Hiroo Onoda ist jung, als Japan vor den USA kapituliert und der zweite Weltkrieg endet, ohne dass er davon erfährt. Hiroo Onoda ist alt, als endlich auch sein Krieg ein Ende findet. Noch Jahrzehnte hat der Soldat weiter eine bedeutungslose Insel im Pazifik verteidigt. Er kämpft mit der erbarmungslosen Natur ebenso wie mit seinen eigenen Dämonen. Ob blinkende neue Satelliten am Himmel oder Sprachfetzen aus einem erbeuteten Radio: Aus winzigen Spuren setzt sich Onoda sein Bild des Jahrhunderts zusammen. Onoda hat es wirklich gegeben. Der große Autor und Filmemacher Werner Herzog hat den Mann mit dieser besonderen Vergangenheit selbst in Japan getroffen. In seinem Hörbuch setzt Herzog ihm und seinem sinnlosen Kampf ein Denkmal: ein glühender, bewegender Bildertanz vom Sinn und Unsinn unserer Existenz.
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Beeindruckende Bucherfahrung in zwei Sprachen
Bewertung am 09.09.2024
Bewertungsnummer: 2288095
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Beeindruckende Bucherfahrung in zwei Sprachen: Ich habe zuerst die traditionelle chinesische Version dieses Buches gelesen und dann die deutsche. In beiden Sprachen hat mich jedes einzelne Satz tief beeindruckt.
Weltklasse Erzählkunst über Hiroo Onoda
Bewertung am 05.09.2024
Bewertungsnummer: 2284929
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Werner Herzog trumpft hier wieder mit einer relativ bekannte, aber bisher noch nicht in dieser formvollendeten Schönheit erzählten Geschichte auf: Der Geschichte von Hiroo Onoda, dem japanischen Soldaten, welcher das Kriegsende des zweiten Weltkriegs verpasst und diesen Krieg tapfer fortgeführt hat - 30 jahre lang. 30 Jahre lang hat er, erst mit zwei Kameraden, später alleine, seine Pazifikinsel im Urwald im Glauben an einen weiter fortwährenden Krieg verteidigt. Werner herzog traf ihn und erzählt hier in seiner grandiosen Art Onodas Geschichte. Was für ein Leben. Am besten selber Lesen.
Meinung aus der Buchhandlung
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'Das Dämmern der Welt' hat mich komplett in den Bann gezogen!
Werner Herzog erzählt in diesem Buch das Leben von Hiroo Onoda. Onoda hat im zweiten Weltkrieg für Japan, auf der (heute philippinischen) Insel Lubang, gekämpft. 1945 wird er von seinem Vorgesetzten als Guerilla Kämpfer in den Dschungel geschickt, da die Insel bald von den Alliierten eingenommen werden würde. Er soll die gegnerischen Truppen aus dem Wald heraus bekämpfen, den Landungssteg am Wasser zerstören, die Landebahn in die Luft jagen. Im Dschungel, schlecht ausgerüstet aber sehr gewillt, den Krieg für sein Land zu gewinnen, versteckt er sich schlussendlich über 29 Jahre im Grünen. In seinen ersten Tagen gabelt er einen, einen zweiten und schliesslich noch einen dritten japanischen Soldaten auf. So ist seine Truppe vier Mann stark. Über die Jahre, die sie im Regenwald Lubangs verbringen, streben jedoch seine Gefährten. Onoda lebt fast zehn Jahre alleine.
Das Leben im Dschungel wird sehr 'nah' geschildert. So lernen die Männer zum Beispiel, wie sie Kokosfett gewinnen, um ihre Waffen vor Rost zu schützen, wo sie während der Regenzeit ihr Lager aufschlagen müssen und wie sie an Nahrung kommen.
Warum die Truppe trotz Ende des zweiten Weltkriegs im Dschungel blieb und warum Onoda der Meinung war, der Krieg ginge weiter, erfahren Sie im Buch.
Hiroo Onodas Geschichte ist extrem spannend und gut geschrieben, auch dass hier ein echtes Leben geschildert wird, ist unglaublich. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen!
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Wie ein Traum. Ein guter, ein schlechter, wer weiss das schon? In “Das Dämmern der Welt” hat Werner Herzog die Geschichte von Hiroo Onodas knapp dreissig Jahre weitergeführten Krieg nacherzählt; inszeniert könnte man gar sagen. Mit wahren Details, mit erdachten Details, stimmig und stimmungsvoll. Hineingenommen in den Dschungel taucht man ein in dessen Gesetze und in ein Dasein, in dem die Zeit anders vergeht, in Kameradschaft, Überlebenskampf, Scharmützel und die pure Überzeugung, dass der Krieg gegen die Alliierten noch nicht vorbei ist.
Die Lektüre des Buches war kurzweilig, spannend und faszinierend, mit einer Sprache, die mich in ihren Bann zog und die Bilder direkt vor mein inneres Auge malte. Das Ende, das hat mich zwar nicht zum Weinen gebracht, aber es berührte etwas in mir. Vielleicht, weil auch Onoda seinen Krieg endlich beenden konnte, vielleicht, weil angesichts des ganzen Geschehens Gnade im Spiel war. Eine Empfehlung für Leute, die Abenteuer suchen, sich für eine andere Seite des 2. Weltkriegs interessieren oder für die Hiroo Onoda ein Begriff ist - und auch für alle anderen.