Von der Magie der zweiten Chancen, der Schönheit, die im Scheitern liegt und dem Mut, sich aufzubäumen - Der neue flirrende Roman der »Nordstadt«-Autorin
Magisch ist zurück. Natürlich in dem Haus hinter dem Knallerbsenwall, natürlich mit einem Job, der nicht ganz legal ist, natürlich mitten in der flirrenden Hitze des Spätsommers. Und alles fühlt sich an wie in ihren besten Zeiten, als Marie und Magisch erst enge Freunde und dann die erste Liebe wurden. Mehr als fünfzehn Jahre sind vergangen, und jetzt sitzen sie unten am Feldweg bei der Pferdekoppel im Schatten der Büsche und trinken Fanta-Korn als wären sie nie weg gewesen. Doch Andi, Maries Bruder, ist auch noch da, war tatsächlich nie weg, ist mittlerweile in der Partei, und noch immer gefährlich. Als Magisch bedroht wird, ist für Marie der Zeitpunkt gekommen, die Frage nach der Brandmauer in der eigenen Familie neu zu stellen.
Von widerständiger Liebe, Geschwisterschaft, einer eigenwilligen Dorfgemeinschaft und einem Neuanfang am Rande des Ruhrgebiets
»It¿s magic, it`s you«
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fantastisch!
Annika Büsing hat mich mit Marie und Magisch begeistert. Ich mochte beide Figuren sehr gern, habe ihre liebevolle Dynamik miteinander geliebt und fand die Darstellung der Beziehungen innerhalb der Familie, zwischen Freund*innen im Zusammenhang mit der politischen Ausrichtung Andis und den damit einhergehenden Konflikten sehr gelungen.
Der Schreibtisch ist leicht, locker und humorvoll und trägt dabei so viel Schweres und Bedrückendes, das jedoch nicht schwer verpackt ist. Manches wird durch die Dialoge explizit, anderes schwingt zwischen den Zeilen mit.
Ich habe gelacht, war gerührt, wütend und könnte die Verständnislosogkeit, die Wut, aber gleichzeitig die Kraft und das hohe Maß an Liebe auf jeder Seite spüren.
Ich habe das Buch in zwei Zugfahrten gelesen und wollte es gar nicht mehr weglegen.
Ein fantastisches Buch mit aktueller Thematik, aus dem vor allem diejenigen, die selbst einen Andi, einen Magisch oder Maries Eltern im eigenen Leben haben.
MarieOn
5/5
10.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
frisch, jung, rotzig und komisch
Magisch ist wieder da, sagt Henning. Sofort sieht Marie die Bilder vor sich. Magisch und sie schliefen immer in einem Bett. Sie waren Kinder und er brauchte die Nähe, weil Mama Magisch nach dem Tod ihres Mannes krank vor Kummer war. Maries Eltern nahmen Magisch einfach zu sich. Vor sechzehn Jahren fing es an, dass sie nicht mehr nur nebeneinander schliefen. Ab da waren sie das Punk-Pärchen im Dorf. Warum weiß Marie eigentlich nicht. Ja, sie hatte blaue Haare und trug Nasen- und Lippenpiercing, aber das war eher in als punk. Und Magisch, der trug Sandalen und war ansonsten ein ganz normaler Typ, gut in Mathe, so dass alle dachten, aus dem wird mal was.
Ganz im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Andi, der hing mit Leuten rum, die Bierflaschen an Wände klatschten und auf Blechdosen schossen. Er verbot ihr, mit den Türken zu reden. Er hätte sich nie als Nazi bezeichnet, eher als einer, der sagte, was gesagt werden musste. Und dann hatten er und seine Jungs Langeweile und lauerten Magisch auf, als er nach einer Party auf dem Heimweg war. Sie hatten ihn so zurechtgestutzt, dass seine Mutter ihn nicht mehr erkannte. Dann ging Magisch irgendwann in die große Stadt zum Studieren und jetzt soll er wieder hier sein.
Auch Marie war fünfzehn Jahre weg. Sie ist Noah gefolgt, weil sie sich in ihn verliebt hatte. Magisch hat das nicht gut verkraftet. Sie studierte auf Lehramt, was sich im Nachhinein als dumme Idee herausstellte, weil Marie gar nichts mit Kindern anfangen konnte. Nach einer Weile fiel ihr auf, dass sie mit Noah eine andere Marie geworden war. Eine, die mit Leuten über Filme sprach und Wein trank. Sie verreisten, gingen essen und es lief gar nicht schlecht. Doch dann zog es Marie wieder nach Hause. Ihr Vater freute sich, ihre Mutter war sauer. Sie hatte Noah gern gehabt, oder vielleicht die Marie, die sie mit Noah geworden war.
Fazit: Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Annika Büsing hat mich mit ihrem vierten Roman wieder voll abgeholt. Diesmal erzählt sie eine Liebe mit Hürden und noch viel mehr. Ihre Protagonistin ist Mitte dreißig und zurück in ihr Heimatdorf gezogen. Das Leben, das sie geplant hatte, lässt sie hinter sich und fängt von vorne an. Ähnlich gestrandet ist ihre erste große Liebe Magisch. Als sie sich zum zweiten mal begegnen, ist die Anziehungskraft wieder da und doch tasten sie sich langsam aneinander heran, um Maries Vertrauensbruch zu überwinden. Auch das Trauma, das Maries Nazibruder ihrem Freund verpasst hat, bedarf einer Aufarbeitung, die die Autorin konfliktreich entwickelt. Die Autorin erzählt aus Maries Sicht und lässt mich in deren Kopf schauen. Dabei entsteht ein Bild von Magisch und Marie selbst, zwei Menschen, die man ins Herz schließen muss. Sehr gelungen finde ich auch Maries Interessenskonflikt, die zugleich Mitleid und Wut für ihren Nazibruder empfindet. Ich sehe, was ich längst ahne, dass Menschen, die einer Ideologie folgen, die sie intolerant und fanatisch macht, egal ob religiös oder politisch, sich verlaufen haben. Auch hinter dem Nacheifern stecken Menschen mit ihren eigenen Dämonen und Schicksalen und es schadet nicht, das im Hinterkopf zu behalten. Der Ton ist wie immer frisch, jung, rotzig und auch komisch. Wieder wurde ich mit Situationskomik reich beschenkt und durfte aus vollem Herzen lachen. Ich liebe alle ihre Bücher. („Nordstadt„, „Koller“ und „Wir kommen zurecht„) Annika Büsing hat ein unverkennbares Händchen für junge Menschen.
Bewertung
aus Schweighofen
5/5
09.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebenswege
Im Mittelpunkt des Romans stehen Marie und Paul Magisch. Vor vielen Jahren, bevor beide aus ihrem Heimatdorf wegzogen, waren sie ein Paar. Nun treffen sie sich wieder. Beide haben andere Wege eingeschlagen als einst gedacht, während sich Magisch mit einem zwielichtigen Jobs, bei denen er tote Tiere entsorgt, über Wasser hält, betreibt Marie eine Hundetagesstätte. Nach ihrem Wiedertreffen nähren sich Marie und Magisch immer weiter an und lernen sich erneut lieben. Ganz unkonventionell, ohne viel Schnickschnack oder viel Geschnulze wird die Beziehung der beiden beschrieben.
Aber da ist auch noch Maries Bruder. Der rechten Szene zugetan, hasst er alles was nicht in sein eng gestecktes Weltbild passt; und dazu gehört auch Magisch, der einfach anders ist. Die Eltern stehen dem Lebenswandel des Sohnes hilflos gegenüber während Marie zwischen Zuneigung zu ihrem Bruder und Abgewandheit schwankt.
Insgesamt ein wunderbares Buch, das perfekt den aktuellen Zeitgeist passt ohne zu überfordern. Locker leicht wird die Liebesgeschichte und der belastete Zusammenhalt der Familie um Marie beschrieben. Der Titel und Name von Magisch ist dabei Programm und verdeutlicht den Inhalt des Romans sehr gut.
Island
aus Nürnberg
5/5
04.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Highlight meines bisherigen Lese-Jahres
Bei diesem Roman bin ich froh, doch einen Blick in die Kurzbeschreibung des Inhalts geworfen zu haben, denn der Titel "Magisch" hat mich erst etwas aus der Fantasy-Richtung erwarten lassen, zumal ich die Kuh auf dem Cover beim flüchtigen Hinschauen nicht sofort als Kuh identifiziert habe.
Magisch ist in Wirklichkeit der Nachname des männlichen Protagonisten Paul. Er und die weibliche Hauptperson Marie sind seit der Kindergartenzeit befreundet und waren in ihren Jugend ein Paar, bis Marie sich in einen Anderen verliebte und Paul schließlich aus der Stadt verschwand und mit seiner Band tourte. Mit Mitte 30 kehrt Paul Magisch nun in seine Heimatstadt im Ruhrgebiet zurück, wo Marie nach dem abgebrochenen Grundschul-Referendariat eine Hundetagesstätte betreibt. Dabei kommen alte Gefühle schnell wieder hoch, aber auch Konflikte von früher, denn Maries Bruder Andi, das schwarze Schaf ihrer Familie, ist ein Nazi, dem Magisch schon immer ein Dorn im Auge war, da der sich schon in seiner Jugend gegen ihn gestellt hat.
Die Geschichte um Magisch und Marie schildert sehr eindrucksvoll, wie ein Riss durch einen Ort und auch durch die eigene Familie gehen kann, wenn Menschen rechten Ideologien anhängen. Damit geht es um ein Thema, das leider auch in den "alten Bundesländern" mehr und mehr an Aktualität gewinnt. Die Autorin beschreibt die Entwicklungen so, dass man sich gut hineinversetzen kann. So wird auch deutlich, dass es sehr schwer ist, jemandem, dem man sehr nahe steht und dessen gute Seiten man ebenfalls kennt, komplett aufzugeben, weil er zugleich absolut verwerfliche Dinge tut. Immer wieder gibt es einen Wechsel zwischen der Gegenwart nach Magisch Rückkehr und der Kindheit und Jugendzeit, sodass man sowohl die Veränderungen Andi betreffend als auch das Verhältnis zwischen Paul und Marie besser verstehen kann. Der Schreibstil der Autorin ist dabei modern und unkonventionell. Manchmal wird man als Leser:in direkt von der Erzählerin angesprochen und diese scheint oft frei heraus zu erzählen, ohne auf irgendwelche Konventionen zu achten, was gut zum Charakter von Marie passt, wie man sie auch ansonsten erlebt. Somit war es sehr unterhaltsam und kurzweilig, diesen Roman zu lesen, obwohl es zugleich um ernste Themen ging. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.
Bewertung
aus Königswinter
5/5
03.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Liebe ganz ohne Magie
Ich liebe den Roman! Annike Büsing gelingt hier eine wirklich vielschichtige, emotionale Geschichte mit ordentlich Spannung und Witz.
Die Protagonisten Paul und Marie treffen sich nach einigen Jahren und schlimmen Ereignissen wieder und lassen ihre Liebe neu aufflammen. Beide werden toll dargestellt in ihren Eigenheiten und ihren speziellen Erfahrungen. Beide haben familiär einiges im Gepäck, worin sie sich wunderbar gegenseitig auffangen und unterstützen, ohne dass die Geschichte jemals in den Kitsch abrutscht.
Zweite Linie ist Fremdenfeindlichkeit in einem kleinen Ort, total faszinierend, da Einblicke zu erhalten, menschlich, ohne reißerische Elemente.
Ich habe mich keinen Satz lang gelangweilt.
Der Schreibstil ist toll, das Cover gefällt mir auch gut.
Ich gebe eine klare Leseempfehlung für das Buch raus!
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5/5
15.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine "magische" Liebesgeschichte
"Magisch ist eine berührende und zugleich politische Liebesgeschichte. Im Mittelpunkt stehen Marie und Paul, genannt "Magisch", die sich nach 15 Jahren wiedersehen und ihre erste grosse Liebe neu entdecken. Überschattet wird ihr Verliebtsein durch einen Mord, ein Flüchtlingsheim und vorallem durch Andi, Maries Bruder, mit seiner extrem rechten Gesinnung.
Annika Büsing hat ein tiefgründiges Buch über Haltung, zweite Chancen und das Leben in seiner Unperfektheit geschrieben. Der Ton der Charaktere ist rauh und roh und der Humor eher trocken und schwarz. Dies ist eine Liebesgeschichte ganz nach meinem Geschmack.
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5/5
29.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frech, echt, witzig
Gut, gibt es Freundinnen und begeisterte Verlagsvertreterinnen, die von Büchern schwärmen, in diesem Fall von «Magisch». Denn Cover und Klappentext hätten mich nicht gepackt. Und da hätte ich echt was verpasst!
Annika Büsings Ich-Erzählerin Marie stellt mit 36 Jahren fest, dass die beiden wegweisenden Entscheidungen, die sie mit Anfang 20 traf – die Beziehung mit Noah und das Studium zur Grundschullehrerin – nicht die richtigen gewesen sind. Also, zurück auf Start, zurück auf den elterlichen Hof und Neuanfang. Allein dieser Aspekt des Buches macht es so lesenswert: Wir alle treffen vielfältige Entscheidungen im Leben. Manche davon entpuppen sich als Fehler. Wir können damit hadern oder wir lernen wertschätzen, was wir durch die Entscheidung lernen durften, über uns selbst und unser Leben, und richten uns danach neu aus. Marie lässt uns an diesen und anderen Erkenntnissen teilhaben, die auch bei ihr erst wachsen mussten. Eine andere: Was macht guten Sex aus? Womit sollten wir uns (nicht) zufriedengeben in dieser Beziehung? Sie spricht frisch von der Leber weg und uns, vor allem ein Publikum zwischen 20 und 40 Jahren, direkt an. Wie sie erzählt, wirkt so ungezwungen, so aus dem Moment heraus, dabei schieben sich in die Schilderungen vom Jetzt immer wieder passende Erinnerungen aus der Vergangenheit. Der Roman ist somit sehr wohlkonstruiert, wirkt aber nicht so.
Das andere grosse Thema – neben der einfach wunderschönen Liebesgeschichte mit Paul Magisch – ist die Auseinandersetzung Maries mit ihrem rechtsradikalen Bruder. Ganz allgemein stellt sich die Frage, was machen angesichts lauter werdender rechter Positionen? Ganz konkret aber auch, was tun, wenn es die eigene Familie betrifft? Wie konnte es dazu kommen? Hätte es verhindert werden können? Wie umgehen mit den sich widerstreitenden Gefühlen in Bezug auf ihren Bruder Andi? Denn sie erinnert sich natürlich noch an ihn als Kind, an ihn als grosses Vorbild, dass er mal alle Tiere retten wollte. Weder Marie noch Annika Büsing haben eine einfache Antwort auf diese Fragen, aber Maries Gedanken und Taten als Leserin zu beobachten, spendet Trost, Zuversicht und Mut.
Und zu guter Letzt: Dieses Buch ist urkomisch! Was habe ich beim Lesen immer wieder gegackert, meinem Umfeld Passagen daraus vorgelesen und mich königlich amüsiert. Marie und Magisch, die beiden würde ich gerne kennenlernen, die beiden werde ich nicht vergessen.