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Produktbild: Die leeren Schränke

Die leeren Schränke Das Debüt der Nobelpreisträgerin

2

Fr. 16.00

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

26.09.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

180 (Printausgabe)

Dateigröße

1658 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Les armoires vides

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

9783518776957

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • alle Texte können angepasst werden

Erscheinungsdatum

26.09.2023

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

180 (Printausgabe)

Dateigröße

1658 KB

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Les armoires vides

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

9783518776957

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  • hallobuch, Silke Schröder

    aus Hannover

    5/5

    08.11.2023

    Hörbuch (CD)

    Eine intelligent und wortgewaltig erzählte Milieustudie

    “Die leeren Schränke” ist der Debütroman von Annie Ernaux. der jetzt erstmals auf Deutsch erschienen ist. In einem inneren Monolog berichtet darin die junge Denise Lesur, die einige autobiografische Züge Ernauxs aufweist, von ihrer Kindheit und Jugend in einem kleinen nordfranzösischen Örtchen am Ende der 1950er Jahre. Sie setzt sich mit den verschiedenen Milieus ihrer Heimatstadt auseinander und stellt immer wieder fest, dass Herkunft und Bildung einen Menschen auch jenseits der Schullaufbahn gravierend beeinflussen. Sie spricht von der geistigen Freiheit und Selbstsicherheit des Bildungsbürgertums und vergleicht dies mit dem fragilen Selbstbild ihrer bildungsfernen Eltern. Und sucht dabei selbst einen gesellschaftlichen und intellektuellen Platz für ihr heranwachsendes Ich in der engen Gesellschaft der späten 1950er, frühen ‘60er Jahre. Spannend erzählt, zeigt Ernaux, wie Bildung damals für immer mehr Menschen zum Türöffner für einen gesellschaftlichen Aufstieg wurde und dennoch die Herkunftsmilieus auf subtile Weise ihre Wirkung behielten. So ist “Die leeren Schränke” eine intelligent und wortgewaltig erzählte Milieustudie über Beharrung und Aufbruch im provinziellen Frankreich der 1950er Jahre.

  • Bewertung

    5/5

    14.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Direktes wütendes Debüt

    »Klar sehen, zwischen zwei Krämpfen alles erzählen. Sehen, ab wann alles den Bach runter ging. Ich bin ja nicht mit dieser Wut zur Welt gekommen, ich habe sie nicht immer gehasst, meine Eltern, die Kundschaft, den Laden... Die anderen, die Kultivierten, die Professoren, die ehrbaren Leute hasse ich mittlerweile auch. Ich habe den Bauch voll von ihnen. Ich kotze auf sie, auf die Kultur, auf alles was ich gelernt habe. Von allen Seiten gef**ckt...« |17 Die 20jährige Literaturstudentin und Krämerstochter Denise Lesur beendet in »Die Leeren Schränke« ihre Schwangerschaft. Sie löst sich von der schamvollen Selbstunterordnung gegenüber ihrem Geliebten, dem standesbewussten Zahnarztsohn Marc und Seinesgleichen. In der Wartezeit auf den Abbruch erzählt sie sich wütend und emotional die Ausschlüsse der bürgerlichen Welt, der starren Klassengrenzen und von ihrem Klassenaufstieg, der ihr nur in Scham und Selbstverläugung möglich war. Ihr hungerndes Begehren nach Sexualität liest sich als Symbol für ihre Klasse. Die begrenzende Beschämung weiblicher Lust setzt zusätzlich Schranken, doch Lesur wird zu Befreiung und Selbstbestimmung finden. Zu ihrem Stil hatte Ernaux in ihrem nun auch im Deutschen vorliegenden Debüt noch nicht gefunden. Die Sprache ist viel direkter, wütender, aufbegehrend, fast roh. Entgegen ihrem späteren Werk wählt Ernaux mit Lesur eine fiktionalisierte Figur, die wie wir heute wissen, viel mit der autofiktionalen Figur Ernaux und mit ihrer später kultivieren Archäologie ihrer Selbst zu tun hat. Es gibt hier noch keinen nüchternen sezierenden Blick, der von außen auf die Figur schaut. Doch thematisch ist schon alles angelegt. »Die Leeren Schränke« läuft auf »Das Ereignis« zu, auf das die Literaturnobelpreisträgerin in ihrem späteren Werk zurückkommen wird. Es streift das Verlangen und die Scham der »Erinnerung eines Mädchens« und ist schon in der Stimmung von »Der Platz« »Die Scham« und »Eine Frau«. Wem »Der Junge Mann« zu dünn war in Seiten und Inhalt, »Die Leeren Schränke« ist ein "richtiger Roman" und sowohl vom Inhalt spannend und vielschichtig, als auch für Ernaux-Kennerinnen interessant zu betrachten, wie ihr literarisches Werk begann, was schon angelegt war und was sich später erst entwickelte. Mich hat »Die Leeren Schränke« überzeugt.

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    Kathrin Bögelsack

    Orell Füssli Bern

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    4/5

    31.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Debüt der Literaturnobelpreisträgerin 2022

    Worum geht’s? Autofiktionaler Bericht über einen Schwangerschaftsabbruch mit Anfang 20 im Jahr 1961, über die Kindheit, den gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung und den Hass auf die eigene Herkunft.  Wie liest sich das? Wütend, vulgär und schonungslos offen. Ich-Erzählerin Denise Lesur erspart sich selbst und uns in ihrem Lebensrückblick nichts.  Was ist so besonders? Zunächst einmal die Thematisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Die Ich-Erzählerin schreibt zu Beginn, dass sie in der bisherigen Literatur nichts findet, mit dem sie sich in dieser Situation verbinden kann: «Nichts über mich, über meine Situation, kein einziger Text, der beschreibt, was ich durchmache, nichts, was mir hilft, das hier zu überstehen.» Das ist die Grundmotivation hinter ihrem Schreiben. Besonders ist aber auch die Thematisierung weiblichen Begehrens, weiblicher Lust und wie beides von der Gesellschaft (ihrer Zeit) verteufelt wird. Stark ist einmal mehr Ernaux’ gezielte Wortwahl, zudem, wie atemlos sie über weite Strecken erzählt und wie getrieben ihre Ich-Erzählerin dadurch wirkt. An der Stelle muss natürlich die Übersetzungsleistung von Sonja Finck gewürdigt werden! Ebenfalls herausragend ist die Darstellung der französischen Klassengesellschaft (jener Zeit). Als Denise zur Schule kommt, erscheint ihr alles, was die Lehrerin sagt, irreal. Real ist nur, was sie zu Hause erlebt. Mit den Jahren kehrt sich das um. Je mehr sie sich in ihren gesellschaftlichen Aufstieg verbeisst, in ihre Bildung, umso unwirklicher erscheint ihr alles, was die Eltern machen.  Fazit: Der Einstieg ins Buch fiel mir wegen der vulgären Wortwahl doch recht schwer. Aber ich bin enorm froh, weitergelesen zu haben, denn Ernaux’ 1974 erstmals auf Französisch erschienenes Werk wirft nicht nur ein Schlaglicht auf die Gesellschaft ihrer Kindheit und Jugend, sondern ist wegen seiner Themen und der sprachlich so eindrucksvollen Umsetzung ein zeitlos mahnender und bedeutender Text weiblicher Befreiung. 

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