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Ein simpler Eingriff Roman

29

Fr. 33.90

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.02.2022

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20.8/13.1/2.5 cm

Gewicht

302 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27231-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.02.2022

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20.8/13.1/2.5 cm

Gewicht

302 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27231-6

Herstelleradresse

Hanser Berlin
Lehrter Straße 57 Haus 4
10557 Berlin
DE

Email: info@hanser.de

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  • Bewertung

    5/5

    22.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leise, aber wichtig

    Ein sehr ruhige und kurze Geschichte, die ganz grosse Themen anspricht. Vieles bleibt unausgesprochen, ist aber doch unmissverständlich. Einfühlsam, stark, mutig. Ein Buch über Frauen und wie sie zurechtkommen. Ein beeindruckendes Buch, das genau weiss, was wann und wie viel gesagt werden muss. Nachvollziehbare, vielschichtige Figuren, die man gerne begleitet und in die man sich gut einfühlen kann. Eine interessante Handlung, die ganz natürlich und wie nebenbei noch viele weitere Themen anspricht und einen zum Nachdenken bringt. Was laut und wütend herausgeschrien werden könnte, wird bewusst und unaufgeregt durch die Seiten gereicht, sodass aus schwer Verdaulichem gut portionierte Wichtigkeit wird. Kann ich empfehlen.

  • Bewertung

    5/5

    08.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Defekt oder Identität?

    „Es war ein simpler Eingriff. Die Nachwirkungen konnten schmerzhaft sein, aber das ging vorüber. Dann fing etwas neues an. So wurde es mir beigebracht. Daran hielt ich fest.“ Die Ich-Erzählerin Meret ist eine junge, pflichtbewusste Krankenschwester, die ihr Arbeit auf der psychiatrischen Station des Krankenhauses liebt und voller Mitgefühl für ihre Patient:innen ist. Ein Arzt erkennt ihre Fähigkeiten und sie darf die Patienten betreuen, während er einen simplen Eingriff vornimmt. Starr glaubt sie an die Regeln und Vorschriften des Krankenhauses, daran kann sie sich festhalten, muss nichts hinterfragen. Niemals würde sie einem Arzt widersprechen. Sie fügt sich in ihre Rolle als Krankenschwester, Tochter und Schwester. Doch dann verliebt sie sich in ihre Mitbewohnerin Sarah, die ihr unbequeme Fragen stellt. Parallel erfahren wir von Merets Schwester, die sich gegen die Regeln in der Familie sträubt, die aufsässig ist und dafür mit Schlägen bestraft wird. Ist nicht auch sie eine Kandidatin für so einen simplen Eingriff? Und dann ist da Marianne, der ein solcher Eingriff bevorsteht, weil sie ihre Wut nicht länger ertragen kann. »Diese Erkrankungen (Tumor) ließen sich lokalisieren. Warum sollte es mit psychischen Störungen anders sein. Warum sollte man nicht auch sie beseitigen und die Menschen in ein Leben entlassen können, das diese Bezeichnung verdient?« S. 28 Es geht darum die Stelle zu lokalisieren und sie »einzuschläfern wie ein Tier«. Vornehmlich werden Frauen behandelt, die wütend sind, straffällig wurden und in der Gesellschaft anecken. Doch nicht jede Operation geht gut. Aber für den Fortschritt muss man Opfer bringen. Zeitlich lässt sich das Buch nicht einordnen, lediglich Telefone, Autos und Radios geben dezent Hinweise. Die Andeutung eines »Damals« ließ mich aber an das Dritte Reich denken. Es ist in drei Abschnitte gegliedert, benannt nach den Protagonistinnen – Marianne, Sarah, Meret. Die Sprache ist klar und unaufdringlich. Die Geschichte spannend und berührend bis zur letzten Seite. Ein großartiges Buch über weibliche Selbstbestimmung, patriarchale Strukturen, Machtgefälle und gesellschaftliche Erwartungen. Über das Ende der Geschichte kann man geteilter Meinung sein. Ich sehe es als Metapher für den Aufbruch in eine bessere Zeit. Das Buch hinterlässt viele Fragen. Es hat mich nachdenklich aber auch wütend gemacht. Zum Glück gibt es aber auch Therapieansätze, die Wut als Mechanismus erklären, die einen lehren, diese zu erkennen und dadurch entgegensteuern zu können, ohne seine eigene Identität in Frage zu stellen. Ein düsteres Buch, das aber auch von Empathie und er der Kraft der Liebe erzählt. Meines Erachtens war es zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert.

  • Bewertung

    5/5

    20.11.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beeindruckend, gesellschaftskritisch, feministisch!

    Meret ist Krankenschwester in einer Zeit, in der die weibliche Wut, Hysterie und jedes „nicht gesellschaftstaugliche“ Gefühl um jeden Preis abgeschafft werden sollen. Und dank eines „simplen Eingriffs“ können diese schnell beseitigt werden. Doch es stellt sich heraus, dass viel mehr an dieser vermeintlich einfachen Operation hängt…

  • Aischa

    aus Kissing

    5/5

    31.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Frauen müssen funktionieren

    In ihrem dritten Roman erzählt die Schweizerin Yael Inokai die Geschichte Merets, einer jungen, extrem pflichtbewussten Krankenschwester, die in einer psychiatrischen Klinik arbeitet. Meret assistiert bei Hirnoperationen an psychisch auffälligen Patientinnen, die anschließend wieder "funktionieren", niemandem mehr zur Last fallen sollen. Auffällig ist, dass Männer durchaus psychisch fernab der Norm agieren können, ohne Gefahr zu laufen, dieser klinischen Behandlung unterzogen zu werden oder auch nur gesellschaftliche Sanktionen befürchten zu müssen: Merets Vater prügelt Frau und Kinder aus nichtigstem Anlass; Konsequenzen hat es für ihn keine. Zudem bleiben nahezu alle Figuren im klassisch-veralteten Rollenbild verhaftet. Das Pflegepersonal ist weiblich, der Doktor ein Mann. ​Doch dieser Roman ist mehr als Gesellschaftskritik, er erzählt auch eine überraschende und leidenschaftliche Liebesgeschichte. Und dabei bleibt Inokai zeitlich gesehen erstaunlich vage. Mal meinte ich, von den Anfängen der Hirnchirurgie zu lesen, um kurz darauf in die Gegenwart katapultiert zu werden, dann wieder tauchte ich in eine Dystopie ein. Eine sehr bewegende Geschichte von großer Kraft und Dichte, unbedingt zu empfehlen!

  • Aischa

    5/5

    31.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    In ihrem dritten Roman…

    In ihrem dritten Roman erzählt die Schweizerin Yael Inokai die Geschichte Merets, einer jungen, extrem pflichtbewussten Krankenschwester, die in einer psychiatrischen Klinik arbeitet. Meret assistiert bei Hirnoperationen an psychisch auffälligen Patientinnen, die anschließend wieder "funktionieren", niemandem mehr zur Last fallen sollen. Auffällig ist, dass Männer durchaus psychisch fernab der Norm agieren können, ohne Gefahr zu laufen, dieser klinischen Behandlung unterzogen zu werden oder auch nur gesellschaftliche Sanktionen befürchten zu müssen: Merets Vater prügelt Frau und Kinder aus nichtigstem Anlass; Konsequenzen hat es für ihn keine. Zudem bleiben nahezu alle Figuren im klassisch-veralteten Rollenbild verhaftet. Das Pflegepersonal ist weiblich, der Doktor ein Mann. ​Doch dieser Roman ist mehr als Gesellschaftskritik, er erzählt auch eine überraschende und leidenschaftliche Liebesgeschichte. Und dabei bleibt Inokai zeitlich gesehen erstaunlich vage. Mal meinte ich, von den Anfängen der Hirnchirurgie zu lesen, um kurz darauf in die Gegenwart katapultiert zu werden, dann wieder tauchte ich in eine Dystopie ein. Eine sehr bewegende Geschichte von großer Kraft und Dichte, unbedingt zu empfehlen!

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Petra Graber

    Petra Graber

    Orell Füssli Wirz Aarau

    Buchhändler*in

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    5/5

    25.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    kurz und heftig

    Meret ist Krankenschwester und dies mit Stolz und voller Überzeugung. Ihre Tage sind strukturiert und voller Arbeit. Bis sie im Schwesternhaus eine neue Zimmernachbarin erhält, und im Krankenhaus ein neuer Eingriff eingeführt wird, der vor allem psychisch instabile Frauen von ihrem Leiden befreien soll. Und bald wird Merets Weltansicht auf den Kopf gestellt. Mir hat Yael Inokais zweites Buch "Mahlstrom" unglaublich gut gefallen, und so war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Die Autorin schreibt mit einer ruhigen, unaufdringlichen Sprache. Was dem Buch eine interessante Note verleiht, ist der Fakt, dass niemals über den Ort oder die Zeit der Geschichte geschrieben wird. Das Setting erinnert zwar eher an ein Krankenhaus aus der Vergangenheit, aber genauso gut könnte es in einer nicht allzu fernen Zukunft stattfinden. Meret macht als Charakter eine unglaubliche Reise durch. Sie ist in der Lage ihre ganze Welt zu hinterfragen und danach mutig nach vorne zu blicken. Dies wird sehr nachvollziehbar beschrieben und ich konnte gut mit Meret mitfühlen, mit ihren Ängsten und Träumen. "Ein simpler Eingriff" ist ein eher kurzes Buch, mit einem grossen Knall als Finale. Ich habe es sehr gerne gelesen und kann es als einfache Lektüre für Zwischendurch sehr empfehlen.
  • Zum Bewerterprofil von Linn Lieske

    Linn Lieske

    Orell Füssli Bahnhof Zürich Stadelhofen

    Buchhändler*in

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    4/5

    20.07.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine simple Liebe mit gewaltigen Auswirkungen

    Der Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Man begleitet eine Krankenschwester in ihrem stets gleich verlaufendem Alltag. Sie steht auf, zieht sich an, frühstückt und geht schliesslich in einer Klinik, in der unter anderem für jene Zeit als sehr fortschrittlich angesehene chirurgische Eingriffe am menschlichen Gehirn durchgeführt werden, ihrer Arbeit nach. Sie kennt und akzeptiert ihren Platz unter den älteren Schwestern und dem Arzt, welcher die Eingriffe durchführt. Diese sollen insbesondere Frauen von "kranken" Verhaltensweisen wie beispielsweise heftigen Wutanfällen befreien und ihnen so ein neues besseres Leben ermöglichen. Dann jedoch ändert eine Begegnung alles. Das Buch erzählt auf feine Art und Weise, wie im Innern der Protagonistin Zweifel an ihrer Arbeit und ihren Überzeugungen aufkommen. Er schildert, was mit einem Menschen passiert, wenn man sich plötzlich auf der sogenannten "falschen Seite" wiederfindet. Es werden grosse sehr philosophische Fragen angesprochen, die auch in unserer heutigen Zeit nichts an Aktualität eingebüsst haben. Allerdings ist es der Autorin trotzdem gelungen, die Liebesgeschichte, welche den Kern jeglicher Wandlung in der Geschichte darstellt, nicht hinter diesen gewaltigen Themen verschwinden zu lassen.

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