Die beiden leben ihre Liebe heimlich, dann zunehmend offen. Hans führt sie in durchaus gewaltsame Sexpraktiken ein. Nach und nach schleichen sich Disharmonien ein. Zum Bruch kommt es, als Katharina die Nacht mit einem jungen Mann verbringt (Hans lebt allerdings mit seiner Frau zusammen und hat offenbar immer Geliebte). Hans erfährt durch einen Zufall davon und es kommt zum Kippen der Situation. Die kommenden Jahre wird die leichte Liebe zunehmend quälend, Erpenbeck gelingt es, ein dauerndes Unbehagen auszulösen. Man wünscht sich, Katharina könne sich aus dieser toxischen, körperlich und psychisch brutalen Beziehung lösen. Aber es dauert und dauert. So wie das Ende der DDR , in der die beiden leben, auch nach und nach zerbröselt und dann mit einem Fanal endet. Diese Liebes- und Gesellschaftsgeschichte ist ein Meisterwerk, kein leichtes, eines, auf das man sich einlassen muss. Ein wichtiges und zu Recht mit dem International Booker Prize 2024 ausgezeichnetes Buch! Große Schreibkunst!

  • MarieOn

    5/5

    28.06.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Sensationelles Zeitzeugnis

    Zwei Kartons hat sie, mit Aufzeichnungen, Rechnungen, Postkarten, Briefen, Fotos und Einkaufszetteln. Erinnerungen an ihn, den Hans. 1986 sind sie sich begegnet, zufällig. Da war Katharina neunzehn und Hans älter als ihr Vater. Er stieg hinter ihr aus der Bahn und sie blieb mit ihrem Pfennigabsatz in einem Gully stecken. Er lud sie auf einen Kaffee ein. Danach konnten sie sich nicht mehr voneinander lösen. Ob sie einen Vater sucht, hat Hans gefragt. So ein Quatsch. Als seine Frau mit seinem Sohn weggefahren war, ludt er sie in seine Wohnung ein, spielte ihr Mozart und Brahms vor, las Gedichte und erinnerte sie an ein niedliches Eichhörnchen. Dann durfte sie ausreisen aus dem Osten Berlins, zu ihrer Großmutter nach Köln, weil die Geburtstag hatte. Die Omi hatte sich für Katharina Einhundertfünfundzwanzig Mark vom Mund abgespart, damit die sich was kaufen konnte. Und das machte Katharina, lief von morgens bis zum Nachmittag die Friedrichstraße hoch und runter und schaute dabei zu, wie die Preise purzelten. Die Bluse, die am Morgen noch 45 Mark kostete, gab es später für 2,50. Einen Salat Nicoise hat sie auch gegessen, weil der Hans ihr den empfohlen hat. Während Katharina in Köln die Friedrichstraße erkundete, hoch und runter, hoch und runter, rief Hans sie nicht an. Omis Telefon schwieg still, ob er sie schon vergessen hatte? Fazit: Eine Ausnahmegeschichte, die Jenny Erpenbeck hier geschaffen hat. Einerseits werde ich Zeugin einer Ära Honecker, die zu Ende geht und ein Land zerreißt. Jede Sicherheit und Verlässlichkeit, all das Bekannte bricht haltlos in sich zusammen und löst Existenzen auf. Plötzlich soll man sich zufrieden zeigen mit einer Entwicklung, die so nicht vorstellbar war. Andererseits lässt mich die Autorin dabei zusehen, wie eine sehr ungleiche Beziehung sich in eine intensive Obsession verwandelt. Sie sehnt sich danach gesehen und geliebt zu werden, danach, mit dem anderen zu verschmelzen. Er sonnt sich in ihrer Unerfahrenheit, ihrer aufrichtigen Bewunderung. Sie geraten in gegenseitige Abhängigkeit, schaffen es nicht mehr sich gut zu tun und können sich doch nicht voneinander lösen. Vor dem Hintergrund einer Epoche musste ich hilflos dabei zusehen, wie zwei Menschen sich in einer toxischen Beziehung verstricken, geriet mitten hinein, entwickelte eine tiefe Wut auf Hans, der es besser hätte wissen müssen. Was für ein Konflikt. Und die Schreibweise ist völlig unaufgeregt. Jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle, keines würde ich streichen wollen. Die Gebräuche dieser Zeit, die Sprache ist so gut wiedergegeben. Das hat mir sensationell gut gefallen.

  • Lester Barnes

    aus Berlin

    5/5

    13.06.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schon lange habe ich nicht…

    Schon lange habe ich nicht mehr ein solches Buch gelesen. Selbst nur etwas jünger konnte ich in diesem Buch genau das Lebensgefühl der 80iger Jahre noch einmal genießen. Als junger Mensch ist man ja nicht immer so verbissen. Vor allem die Zeit heilt manche Wunden... Auch im Osten hat man genossen, war man rebellisch, hat gefeiert, getrunken, getanzt und ...war verliebt. Zeiten der Veränderung, der internationalen Umbrüche, der Macht des Regimes, der Zensur in Kultur und Medien, des Mangels, der Angst, der Verzweifelung, der Hoffnungslosigkeit bilden den Rahmen für diese aufregende Liebesgeschichte. Sicher, ein beachtlicher Altersunterschied, aber Liebe kennt ja bekanntlich keine Grenzen, wenn da nicht die Grenzen im Kopf wären. Intellektualität, Prosa, Wissen, Musikalität, Geschmack, Wortwitz sind anziehende Eigenschaften, oder etwa nicht? Bin ich vielleicht ein Ostalgiker. Ganz und gar nicht. Aber ist es nicht unser Leben und unsere Erinnerungen, die uns ausmachen? Und die haben alle, und nicht nur Ossis, reichlich. So wie den ausgewachsenen Minderwertigkeitskomplex, aber den findet man auch bei Österreichern... Es sind es diese längst in Vergessenheit geratenen Kleinigkeiten, die mein Herz hüpfen ließen. 57er Bus, die kleinen Papiertüten "Gut gekauft - gern gekauft", Club, Duett, Pergamonaltar, Café Arkade, Berliner Ensemble, Mitte, Alex, Dimitroffstraße, Westverwandschaft, Ganymed, Wachtelei, Würzfleisch, Sekt, Korn sind zwar winzig anmutende Details, versetzen einen aber in die Lage, Status und Lebensvorgänge einzuordnen. Sie fügen sich natürlich in den Erzählstrang, ohne aufgesetzt zu wirken. Man merkt, dass alles gut recherchiert... oder eben gelebt ist. Ist das Buch nur für Ossis verständlich? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Denn verliebt war jeder schon mal. Verliebtheit, Schmerz, Hass, Verlust, Betrug, Ignoranz, Orientierungslosigkeit, Verletzbarkeit findet man überall. In erster Linie ist es eine Liebesgeschichte, deren Auf und Ab einen herrlich mitfühlen lassen. Teilweise hat es geschmerzt, tief bewegt, verstimmt und nachdenklich gemacht. Ja... es war auch streckenweise unerträglich, aber auf bereichernde Art. Intensiv wäre vielleicht die passende Bezeichnung dafür... Ein wichtiges Buch, denn die Suche nach einer eigenen Identität ist wichtig, so wie das Recht auf Erinnerungen, die oftmals falsch interpretiert werden... Großes Kompliment an die Autorin. Ich zumindest bin erfreut über diese meine persönliche Neuentdeckung und werde Frau Erpenbeck wohl für immer auf dem Schirm haben...

  • Bewertung

    5/5

    04.01.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ... einfach "nur" Liebe

    Für ihn (Mitte 50, verheiratet, einen Sohn) ist es nicht der erste Seitensprung. Sie, gerade mal 19, erlebt mit ihm die große Liebe ihres Lebens. Im Ost-Berlin der 1986er Jahre erleben jedoch beide bisher nie gekanntes. Bis sie für ein Praktikum nach Frankfurt/Oder geht. Bis sie aus Versehen einen Zettel liegen lässt ... Jenny Erpenbeck erzäht hier in wunderbarer Sprache eine Liebesgeschichte, die bewegt, irritiert und nicht loslässt. Nebenher lässt sie deutsch-deutsche Geschichte aufleben - von den letzten Jahren der DDR über den Mauerfall bis in die 1990er. Was für ein Buch!

  • Bewertung

    aus Zwickau

    5/5

    15.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Liebesgeschichte in der DDR

    Nur zwei Kisten sind es, die Katharina von ihrer Zeit mit Hans geblieben sind. Sie hat ihn als Neunzehnjährige zufällig an einem regnerischen Nachmittag im Bus getroffen. Er war 34 Jahre älter, und ist jetzt tot. Die Kisten erinnern sie an ihn. Sie vertraut ihm blind, und benutzt sie. Die Beziehung wird zunehmend destruktiv. Für Hans scheint es kein Problem zu sein, dass er noch eine Ehefrau hat und mit dieser ganz selbstverständlich zusammenlebt und auch Zeit verbringt. Katharina hingegen will er exklusiv für sich. Unsterblich verliebt nimmt sie dieses Arrangement hin. Hans versucht die Oberhand zu behalten, straft wenn ihr Verhalten nicht seinen Erwartungen entspricht. Er verfolgt und bespitzelt sie. Ein toller Roman der die Beziehung der Beiden perfekt in Szene setzt und alles fügt sich in das Bild der DDR.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (40)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Maik Eckenstein-Nassian

    Maik Eckenstein-Nassian

    Orell Füssli Basel

    Buchhändler*in

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    3/5

    14.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch zwischen „lesenswert“ und „grenzwertig“

    Wie bewerte ich ein Buch, dass ich zwischen genial (Sprache) und langweilig (Story) und sogar irritierend (die Beziehung der beiden Hauptpersonen) einordnen würde? In jedem Fall weit weg von einer moralisierenden Sichtweise auf H. und K. Diese Beziehung ist eher eine untypische und irritierende Spielform (natürlich bewusst so angelegt), obgleich eine fatale und wohl weitgehend entfernte von der Realität im zeitgeschichtlichen Kontext des Romans, der Handlungen. Warum lese ich weiter und weiter und letztlich bis zum Schluss, obwohl mir spätestens nach dem erste Viertel die Lust am Lesen nahezu vergangen war? Vielleicht sind es drei Gründe, sehr individuelle? 1. Ich möchte gern hinter das “Geheimnis” kommen, warum die Buch einen Preis in England erhalten hat. 2. Leider habe ich derzeit im Urlaub keine wirklich bessere Lektüre mit, es sei denn, ich wende mich aktueller “politischer Literatur” zu (im Urlaub eher nicht so prickelnd). 3. Zeitachsen, Sichtweisen (politische und zeithistorisch kontextualisierte) sowie Orte (alle !!), die im Roman - oft im Detail - beschrieben werden, kenne ich aus dem eigenen Erleben. Vielleicht setzte das einen Reiz zum Weiterlesen? Die “Story” - also die Konkretheit und Dynamik der Beziehung zwischen H. und K. oder K. und H. - ist romantypisch eher konstruiert als es zu den nachvollziehbaren bzw. dargelegten Sozialisationen beider passt. Der eingangs gesetzte Spannungsbogen versandet bereits nach dem ersten Viertel der Seiten. Das zweite Viertel verflacht zunehmend und bremste die Leselust nahezu auf Null (langatmig). Erst nach der Hälfte setzt offensichtlich und nahezu mit Brachialgewalt ein zweiter Spanungsbogen neue Leselust und Energie frei. Zwar kann ich am Ende immer noch nicht das Geheimnis der Gründe für den Preis erkennen, aber es verfestigt sich der eigene Zwiespalt zwischen “lesenswert” (für Mutige und Literaturexperten) oder grenzwertig (für Neugierige auf den Schluss). Eine Frage bleibt: Hätte das Buch ebenfalls einen Preis bekommen (oder bekommen müssen / sollen), wenn die Handlung zwar zur gleichen Zeit spielen würde, auch die Beziehung der beiden Hauptpersonen die gleiche Dynamik gehabt hätte, jedoch vielleicht im damaligen “West-Berlin” oder in Köln, Hamburg, München….Hannover, Bielefeld usw. verortet gewesen wäre?

Unsere Meinungen

Bewertungen (1)

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