Nach fast zwanzig Jahren kehrt Maira zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie will nur eins: ihr Elternhaus räumen, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, und es so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen.
Stück für Stück bereitet Maira das Haus für den geplanten Abriss vor und unausweichlich kehren die Erinnerungen zurück – die Tage am Wasser mit ihren besten Freunden, die magischen Begegnungen mit der Natur der Ostseeküste, die schwere Krankheit und der Verlust ihrer Mutter. Und eine alte Frage will endlich eine Antwort finden: Was ist damals während Mairas letzten Tagen auf dem Darss wirklich geschehen? Bewegend, mitreissend und ohne Kitsch erzählt Julia Dibbern von der vielleicht letzten Chance einer jungen Frau, sich ihren schlimmsten und besten Erinnerungen zu stellen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Im_Lesehimmel
aus Berlin
5/5
05.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ruhig und Melancholisch
Es ist ein leiser, atmosphärischer Roman über die Rückkehr in die eigene Vergangenheit. Julia Dibbern verbindet dabei sehr eindrucksvolle Naturbeschreibungen vom Darß an der Ostsee mit der inneren Reise einer Frau, die sich ihren alten Wunden stellen muss.
Die Sprache ist poetisch und sensibel und die Stimmung melancholisch, aber auch hoffnungsvoll. Ich mochte sehr diese ruhige und emotionale Geschichten und wer diesen Stil mag, wird hier viel wiederfinden. Es ist ein stiller, nachhallender Roman, der lange nachhallt und so im Gedächtnis bleibt.
Magdalena
aus Köln
5/5
05.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr atmosphärisch
Unter Wasser ist es still von Julia Dibbern ist ein atmosphärischer Roman über Vergangenheits- und Traumabewältigung.
Maira ist Restauratorin. Sie lebt seit vielen Jahren in Frankfurt, stammt aber ursprünglich aus dem kleinen Dorf Soeterhoop an der Ostsee. Als ihr Chef ihr das Angebot unterbreitet, sein Geschäft zu übernehmen, sagt sie nach kurzer Bedenkzeit zu. Um den Kaufpreis aufbringen zu können, muss sie ihr Elternhaus in Soeterhoop verkaufen und an den Ort zurückkehren, den sie achtzehn Jahre zuvor überstürzt verlassen musste.
Das Haus steht auf einem großen Grundstück in Strandnähe, Kaufinteressenten gibt es genug. Am Haus angekommen, wird Maira von Erinnerungen an ihre Kindheit und frühe Jugend überwältigt. Bevor ihre Mutter schwer krank wurde, hatte sie viele glückliche Tage und Stunden mit ihren Freunden Anne und Jasper verbracht. Besonders mit Jasper verband sie eine enge Freundschaft, die beiden waren oft mit dem Boot aufs Meer rausgefahren und sind mit Schweinswalen geschwommen. Der Tag, an dem sie einen leblosen Schweinswal auf dem Wasser treibend vorfanden, läutete das Ende ihrer Kindheit ein.
Maira trifft Anne und Jasper wieder, die beiden helfen ihr, die Erinnerungen zu verarbeiten, zusammen sichten sie die Sachen ihrer Mutter. Sie findet Briefe, die ihre Mutter ihr geschrieben hatte und wird von Emotionen und Erinnerungen überwältigt.
Unter Wasser ist es still ist ein atmosphärischer Roman mit wunderbaren Naturbeschreibungen. Ich wurde an die Ostsee in das halb verfallene Haus inmitten eines verwunschenen Gartens versetzt und fand es spannend, Maira auf den Spuren ihrer Vergangenheit zu begleiten. Das Lagerfeuer am Mittsommer, die Wiederannäherung zwischen den Kindheitsfreunden, die Rettung der Möwe und vor allem die Begegnungen mit den Schweinswalen haben mich gefesselt und begeistert. Von mir eine große Empfehlung für alle, die ruhige und atmosphärische Romane lieben.
moneslesecouch
5/5
20.10.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vergangenheitsbewältigung und Mut zum Neuanfang
Maira ist in einem kleinen Dorf auf dem Darß zusammen mit ihrer Mutter aufgewachsen. Die ersten Jahre ihrer Kindheit waren sehr behütet, doch dann begann ihre Mutter sich zu verändern. Ganz langsam schlich sich die Krankheit immer weiter in das Leben der beiden und Maira war mit der Situation zunehmend überfordert. Ihre Mutter konnte ihren Beruf als Übersetzerin nicht mehr ausüben und auch die Aufrechterhaltung des Haushalts und Versorgung von Maira wurde zusehends schwerer. Maira übernahm als Kind immer mehr Aufgaben und sorgte so lange Zeit dafür, dass nach außen der Schein des Normalen blieb. Bis es irgendwann zur Katastrophe kommt.
Die Erzählung beginnt mit der erwachsenen Maira, die als Restauratorin in Frankfurt lebt und dort das Angebot bekommt, die Werkstatt von ihrem Chef und väterlichen Freund zu übernehmen. Doch zuerst muss sie für das notwendige Startkapital den Hof an der Ostsee verkaufen. Also reist sie mit der Absicht, das Ausräumen rasch hinter sich zu bringen und alles für den Verkauf vorzubereiten in die alte Heimat.
Es bleibt ihr nichts anderes übrig als sich der Vergangenheit zu stellen, auf die sie voller Schuld zurückblickt. Im Ort trifft sie auf viele alte Freunde und Bekannte, die sich zum Teil liebevoll um ihr Elternhaus gekümmert haben und sie findet mit deren Hilfe und vielen längst vergessenen Erinnerungen, die beim Ausräumen wieder zu Tage kommen, ein Puzzleteil nach dem anderen und lernt, dass sie manches durch ihre Schuldgefühle überdeckt hat.
Ein Buch, das sicherlich keine leichte Lektüre für den Sommer-Strand-Urlaub ist. Ein Buch, das sich mit Vergangenheitsbewältigung, Schuldgefühlen und einer überforderten Kindheit beschäftigt, das aber auch ganz viel Mut auf einen Neuanfang macht.
Von mir gibt es eine große Leseempfehlung für diesen Roman voller Wärme und mit ganz vielen liebenswerten Protagonisten.
Nirvia
aus Osterholz-Scharmbeck
5/5
24.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Highlight. Das beste gefühlvolle Buch des Jahres für mich
Julia Dibbern hat einen ergreifenden, gefühlvollen Roman geschrieben der niemanden kalt lassen kann.
Maira, heutzutage Restauratorin die mit beiden Beinen im Leben steht, bekommt das Angebot das Geschäft ihres Chefs zu übernehmen. Doch zuvor muss sie sich der Vergangenheit stellen und ihr Elternhaus im Heimatort räumen und verkaufen.
Hier wird Maira von der Vergangenheit eingeholt. Als Jugendliche hat sie ihre demente Mutter gepflegt bis es zur Tragödie kam. Auch ihre Jugendfreunde trifft sie wieder.
Julia Dibbern hat es geschafft mich mehrmals zu Tränen zu rühren. Marias ungeheure Last in der Jugend zu lesen hat mich tief ergriffen. Die Briefe der Mutter die erkennt das ihre Erkrankung immer schlimmer wird haben mich aus der Bahn geworfen. Die wechselnden Erzählperspektiven halten das Tempo und die Spannung konstant hoch. Selten lese ich so eine grandiose Mischung aus Trauer, Freude, Leid und Hoffnung.
Das ich das Buch gelesen hab ist nun schon einige Wochen her, aber es hat sich in meinem Kopf eingebrannt.
Absolute Empfehlung!
Brenda_wolf
aus Bad Berneck
5/5
08.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Maira und die Dämonen der Vergangenheit
Maira ist nach fast zwanzig Jahren in den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt, aber es fällt ihr schwer sich dem Haus in dem sie aufgewachsen ist zu nähern. Es steht seit dem Tod der Mutter leer und soll nun abgerissen werden. Bei Maira brechen bei ihrer Rückkehr alte Wunden auf.
Mich begeistert Julia Dibberns mitreißender Schreibstil und ich mag ihre Protagonisten sehr. Besonders Maira und ihren tollen handwerklichen Beruf und auch Ingmar, ihren väterlichen Chef. Er trägt Maira die Übernahme des Geschäftes an. Wie wird Mairas Entscheidung ausfallen?
Plastisch sind die Beschreibungen der Natur an der Ostseeküste. Mairas Emotionen konnte ich gut nachempfinden. Die Autorin hat alles sehr realistisch gezeichnet. Ich fragte mich lange, was ist in Mairas Kindheit vorgefallen? So nach und nach erfährt der Leser die ganze Geschichte. Mich machte es sehr betroffen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Julia Dibbern erzählt diese Geschichte realistisch und ohne Kitsch.
Fazit: Ein tolles Buch.
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5/5
09.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschönes, vielschichtiges Lesefutter für Dörte-Hansen-Fans
Als Mairas Chef ihr anbietet, sein Geschäft zu übernehmen, fährt Maira erstmals nach 18 Jahren nach Soeterhoop, um das Zuhause ihrer Kindheit zu verkaufen. Doch die Reise in die Vergangenheit fördert mehr zutage als nur ein paar Erinnerungsstücke.
Julia Dibbern schreibt aus wechselnden Perspektiven und Zeiten, wobei die jeweiligen Wechsel in der Regel gut gekennzeichnet sind, bspw. durch ein neues Kapitel, eine andere Schriftart (im Fall der Briefe von Mairas Mutter) oder eben den Wechsel der Erzählstimme. Denn während Maira in der ersten Person die Ereignisse schildert, schreibt Dibbern von den anderen Figuren in der dritten Person. Spannend ist, wie die Autorin darstellt, dass die in den vergangenen Jahren mühsam von Maira auf Abstand gehaltene Vergangenheit nun immer öfter in ihre Gegenwart drängt. Denn diese Wechsel werden nicht markiert, sondern wie die Hauptgeschichte auch im Präsens erzählt. Sie brechen unerwartet über Maira hinein, entreissen sie ihrer Gegenwart und dauern in der Regel nicht lang. Dibbern wechselt hingegen gelegentlich länger mit Maira in die Vergangenheit. Das aber nur kapitelweise und dann tatsächlich in der dritten Person.
Wir merken schon früh beim Lesen, dass da etwas in Mairas Kindheit schlummert, was noch verarbeitet werden muss. Aber was damals genau passiert ist, erfahren wir erst sehr spät in Gänze. Dibbern hält so über einen langen Zeitraum eine feine Spannung aufrecht. Spannend ist auch, dass Mairas Zeit auf Soeterhoop begrenzt ist und sich gegen Ende die Frage stellt, was sie wirklich will. Denn sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Zuneigung zu ihrem Chef und dessen Frau und dem Wunsch, das Vertrauen der beiden in sie nicht zu verlieren, und ihrer neu erwachten Zuneigung zu ihrer Heimat. Wie sie sich schlussendlich entscheiden wird, war für mich bis zum Schluss Anlass zum Rätseln.
Fast nebenbei thematisiert Dibbern auch den Umweltschutz, die Auswirkungen unserer Reisefreude und unseres Konsums auf unseren Planeten. Ihre Beschreibungen der Ostsee, der Insel und dem Mikrokosmos, den Mairas Hof ausmacht, sind eine lebendige, raue und kraftvolle Hommage an unseren Lebensraum. Wie die Kälte – von Wind und Meer – und die Natur an sich Maira schon in ihrer Kindheit und Jugend belebt haben, wird beim Lesen spürbar.
«Unter Wasser ist es still» gibt schon beim Lesen Kraft. Ein Sehnsuchtsroman über Verlust, Schuld, Trauma, Vergebung, Freundschaft und alles, was das Leben lebenswert macht.