Vom Ankommen und Loslassen Nach fast zwanzig Jahren kehrt Maira zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie will nur eins: ihr Elternhaus räumen, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, und es so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen. Stück für Stück bereitet Maira das Haus für den geplanten Abriss vor und unausweichlich kehren die Erinnerungen zurück - die Tage am Wasser mit ihren besten Freunden, die magischen Begegnungen mit der Natur der Ostseeküste, die schwere Krankheit und der Verlust ihrer Mutter. Und eine alte Frage will endlich eine Antwort finden: Was ist damals während Mairas letzten Tagen auf dem Darss wirklich geschehen?
Bewegend, mitreissend und ohne Kitsch erzählt Julia Dibbern von der vielleicht letzten Chance einer jungen Frau, sich ihren schlimmsten und besten Erinnerungen zu stellen.
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Ruhig und Melancholisch
Im_Lesehimmel aus Berlin am 05.12.2025
Bewertungsnummer: 2670752
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein leiser, atmosphärischer Roman über die Rückkehr in die eigene Vergangenheit. Julia Dibbern verbindet dabei sehr eindrucksvolle Naturbeschreibungen vom Darß an der Ostsee mit der inneren Reise einer Frau, die sich ihren alten Wunden stellen muss.
Die Sprache ist poetisch und sensibel und die Stimmung melancholisch, aber auch hoffnungsvoll. Ich mochte sehr diese ruhige und emotionale Geschichten und wer diesen Stil mag, wird hier viel wiederfinden. Es ist ein stiller, nachhallender Roman, der lange nachhallt und so im Gedächtnis bleibt.
Sehr atmosphärisch
Magdalena aus Köln am 05.01.2025
Bewertungsnummer: 2378751
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Unter Wasser ist es still von Julia Dibbern ist ein atmosphärischer Roman über Vergangenheits- und Traumabewältigung.
Maira ist Restauratorin. Sie lebt seit vielen Jahren in Frankfurt, stammt aber ursprünglich aus dem kleinen Dorf Soeterhoop an der Ostsee. Als ihr Chef ihr das Angebot unterbreitet, sein Geschäft zu übernehmen, sagt sie nach kurzer Bedenkzeit zu. Um den Kaufpreis aufbringen zu können, muss sie ihr Elternhaus in Soeterhoop verkaufen und an den Ort zurückkehren, den sie achtzehn Jahre zuvor überstürzt verlassen musste.
Das Haus steht auf einem großen Grundstück in Strandnähe, Kaufinteressenten gibt es genug. Am Haus angekommen, wird Maira von Erinnerungen an ihre Kindheit und frühe Jugend überwältigt. Bevor ihre Mutter schwer krank wurde, hatte sie viele glückliche Tage und Stunden mit ihren Freunden Anne und Jasper verbracht. Besonders mit Jasper verband sie eine enge Freundschaft, die beiden waren oft mit dem Boot aufs Meer rausgefahren und sind mit Schweinswalen geschwommen. Der Tag, an dem sie einen leblosen Schweinswal auf dem Wasser treibend vorfanden, läutete das Ende ihrer Kindheit ein.
Maira trifft Anne und Jasper wieder, die beiden helfen ihr, die Erinnerungen zu verarbeiten, zusammen sichten sie die Sachen ihrer Mutter. Sie findet Briefe, die ihre Mutter ihr geschrieben hatte und wird von Emotionen und Erinnerungen überwältigt.
Unter Wasser ist es still ist ein atmosphärischer Roman mit wunderbaren Naturbeschreibungen. Ich wurde an die Ostsee in das halb verfallene Haus inmitten eines verwunschenen Gartens versetzt und fand es spannend, Maira auf den Spuren ihrer Vergangenheit zu begleiten. Das Lagerfeuer am Mittsommer, die Wiederannäherung zwischen den Kindheitsfreunden, die Rettung der Möwe und vor allem die Begegnungen mit den Schweinswalen haben mich gefesselt und begeistert. Von mir eine große Empfehlung für alle, die ruhige und atmosphärische Romane lieben.
Meinung aus der Buchhandlung
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Wunderschönes, vielschichtiges Lesefutter für Dörte-Hansen-Fans
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Als Mairas Chef ihr anbietet, sein Geschäft zu übernehmen, fährt Maira erstmals nach 18 Jahren nach Soeterhoop, um das Zuhause ihrer Kindheit zu verkaufen. Doch die Reise in die Vergangenheit fördert mehr zutage als nur ein paar Erinnerungsstücke.
Julia Dibbern schreibt aus wechselnden Perspektiven und Zeiten, wobei die jeweiligen Wechsel in der Regel gut gekennzeichnet sind, bspw. durch ein neues Kapitel, eine andere Schriftart (im Fall der Briefe von Mairas Mutter) oder eben den Wechsel der Erzählstimme. Denn während Maira in der ersten Person die Ereignisse schildert, schreibt Dibbern von den anderen Figuren in der dritten Person. Spannend ist, wie die Autorin darstellt, dass die in den vergangenen Jahren mühsam von Maira auf Abstand gehaltene Vergangenheit nun immer öfter in ihre Gegenwart drängt. Denn diese Wechsel werden nicht markiert, sondern wie die Hauptgeschichte auch im Präsens erzählt. Sie brechen unerwartet über Maira hinein, entreissen sie ihrer Gegenwart und dauern in der Regel nicht lang. Dibbern wechselt hingegen gelegentlich länger mit Maira in die Vergangenheit. Das aber nur kapitelweise und dann tatsächlich in der dritten Person.
Wir merken schon früh beim Lesen, dass da etwas in Mairas Kindheit schlummert, was noch verarbeitet werden muss. Aber was damals genau passiert ist, erfahren wir erst sehr spät in Gänze. Dibbern hält so über einen langen Zeitraum eine feine Spannung aufrecht. Spannend ist auch, dass Mairas Zeit auf Soeterhoop begrenzt ist und sich gegen Ende die Frage stellt, was sie wirklich will. Denn sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Zuneigung zu ihrem Chef und dessen Frau und dem Wunsch, das Vertrauen der beiden in sie nicht zu verlieren, und ihrer neu erwachten Zuneigung zu ihrer Heimat. Wie sie sich schlussendlich entscheiden wird, war für mich bis zum Schluss Anlass zum Rätseln.
Fast nebenbei thematisiert Dibbern auch den Umweltschutz, die Auswirkungen unserer Reisefreude und unseres Konsums auf unseren Planeten. Ihre Beschreibungen der Ostsee, der Insel und dem Mikrokosmos, den Mairas Hof ausmacht, sind eine lebendige, raue und kraftvolle Hommage an unseren Lebensraum. Wie die Kälte – von Wind und Meer – und die Natur an sich Maira schon in ihrer Kindheit und Jugend belebt haben, wird beim Lesen spürbar.
«Unter Wasser ist es still» gibt schon beim Lesen Kraft. Ein Sehnsuchtsroman über Verlust, Schuld, Trauma, Vergebung, Freundschaft und alles, was das Leben lebenswert macht.