23 Uhr 12 - Menschen in einer Nacht
Ein Roman in zwölf Geschichten | 'Durchgeknallt und wild, wie eine Drehbuchvorlage für den nächsten Film von Quentin Tarantino.' Christine Westermann, WDR
Eine Sommernacht an einer Autobahn-Raststätte in den Ardennen. Im hellen Neonlicht werden ein Dutzend Personen um 23:12 Uhr Zeuge, wie eine alte Frau über die Leitplanke der Fahrbahn klettert. Die Kassiererin der Tankstelle; Chelly, die Pole-Dance-Lehrerin; Alika, das philippinische Kindermädchen; Victoire, 25-jähriges Topmodel; Loic, Autoschlosser und Pick-up-Artist; Joseph, Handelsvertreter für Milben ...: Jeder von ihnen ist ein outsider und hat einen an der Klatsche. Ein einzigartiges Panoptikum menschlicher Absonderlichkeiten in Dieudonnés unvergleichlichem Sound: Knallhart, drastisch, wild, tabulos, surreal, rabenschwarz und voll überbordender Fantasie.
Kundinnen und Kunden meinen
3.5/5.0
claudi-1963
aus Schwaben
4/5
31.07.2022
eBook (ePUB 3)
Eine Sommernacht und Raststätte in den Ardennen
"Schattenspiel der Nacht. Aus den Tiefen der Seele drängt Wahrheit ans Licht." (Helga Schäferling)
Eine Raststätte in den Ardennen um 23 Uhr 12, zwölf Menschen und ein Pferd sind genau zu dieser Zeit an diesem Ort. Sie erleben alle zusammen, wie eine alte Frau über die Leitplanke auf die Fahrbahn klettert. Chelly die Pole-Dance Lehrerin, die Kassierer Juliette und Sébastien, Victoire die junge Frau mit der Glatze, auf der Bank sitzt Alika das Hausmädchen aus den Philippinen, Joseph ein Vertreter für Milben und viele weitere. Jeder von ihnen ist ein Original, ein Außenseiter oder ein ganz eigenwilliger Mensch, die hier in den einzelnen Geschichten von der Autorin widergespiegelt werden. Besonders ist noch die Geschichte über das Pferd Red Apple. ---
Meine Meinung:
Bei Adeline Dieudonné neustem Buch lernen wir in 12 Geschichten sehr besondere Menschen und ein Tier kennen. In einer von ihnen kommt sogar eine Person vor, die eine Abneigung gegen Delfine hat, weshalb wiederum das Cover mit dem Delfin gut passt. Allesamt sind es sehr eigenwillige, krasse Menschen und die Geschichten dazu werden oft drastisch, wild, ohne tabu, brutal und schonungslos geschildert. Mitunter sind sie vielleicht etwas übertrieben, jedoch einige auch sehr realistisch dargestellt. Wie ich sie schon in ihrem Debüt kennenlernen durfte, nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund. Sie zeigt gerade die Menschheit und ihre Abgründe ganz unverblümt. Dies mag sicher nicht jedem Leser gefallen, besonders weil sie in der Kürze oft recht viele Inputs liefert und man mitunter überfordert ist. Allerdings zeigt es gerade hier, was für unterschiedliche Charaktere, Wesenszüge, Eigenheiten, diese Menschen an sich haben. Die zudem alle an demselben Platz zusammenkommen können, ohne voneinander je etwas zu erfahren. So kann es mitunter sogar passieren, dass ein Toter im Kofferraum am Rastplatz steht, von dem niemand etwas ahnt außer der Täter. Sicher mag ihre harte Sprache nicht jedermanns Sache sein, doch gerade dies gefiel mir hier besonders gut. Den unsere Welt ist heutzutage aggressiv, brutal und gleichgültig genug, also weshalb sollte sie ausgerechnet in ihrem Buch diese positiver darstellen? Allerdings muss ich sagen, hat mir persönlich die Geschichte über das Pferd Red Apple am besten gefallen. Ich habe selten erlebt, das Geräte oder Tiere ihre ganz eigene Geschichte erzählen dürfen, so was erlebt man fast nur bei Adeline Dieudonné. Ich habe mich nur gefragt, was wohl mit dem Mädchen Avril passiert ist, da man Genaueres leider nicht erfährt, sondern nur vermuten kann. Natürlich muss man sich am Ende fragen, warum hat sie ausgerechnet nur solche extremen Charaktere ausgesucht? Vielleicht weil genau diese Personen in den letzten Jahren drastisch angestiegen sind. Außer den ganz drastischen Personen habe ich doch vieles wieder erkannt, was immer mal wieder in den Nachrichten auftaucht. Vielleicht ist dieses Buch eine Art Spiegel für uns, um zu hinterfragen, wie wir auf andere wirken? Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sterne.
yellowdog
4/5
22.05.2022
eBook (ePUB 3)
Die fabelhafte Welt der Adeline
Adeline Dieudonnés neuer Roman 23 Uhr 12 ist wie ihre bisherigen ein ungewöhnliches Buch.
Wie der Untertitel“ Menschen in einer Nacht – Ein Roman in 12 Geschichten“ schon andeutet, geht es um Einzelschicksale verschiedener Menschen, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben, außer, dass sie an einem bestimmten Moment am gleichen Ort sind. Ausgangs-und Schlußpunkt ist eine Autobahnraststätte.
In 12 Episoden erzählt die Autorin von ihren Figuren, die nicht selten durch ihre Obsessionen getrieben sind. In manchen der Geschichten gibt es Ausbrüche von Gewalt und fast immer gibt es Momente, die von Einsamkeit geprägt sind.
Adeline Dieudonnés setzt außerdem ihren skurrilen Humor ein, um den Schmerz ihrer Figuren befreiende Schockmomente entgegenzusetzen.
easymarkt3
3/5
04.06.2022
eBook (ePUB 3)
12 teils makabre, sexuell geschwängerte Geschichten von absonderlichen Menschen
Der Schreibstil und die Wortwahl sind radikal, tabulos und fantasievoll, gewöhnungsbedürftig.
Als Roman, als eine geschriebene Einheit, kommen diese 12 Kapitel nicht rüber, trotzdem mit seinem teils absurden Inhalt interessant zu lesen.
Havers
5/5
29.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
„23 Uhr 12. Eine Autobahntanks…
„23 Uhr 12. Eine Autobahntankstelle in einer Sommernacht. Wenn man das Pferd mitrechnet, die Leiche aber nicht, sind zu diesem Zeitpunkt dreizehn Personen vor Ort (…)Wenn man die Leichen noch immer ausnimmt, das Pferd aber mitzählt, sind zu genau diesem Zeitpunkt nur noch zehn Personen vor Ort. Es ist 23 Uhr 14 (…) Hier ist man nur auf der Durchreise.“ So Anfang und Ende in Adeline Dieudonnés neuem Roman in zwölf Geschichten „23 Uhr 12“, in dem wir in einer kurzen Momentaufnahme das Leben von Menschen streifen, die sich in der Nacht auf einem Rastplatz in den Ardennen begegnen. Die Szenerie wirkt wie aus der Zeit gefallen. Schatten, die das Neonlicht wirft, der Geruch nach Benzin und Auspuffgasen, die Geräusche der vorbeifahrenden Autos, alles bloß Kulisse für die kurze Unterbrechung, den Stopp in einer Welt zwischen Vorher und Nachher, in der jede/r seine eigene Geschichte im Gepäck hat. Zwei Minuten, die zur Ewigkeit werden. Wie bereits in „Das wirkliche Leben“ brilliert Dieudonné einmal mehr mit ihrer Kompromisslosigkeit. Mit harter, direkter Sprache und einem gnadenlos entlarvenden Blick, mit groben Strichen beschreibt sie die Personen und deren Beziehungen, Eigenheiten, Obsessionen, Triebe und Ängste und schaut in die Abgründe der menschlichen Seele. Das wirkt stellenweise skurril und absurd, wirkt aber auch schockierend und verstörend. Dennoch gelingt es ihr trotz der Kürze tief in die einzelnen Schicksale einzutauchen und kompromisslos die Einsamkeit der Menschen und die kaum auszuhaltende Leere in deren Leben aufzuzeigen. Ein kleiner großer Roman, trostlos, aber auch melancholisch, bei dem ich während des Lesens ständig „Nighthawks“, das bekannteste Gemälde Edward Hoppers, vor Augen hatte. Lesen!
Bewertung
5/5
12.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
12 absurde Menschen in einer Sommernacht...
12 absurde Menschen in einer Sommernacht in der Raststätte auf der Autobahn.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen...aber das hier ist ganz schön harter Tobak. Und trotzdem ist es sowas von fesselnd, spannend und emotional.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
30.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
12 tolle Geschichten ergeben einen Roman
Es ist ein ungewöhnlicher Roman, der verschiedene Menschen und ihre Erlebnisse während einer einzigen Nacht beschreibt.
Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Figuren und ihre Geschichten. Man bekommt einen Einblick in verschiedene Leben und erfährt, welche Gedanken, Sorgen und Probleme die Menschen beschäftigen. Dadurch wirkt das Buch abwechslungsreich und regt zum Nachdenken an.
Die Idee, verschiedene Menschen in derselben Nacht miteinander zu verbinden, fand ich spannend. Allerdings konnte mich die Handlung nicht immer fesseln. An manchen Stellen war die Geschichte für mich etwas langsam und einige Ereignisse wirkten schwer nachvollziehbar. Dadurch fiel es mir manchmal schwer, den Überblick zu behalten.
Die Sprache von Adeline Dieudonné ist besonders und teilweise sehr bildhaft. Einige Beschreibungen haben mir gut gefallen, andere fand ich etwas kompliziert. Trotzdem konnte man die Gefühle und Gedanken der Figuren meistens gut verstehen.