Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstrasse steht zum Verkauf. Dreissig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.
Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
25.08.2026
eBook (ePUB)
Wer wollten wir damals sein und wer sind wir heute?
Es ist leicht und unterhaltsam, gleichzeitig auch tiefgründig und berührend. Throw Back in die 90er Jahre, viel Nostalgie, Charme mit Bezug auf Heute: Wer wollten wir damals sein und wer sind wir jetzt? Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es gleich meiner Freundin zum Geburtstag geschenkt habe und sie mochte es auch.
Bewertung
aus Buchen
4/5
19.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein Hasenherz schlägt schneller
Bela ist ein Mann Anfang Fünfzig und befindet sich mitten im Midlife, also noch keine Krise, aber die Erinnerungen an seine Zeit mit Freunden in der WG sind nostalgisch.
Seine Freundin Katja hat den Vorteil, dass sie jung ist. Und dann auch noch schwanger. Bela weiß nicht genau, wie er das finden soll.
Er ist ein typisch zweifelnder, unsicherer Protagonist, der aber nur wenig an den von Micha Lewinskys ersten Roman „Sobald wir angekommen sind“ erinnert.
In mehreren Passagen geht es in die Vergangenheit, sogar Kindheit. Es wird gezeigt, was Bela geprägt hat.
Das Absurde von dem Buch hat „Freunde von Früher“ nicht. Es ist aber nicht schlecht geschrieben und ich könnte mir den Stoff gut als Fernsehfilm vorstellen.
brauneye29
Thalia Book Circle Community
4/5
19.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat was
Zum Inhalt:
Als Béla erfährt, dass das Haus in der Zederstraße verkauft wird, in dem er damals mit Simone, Serdar und Kim in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, geht ihm der Gedanke nicht aus dem Kopf, das Haus mit den anderen gemeinsam zu kaufen. Aber ist das eine gute Idee, nachdem sie alle in andere Richtungen gegangen sind. Will er überhaupt so gesetzt sein?
Meine Meinung:
Tja, in der Erinnerung ist die Vergangenheit vermutlich sehr viel besser als sie wirklich war und kann man die Vergangenheit wirklich wieder beleben? Kommen die damaligen WG-Genossen überhaupt noch miteinander klar? Das war so ein Buch, bei dem man selbst auch ins Grübeln kommt, wie es damals war und wie es wohl wäre, daran nochmal anknüpfen zu wollen. Den Schreibstil fand ich sehr gut und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Das Buch kann ich durchaus empfehlen.
Fazit:
Hat was
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
26.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Achtung: Selbsterkenntnis
Ich-Erzähler Béla war mal jung. Er war mal wild. Er war mal voller Träume und Ideale und er wollte ganz sicher nie so werden wie die damaligen Erwachsenen. Jetzt, mit Anfang 50, könnte er mit den WG-Freund*innen von einst ein Haus kaufen und alte Träume verwirklichen. Wehmütig, selbstironisch, entlarvend und oft selbstmitleidig blickt er auf sein Erwachsenenleben zurück und erkennt, dass sie möglicherweise schon in ihrer Jugend spiessiger waren als je gedacht.
Béla erinnert stark an Ben Oppenheim, den Protagonisten aus Lewinskys Debütroman «Sobald wir angekommen sind». Beide hatten früh künstlerischen Erfolg, an den sie bisher nicht anknüpfen konnten. Beide leben in Zürich und setzen sich mit dem Thema Immobilien und bezahlbarem Wohnraum auseinander.
«In dieser Stadt ist die Wohnung wichtiger als die Kleidung, die du trägst, wichtiger als die Musik, die du hörst, wichtiger als der Job. Du bist, wer du bist, weil du wohnst, wo du wohnst.»
Es hat gedauert, bis ich in die Geschichte hineinfand. Der Roman hat mich schlussendlich gut unterhalten, aber es würde mich nicht wundern, wenn ich in einem halben Jahr nicht mehr sagen könnte, worum es genau ging.
Bélas Sätze sind überwiegend kurz, er springt innerhalb der Kapitel mehrfach zurück an unterschiedliche Stellen seiner Vergangenheit. Immer wieder begeisterte und überraschte mich Lewinsky jedoch mit seinem lakonischen Humor, seinen Gegensätzen und unvermuteten Pointen: «Kaja ist umgeben von Menschen, die etwas anfangen. Sie heiraten, sie kriegen Kinder, sie gründen ein Business. Ich bin umgeben von Menschen, die langsam aufhören, sie lassen sich scheiden, Karrieren stoßen an gläserne Decken, die ersten Männer haben Herzinfarkt, die ersten Frauen Brustkrebs.»
Herrlich auch Bélas Erkennntnis: «Ich schwimme im Glück, leider bin ich Nichtschwimmer.»
Lewinsky hält uns, der im Wohlstand lebenden, gesetzten Bevölkerung im mittleren Lebensalter, mit seinen Figuren den Spiegel vor. Das ist nicht immer schön, aber oftmals wahr ;-) Was wir daraus machen, bleibt letztlich uns überlassen.