'Ich will kein gutes Ende, sondern einen neuen Anfang.'
Alles hinter sich lassen und ans Ende der Welt flüchten, danach sehnen wir uns doch manchmal alle. Besonders dann, wenn wir mit unseren Kräften am Ende sind und uns fragen, wie es weitergehen soll. Die Erzählerin der Geschichte träumt nicht nur davon, sondern folgt dieser Sehnsucht. Auf der Suche nach sich selbst landet sie auf einer wilden Insel in der türkisblauen Ägäis, wo die Zeit anderen Gesetzen folgt. Dort trifft sie auf die naturverbundene Hera, die ihr zeigt, was es heisst, wirklich frei und ganz bei sich zu sein.
Sommer für die Seele - ein inspirierender Roman für alle, die Kraft schöpfen und sich eine Auszeit gönnen wollen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Jessi
5/5
10.08.2026
eBook (ePUB 3)
Entschleunigendes und inspirierendes Buch
"Es gibt nichts Kraftvolleres als die Lebensenergie von Frauen, die den Mut haben, sie auch auszuleben." - Marta Corragione
Über der Brandung hat mich wirklich positiv überrascht. Der Klappentext klang zwar schon interessant, rund um das Thema Neuanfang, Suche nach sich selbst und das auf einer schönen Insel. Aber so richtig überzeugt, hat es mich dann beim Lesen.
Nea kommt kurz nach einer Buchveröffentlichung und Trennung völlig ausgebrannt und leer in Kefonisi an, ohne Handy, Schlafplatz oder irgendeinen Plan und nur Mithilfe der Einheimischen und ein wenig Vertrauen, landet sie, abgeschirmt von der Welt, bei Hera, die sie bei sich aufnimmt und ihr eine andere Art zu Leben zeigt.
Die Kapitel sind aus Neas Sicht geschrieben und eher länger. Teilweise gibt es am Anfang eines Kapitels einen kurzen Rückblick zur Vergangenheit von Hera und dem Schweden, etwa wie sie aufgewachsen sind.
Das Tempo ist eher ruhig, fühlt sich beim Lesen aber überhaupt nicht zu langsam an sondern angenehm entschleunigend. Es passieren nicht ständig irgendwelche Dinge, sondern die Handlung nimmt so ihren Lauf. Dabei ist es aber trotzdem spannend, denn man will wissen, wie lange Nea dort bleiben wird, wie die Zeit dort sie verändert und ob sie sich an diese andere Lebensweise überhaupt gewöhnt.
In der Geschichte gibt es zwischendurch auch kleine Exkursionen in die Pflanzenkunde und Naturheilkunde, was ich total spannend fand. Außerdem hat hier u.a. auch der Zusammenhalt von Frauen (Hexenzirkel) oder die Hintergründe der Hexenverfolgung einen großen Schwerpunkt und werden näher beleuchtet. Das ganze ist dabei so authentisch und nah beschrieben, dass man förmlich spüren kann, wie man Hera und Nea auf ihren Wanderungen folgt und die Blüten und Kräuter sammelt, oder mitten beim Hexenzirkel dabei ist und dieselbe Ruhe und den Zusammenhalt spürt.
Die Figuren sind alle auch so unfassbar sympathisch, allen voran die süße Ziege Meltemi.
Dieses Buch ist wirklich etwas ganz besonderes, genau das richtige wenn man Entschleunigung braucht, auf der Suche nach sich selbst ist und bereit ist für Veränderung. Es ist eins der wenigen Bücher, bei dem man sich inspirierende und Augen öffnende Stellen auch markiert und verinnerlicht. Ganz große Empfehlung!
M.F.
5/5
10.08.2026
eBook (ePUB 3)
As the universe, so the soul
Eine junge Frau strandet auf einer kleinen Kykladen-Insel, weil sie ihr bisheriges Leben und ihre Karriere als Autorin hinter sich lassen will. Dort begegnet sie zwei- und vierbeinigen Bewohnern, die sie kennen, schätzen und lieben lernt. Sie taucht in die Kräuterheilkunde ein und erfährt mehr über die Stellung der Frau, heute wie im dunklen Mittelalter, als weise, heilkundige Frauen als Hexen verfolgt, gefoltert, getötet und verbrannt wurden. Zugleich lernt sie loszulassen und sich auf die Natur einzulassen, auf ihren Frieden ebenso wie auf ihre Kraft und Gewalt die das Leben ebenfalls bestimmt.
Auf der Insel wird sie zu Nea, der Neuen. Sie findet ihren Platz in einer Gemeinschaft von Frauen und Männern. Ein neues Körpergefühl, wachsendes Selbstbewusstsein und die Freude an einfachen Dingen prägen ihr neues Leben.
Franziska Jebens hat ein wunderbares Buch geschrieben, mit liebevollen zwei- und vierbeinigen Charakteren. Sie erzählt mit großer Zuneigung von der griechischen Flora und Fauna, vom Inselleben sowie von Vertrauen, Nähe, Freundschaft und Liebe.
Es war mein erstes Buch der Autorin und hat mich komplett begeistert, berührt und mitgerissen. Es ist schlichtweg mein Sommerbuch! Eine klare Leseempfehlung, ich werde dieses Buch nochmal als Print lesen um die vielen Stellen, die mich nachhaltig beschäftigt haben zu markieren. Ausserdem habe ich mir nun auch 'Immer am Meer entlang‘ bestellt.
sweinzie
aus Rafz
5/5
31.07.2026
eBook (ePUB 3)
Ein Roman der bewegt
Manchmal wird einem alles zu viel und man will nur noch weg. Die einen sehen es als Flucht, die anderen als mutiger Schritt. Nea ist Autorin und die Veröffentlichung ihres neuen Buches ist das reinste Desaster. Stress mit dem Verleger, ihrem Freund und die sozialen Medien zerreissen ihr Buch aufgrund unhaltbarer Beschuldigungen. Um nicht mehr die ganzen Nachrichten zu sehen nimmt sie kurzerhand ihre Sim Karte und nagelt sie an die Wand. Dann steigt sie ins Taxi und sucht sich spontan ein Reiseziel von der Abflugtafel aus und los geht's. Fernab von allem, was sie daheim hatte schafft es Nea, sich langsam aber sicher gehen zu lassen und zu sich zu finden.
Das Hauptaugenmerk der Geschichte ist sicher der Prozess, den Nea durchläuft, von der Verzweiflung, zur Hilflosigkeit in dem fremden Land, dem neues Ausprobieren und Sachen nicht offenbaren wollen, bis hin zu dem Punkt, dass man komplett ist mit allem, was man gemacht und durchlebt hat und daran wachsen und stark werden darf.
Mir hat die Affinität der Personen zu Heilpflanzen sehr gut gefallen. Sie werden schön beschrieben und zeigen, wie schön man im Einklang mit der Natur leben kann. Das spiegelt sich auch bei den Frauen wieder, die Nea kennen gelernt hat. Manchen mag das ganze vielleicht zu esoterisch rüber kommen, aber wenn man offen ist und sich mit dem Thema auseinander setzt gibt es tolle Denkanstösse und Impulse.
Im Buch sind immer wieder Kapitel eingeschoben aus der Vergangenheit einzelner Personen. Es trägt nicht unbedingt zum Verlauf der Geschichte bei, erklärt aber, wie die Person zu dem geworden ist, wer sie heute ist. Das wiederum zeig, dass jeder Mensch eine Geschichte hat und mit dem Wissen sieht man die Person gleich in einem anderen Licht. Das ist hier sehr eindrücklich.
Ein schöner Roman, der einen mitnimmt auf die Suche, die Auszeit und das neu Ausrichten. Als Hörbuchsprecher mag ich Corinna Dorenkamp. Sie hat für mich ein tolles Bild gezeichnet von Nea. Die Stimmt passt für mich zu einer Erwachsenen Frau, ist nicht zu verspielt und drückt zahlreiche Emotionen aus. Mit Regina Lemnitz hatte ich meine Liebe Mühe. Ihre Passagen musste ich mit einer anderen Geschwindigkeit hören da sie mir zu langsam und zu alt, belehrend vorkam, vielleicht monoton? Durch die schneller Geschwindigkeit war die Stimme für mich angenehmer zu hören. Ich war froh, war die Aufteilung der Sprecherinnen so und nicht andersrum. Daher ein Stern Abzug.
Während der Geschichte habe ich mich immer wieder gefragt, ob das eine Geschichte über die Autorin ist. Am Ende des Buches kommt ein Nachwort der Autorin an den Leser, das diese Frage beantwortet.
Bewertung
aus Heek
5/5
29.07.2026
eBook (ePUB 3)
schön
In diesem Roman nimmt uns die Autorin mit auf eine wunderschöne Reise in die Ägäis. Eine knapp vierzigjährige Autorin, die ziemlich ausgebrannt ist, macht sich auf die Reise von Berlin in die Ägäis. Hier findet sie nicht nur eine wunderschöne Landschaft, sondern sie trifft Menschen, die ihr Innerstes berühren. Das Buch ist in einem sehr schönen Schreibstil geschrieben. Als Leser hat man das Gefühl selbst auf dieser Insel zu sein, den Sonnenuntergang zu sehen und das Meer zu riechen. Ein toller Roman, der noch lange nachklingt. Ein Buch über Mut zum Neuanfang und zum Nachdenken.
Thebooknista
3/5
20.08.2026
eBook (ePUB 3)
Sehnsuchtsvoll, berührend und wie eine kleine Auszeit am Meer
Über der Brandung von Franziska Jebens ist ein Roman, der mich vor allem mit seiner wunderschönen Atmosphäre, der Nähe zur Natur und seiner Geschichte über Neuanfang und Selbstfindung erreicht hat. Es ist eines dieser Bücher, bei denen gar nicht unbedingt ständig etwas Großes passieren muss. Stattdessen geht es um das Innehalten, darum, wieder zu sich selbst zu finden und sich zu fragen, ob das Leben, das man führt, eigentlich noch das Leben ist, das man führen möchte.
Im Mittelpunkt steht eine Autorin, die an einem Punkt angekommen ist, an dem sie einfach nicht mehr kann. Statt weiterhin zu funktionieren, lässt sie ihr bisheriges Leben hinter sich und reist ohne wirklichen Plan nach Griechenland. Schließlich landet sie auf einer ursprünglichen Insel in der Ägäis und begegnet dort Hera, einer besonderen Frau, die ihr nach und nach zeigt, was es bedeuten kann, frei zu sein und wieder auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.
Mehr möchte ich über die Handlung eigentlich gar nicht erzählen, denn für mich lebt Über der Brandung weniger davon, was passiert, sondern vielmehr davon, was diese Reise mit der Protagonistin macht.
Besonders gefall hat mich das griechische Inselsetting. Franziska Jebens beschreibt die Natur unglaublich atmosphärisch. Das Meer, die Wärme, die wilde Landschaft und dieses Gefühl von Weite ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl, selbst für ein paar Stunden aus meinem Alltag zu verschwinden. Man möchte am liebsten die Koffer packen, nach Griechenland fliegen und irgendwo mit Blick aufs Meer einfach einmal nichts tun.
Der Schreibstil hat für mich wunderbar zu dieser Atmosphäre gepasst. Er ist ruhig, bildhaft und gefühlvoll und lässt einen förmlich durch die Geschichte treiben. Gerade die Naturbeschreibungen haben bei mir immer wieder dieses Gefühl von Fernweh ausgelöst. Gleichzeitig gibt es viele Gedanken und Sätze, bei denen man automatisch auch über das eigene Leben nachdenkt.
Über der Brandung ist kein klassischer spannungsgeladener Roman. Die Geschichte ist ruhig und entschleunigt und nimmt sich viel Zeit für Gedanken, Gefühle und persönliche Entwicklung. Darauf muss man sich einlassen können. Wer eine Geschichte mit vielen Wendungen und permanentem Tempo erwartet, könnte hier vielleicht etwas vermissen. Für mich lag der Reiz aber gerade darin, dass das Buch nicht hetzt.
Einige der spirituelleren Elemente waren für mich zwar stellenweise etwas viel und nicht alles hat mich gleichermaßen angesprochen. Trotzdem konnte ich sehr viel aus den grundlegenden Gedanken über Selbstbestimmung, Freiheit und das Hinterfragen gesellschaftlicher Erwartungen mitnehmen. Das Buch möchte nicht nur unterhalten, sondern auch dazu anregen, darüber nachzudenken, wann man eigentlich aufgehört hat, auf sich selbst zu hören.
Am Ende hat Über der Brandung bei mir vor allem ein Gefühl hinterlassen: Sehnsucht. Nach Meer, Freiheit, Ruhe und vielleicht auch ein bisschen nach dem Mut, das eigene Leben nicht nur nach Erwartungen auszurichten. Es ist ein Buch, das einen daran erinnert, wie wichtig es sein kann, manchmal stehenzubleiben und sich zu fragen, ob man eigentlich noch in die richtige Richtung läuft.
Über der Brandung ist eine atmosphärische und gefühlvolle Geschichte über Selbstfindung, weibliche Verbundenheit, Neuanfänge und den Mut, sich selbst wieder zuzuhören. Besonders die wunderschöne griechische Inselkulisse und die ruhige, lebensbejahende Grundstimmung haben mir gefallen. Ein Buch zum Wegträumen, Nachdenken und vielleicht auch dazu, selbst ein kleines bisschen mutiger zu werden.
Von mir bekommt Über der Brandung 3,5 von 5 Sternen.
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3/5
29.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hinterlässt ambivalente Gefühle
Franziska Jebens’ neuer Roman weckt Sehnsüchte: nach dem Erlernen einer neuen Sprache, nach griechischen Inseln, dem Meer, Entschleunigung, Neuanfang, Selbstfindung, gutem Wein, leckerem Essen und herzlichen Menschen.
In der Geschichte ihrer Ich-Erzählerin, einer 38-jährigen Autorin aus Berlin, die ausgebrannt ihrem Leben entflieht und auf Kefonisi strandet, steckt viel Mystik und New Age, die Hinwendung zu Natur, Mondzyklen, Raunächten und der Kraft der Kräuter. Neas inneres Kind findet hier Heimat, was auch an den Frauen liegt, die Nea auf Kefonisi kennenlernt und die sich ihrer annehmen. Sie alle haben im Verlauf ihres Lebens schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht. Sie haben ihnen nicht abgeschworen, sind dadurch aber unabhängiger und stark geworden und feiern ihre Weiblichkeit.
Mir hat der Roman einerseits für die Dauer der Lektüre eine fantastische Auszeit ermöglicht: Griechenland, Meer, Natur, herrlich! Fantastisch aber auch deswegen, weil sich auf Neas kopflosem Weg alles wundersam ineinanderfügt. An manchen Stellen wurde es mir gelegentlich zu wundersam, muss ich gestehen. Zudem überwog meiner Meinung nach oft ein Schwarz-Weiss-Denken, insbesondere in Bezug auf Frauen und Männer. «Über der Brandung» feiert, wie gesagt, Frauen und Weiblichkeit, was toll ist, aber bis auf einen kurzen Abschnitt gegen Ende unterschlägt, dass wir sicher nicht die besseren Menschen sind. Von daher bleibe ich nach der Lektüre etwas ambivalent zurück.