Drei Frauen und der weltberühmte Maler Henri Matisse: Amélie ist die Ehefrau des Künstlers, die seit vierzig Jahren an dessen Seite lebt. Lydia ist seine Muse: eine junge russische Geflüchtete, die eines Sommers im Atelier des Malers eine Anstellung erhält und in der Folge zu seiner Geliebten wird. Und schliesslich Marguerite, die Tochter, die ihren Vater zunehmend mit anderen Augen sieht ...
Eine atemberaubende Geschichte zwischen Paris und der Hitze der Côte d'Azur, voller Glamour, Leidenschaft und Verrat - auf dem Höhepunkt der Kunstbewegung der 1930er Jahre, einer Zeit, in der Regeln gemacht wurden, um gebrochen zu werden.
'Eine knisternde Geschichte aus der Welt der Kunst, in der Frauen, die sonst nur eine Nebenrolle spielen, im Mittelpunkt stehen.' Daily Mail
'So wunderschön! Dieses Buch wird mich noch lange begleiten.' Donal Ryan
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
21.09.2026
eBook (ePUB)
Eine Leseempfehlung!
„Sie war noch nie eine Sklavin festgelegter Vorgehensweisen, gleichzeitig betrachtet sie sich nicht als eine Frau, die es mit dem Heiraten eilig hätte. Aber plötzlich ist da dieser Gedanke, den sie nicht recht in Worte fassen kann: Seit sie erwachsen ist, sucht sie nach etwas, dem sie sich verschreiben kann, etwas, das radikalisiert, das mit wilder Kraft vorwärts drängt, das die Welt herausfordert, anders und authentischer zu sein. Künstler haben mehr Freiheiten als die meisten anderen Menschen, das weiß Amélie. Sie können jenseits der gesellschaftlichen Parameter existieren – mit allen Vor- und Nachteilen. Vielleicht wäre das auch ein Raum für sie selbst, mit ihren eigenen Ambitionen und ihrem Tatendrang. Sie verfügt über ausreichend finanzielle und intellektuelle Mittel, die verhindern, dass dieser Mann sie ins Verderben stürzen kann, und vielleicht, nur vielleicht, wäre sie eine Art Katalysator, um ihn zu mehr Wagemut anzutreiben.“
Eigentlich will die freigeistig erzogene Amélie Noellie Parayre (1872-1958) sich keinem Mann unterordnen, sondern ihm auf Augenhöhe begegnen. Nun, wie es häufig mit Vorsätzen so ist, wirft sie den ihren kurz nach der Hochzeit (1898) mit Henri Matisse (1869-1954) über Bord. Recht schnell haben sie zwei Kinder, aber kaum Einkommen. Während Henri verzweifelt, ist es Amélie, die das Heft in der Hand behält und ihn motiviert. Gleich nach der Hochzeit tritt Maguerite (1894-1982), die vier Jahre alte, uneheliche Tochter Henris aus einer früheren Liebschaft, in das Familienleben. Amélie nimmt das unterernährte Mädchen in die Familie auf.
Marguerite wird neben Amélie eine lebenslange, wichtige Rolle in Henris Leben spielen. Als Jugendliche steht sie ihm Modell, während Amélie den Haushalt schupft, Verträge prüft, Einnahmen und Ausgaben managt, sowie die Launen ihres Mannes ertragen muss. Ach ja, auch Amélie muss ihm Modell stehen. (Eh klar, oder?) Also alles entwickelt sich genau so, wie sie nie leben wollte.
Und dann, nach dem sie endlich zu ein wenig Geld kommen, erkrankt Amélie. Um sie zu entlasten werden diverse Dienstmädchen engagiert, die alle nicht lange bleiben, bis auf eine: 1931 kommt die junge Russin Lydia Delektorskaja (1910-1998), die trotz ihre Jugend ein entbehrungsreiches und gefährdetes Leben hinter sich hat, in den Haushalt, was längerfristig zu einem Fiasko führen wird. Denn Lydia ist neben Amélie und Marguerite die dritte starke Frau im Leben des Künstlers.
Nachdem Amélie überzeugt ist, dass Lydia, trotz des großen Altersunterschieds von 41 Jahren. die Geliebte ihres Ehemannes ist, stellt sie ihn vor das Ultimatum: „Ich oder sie“. Er entscheidet sich für Amélie und Lydia überlebt einen Selbstmordversuch nur knapp. Amélie trennt sich dennoch von Matisse. Wenig später erkrankt Henri Matisse schwer und Lydia kehrt als Pflegerin bis zu seinem Tod zurück.
Amélie wird ein eigenes Leben führen und wie Marguerite die Résistance unterstützen, verhaftet werden und überleben, weil die Alliierten sind inzwischen in der Normandie gelandet und Frankreich von der Nazi-Herrschaft befreit haben.
Nach dem Tod von Henri Matisse werden Amélie und Marguerite sein Vermächtnis fortsetzen, indem sie Werke an Museen spendet und dafür sorgt, dass seine Kunst einem breiteren Publikum zugänglich ist.
Meine Meinung:
Ich habe vor kurzen das Buch „Unsichtbare Musen“ der Autorin Elisa von Hof gelesen, die über zahlreiche Frauen berichtet, die ihr eigenes Leben dem ihres Künstlergemahl oder Liebhaber völlig unterordnen und auf ihr eigenes verzichten oder vergessen. Die drei Frauen, die in „Die drei Farben der Liebe“ dargestellt werden und Henri Matisse zu seinen künstlerischen Höhenflügen verholfen haben, kommen in dem Buch über die Musen nicht vor und Matisse selbst wird nur am Rande erwähnt.
Deshalb habe ich zu Sophie Hayducks Buch gegriffen, das eine Auseinandersetzung mit der Rollenverteilung im Leben von Henri Matisse verspricht. Ich bin nicht enttäuscht worden.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Rollen die die drei Frauen in Henri Matisses Leben spielen, darzustellen. Passend zum jeweiligen Lebensabschnitt des Künstlers steht eine der drei Frauen, Amélie, Marguerite oder Lydia im Zentrum. Nun könnte man einwerfen, ein so großer Künstler wie Henri Matisse brauche einfach mehrere Lebensabschnittspartnerinnen, um seine Kreativität auszuleben. Ich habe Matisse eher als Zaudernden erlebt, der ohne die unkonventionelle Amélie gescheitert wäre. Ich habe nicht den Eindruck, dass Amélie ihren Mann auf ein Podest gehoben und ihn bedingungslos angehimmelt hätte. Eher hat sie ihn angetrieben.
Bezeichnend ist, dass es auf Wikipedia keine eigene Seite für Amélie gibt. Nicht, dass ich Wikipedia für das Maß aller Dinge halte, aber das scheint bezeichnend für Ehefrauen von Künstlern zu sein: Sie werden oft als Muse gesehen, ihr eigentlicher Anteil an den Kunstwerken wird häufig verkannt.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Gut gefallen hat mir, dass Henri Matisse nicht im Zentrum des Romans steht, sondern die drei Frauen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der versucht, den Anteil, den Amélie, Marguerite und Lydia, im Leben von Henri Matisse gehabt haben, zu würdigen, 5 Sterne.
Philiene
aus Süsel
4/5
03.09.2026
eBook (ePUB)
Drei Frauen- ein Mann
Die drei Farben der Liebe erzählt die Geschichte von den drei wichtigsten Frauen im Leben des Malers Henri Matisse. Seiner Frau Amelie, seiner Gefährtin Lydia und seine Tochter Maguerite. Das besondere hierbei ist das ihre Geschichten nicht parallel zueinander erzählt werden, sondern das jeder der drei Frauen ein eigener Teil gewidmet ist. Und sie stehen auch wirklich im Vordergrund, der Maler ist zwar Bestandteil des Romans, er ist schließlich die Schnittstelle, aber trotzdem bleibt er im Hintergrund.
Und so erfahren wir von drei sehr unterschiedlichen Frauen, mit sehr unterschiedlichen Leben und jede von ihnen hat eine ganz eigene Art zu lieben.. Die Autorin gibt jeder von ihnen genug Platz um ihre Geschichte zu erzählen und erzählt so auch von der Geschichte Europas, etwa von den Kriegen des zwanzigsten Jahrhunderts und von der russischen Revolution.
Mir hat das Buch sehr gefallen, eigentlich waren es ja drei Erzählungen in einer, auch wenn es natürlich immer wieder Begegnungen unter den Frauen gegeben hat und auch die Beziehungen unter ihnen Thema des Romans waren. Ich fand es aber sehr gut gemacht. Sophie Haybock hat mir jede der drei näher gebracht, auch wenn ich sagen muss das Lydia mich am meisten berührt hat.
Ein vielschichtiger, emotionaler und sehr interessanter Roman über sehr unterschiedliche Frauen,
Sylvias-Lesezimmer
aus Ingelbach
5/5
07.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Henri Matisse und seine Frauen
Drei Frauen und der weltberühmte Maler Henri Matisse: Amélie ist die Ehefrau des Künstlers, die seit vierzig Jahren an dessen Seite lebt. Lydia ist seine Muse: eine junge russische Geflüchtete, die eines Sommers im Atelier des Malers eine Anstellung erhält und in der Folge zu seiner Geliebten wird. Und schließlich Marguerite, die Tochter, die ihren Vater zunehmend mit anderen Augen sieht ...
Mit ihrem Roman „Die drei Farben der Liebe“ entführt Sophie Haydock ihre Leser*innen in die Welt der Kunst.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Sicht der 3 Frauen, die eine große Rolle im Leben von Henri Matisse einnahmen.
Amélie ist die Ehefrau von Matisse. Amélie hat nie den Glauben an Matisse verloren. Immer stand sie wie ein Fels in der Brandung hinter ihm. Als der Maler erfolgreich zu werden scheint, verliert er das Interesse an seiner Ehefrau.
In den 1930er Jahren trifft der Künstler auf die junge russische Emigrantin Lydia. Sie ist eine verletzliche junge Frau, die Schutz in der Anstellung bei Matisse sucht.
Er macht sie zu seiner Muse und zu seiner Geliebten.
Marguerite ist Matisses uneheliche Tochter. Seine Frau nimmt das Mädchen auf und erzieht sie zusammen mit ihren Söhnen. Mit der Zeit verliert das Ansehen von Matisse bei seiner Tochter und sie steht ihm immer kritischer gegenüber.
Sophie Haydock hat die Charaktere richtig lebendig werden lassen. Jeder der drei Frauen widmet die Autorin ein eigenes Kapitel. So kommen die Leser*innen jeder der Frauen nahe und man kann die Zerrissenheit der Charaktere spüren.
Der Schreibstil von Sophie Haydock ist flüssig und gut verständlich. Ich wurde schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und habe das Buch an zwei Abenden gelesen.
Die Autorin fängt den Zeitgeist perfekt ein.
Die Einblicke in die Welt der Kunst und der Bezug auf reale Gemälde machen die Geschichte authentisch.
Auch die Handlungsorte werden von der Autorin anschaulich beschrieben.
Das pulsierende, oft graue Paris steht im direkten Gegensatz zur flirrenden, glamourösen Hitze der Côte d’Azur.
In „Die drei Farben der Liebe“ bekommen die wichtigen Frauen im Leben von Henri Matisse endlich eine hörbare Stimme. Ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen.
Eva
5/5
06.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die drei Frauen im Schatten von Henri Matisse
All things considered, there is only Matisse. Pablo Picasso
Hell leuchten die Farben in Die drei Farben der Liebe, kraftvoll, voller Energie und mit absoluter literarischer Hingabe holt Sophie Haydock die drei Frauen hinter Henri Matisse ins Licht. Unerschrocken stellt sie die weiblichen historischen Figuren in den Mittelpunkt und widerspricht der männlich dominierten Kunstgeschichtsschreibung.
Seine Ehefrau Amélie, seine Assistentin, Muse und Herzensmensch Lydia und seine Tochter Marguerite sind dem Künstler auf sehr unterschiedliche Arten verbunden. Er bleibt die zentrale Figur, doch die Geschichte gehört drei unkonventionellen, rebellischen Frauen. In einem vielschichtigen Netz aus richtungsweisenden Entscheidungen, Erwartungen, Enttäuschungen, Hingabe, Eifersucht und ambivalenten Rollenbildern entsteht einerseits das Portrait des Künstlers, andererseits eine Erzählung, die die Entbehrungen, Zugeständnisse und Rollenbilder thematisiert, die den Frauen zugestanden wurden und die sich dennoch ihren Weg in die persönliche Freiheit suchten.
Die absolute geistige Unabhängigkeit von Amélie und Lydia entwickelt eine unwiderstehliche Sogkraft. Sie sind Töchter ihrer Verhältnisse, ihrer Herkunft und ihrer Zeit, verwoben mit den gesellschaftlichen Konventionen, politischen Strömungen und familiären Beziehungen. Ihr Potenzial ist endlos, die Zeiten für die Kunst revolutionär, die Möglichkeiten für Frauen dennoch begrenzt.
So aufrührerisch die 1930er Jahre, so komplex legt Sophie Haydock die historischen Figuren an. Sie werden lebendig, interagieren glaubhaft an den Bruchstellen zwischen Emotion und Vernunft, lieben, werden deutlich sichtbar und zeichnen durch ihre Wahrnehmung ein Bild eines Mannes aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die drei Farben der Liebe leuchtet. Es lebt von seinen Zwischentönen, nimmt mit nach Nizza, Paris, in dunkle und in strahlend schöne Zeiten. Sophie Haydock verbindet historische Tatsachen mit einer Erzählung, die ganz nah an ihren Figuren bleibt. Sie erzählt von ihren Träumen, ihrer Motivation und der lebensfüllenden, allumfassenden Liebe zu einem fordernden, hoch sensiblen und visionären Künstler.
So entsteht ein leuchtendes, fesselndes, furchtloses Werk mit emotionaler Tiefe.
Monika Schulte
aus Hagen
5/5
03.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zwischen Liebe, Eifersucht und leuchtenden Farben – Henri Matisse und die drei Frauen seines Lebens
Henri Matisse ist zunächst ein mittelloser, unkonventioneller Maler, als er auf einer Hochzeit Amélie kennenlernt. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Schon kurze Zeit später heiraten die beiden. Vierzig Jahre lang steht Amélie an seiner Seite, hält ihm den Rücken frei und unterstützt ihn, wo sie nur kann. Sie nimmt sogar seine uneheliche Tochter Marguerite bei sich auf. Gemeinsam bekommen Henri und Amélie zwei Söhne.
Das Leben ist nicht immer leicht. Henris Kunst ist zunächst noch unbekannt, und Amélie sitzt ihrem Mann häufig Modell. Die Bilder, die damals entstehen, sind heute weltberühmt.
Als die junge Russin Lydia in das Leben der Familie tritt, um Amélie zu unterstützen, die zunehmend kränklich wird, verändert sich alles. Lydia ist schon bald ständig an der Seite des Künstlers. Amélies Eifersucht kennt kaum noch Grenzen. Schließlich stellt sie Henri vor ein Ultimatum: Sie oder ich! Henri entscheidet sich für seine Frau, doch Amélie verlässt ihn trotzdem. Geschieden werden die beiden allerdings nie.
Eine wichtige Rolle spielt auch Tochter Marguerite. Schon als Kind verbringt sie viel Zeit im Atelier ihres Vaters. Amélie ist für sie wie eine richtige Mutter. Auch Marguerite steht Lydia ablehnend gegenüber und sieht in ihr eine Konkurrentin. Doch ist Lydia das wirklich?
Ein wunderbarer Roman aus der Welt der Kunst! Auch wenn hauptsächlich die drei Frauen im Mittelpunkt stehen, die Henri Matisses Leben geprägt haben, erfährt man jede Menge über seine Kunst. Man begleitet ihn bei seinem Schaffen, erlebt seine künstlerische Weiterentwicklung und schließlich auch seinen großen Erfolg.
Sophie Haydock entführt uns in das Frankreich jener Zeit, nach Paris und Nizza. Man spürt förmlich die Sonne und das besondere Licht des Südens. Man sieht die Farben und kann sich ganz in die Welt des Künstlers hineinversetzen.
Ein wunderbarer Roman über Liebe, Eifersucht, Familie und die Kunst, der mich begeistert hat. Absolute Leseempfehlung!