Der junge, unverdorbene Dorian Gray gerät in den zerstörerischen Bann des zynischen Dandys Lord Wotton. Fortan führt er ein ausschweifendes Leben, gibt sich ganz der sinnlichen Lust und dem Vergnügen hin und verliert sämtliche moralische Hemmungen. Während sein Äusseres unverändert jung und makellos schön bleibt, mutiert sein Porträt zu einer schrecklichen Fratze ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
25.11.2010
Buch (Taschenbuch)
Einfach überwältigend!
Dorian Gray ist ein reicher und auffallend hübscher junger Mann. Doch hinter seinen makellosen Zügen verbirgt sich ein düsteres Geheimnis. Er hat seine Seele für ewige Schönheit verkauft und statt seiner, altert ein Portrait von ihm. Jede Sünde und jede Grausamkeit, die er begeht, verändert sein Bild. Das treibt ihn an den Rande des Wahnsinns.
DER Klassiker der englischen Literatur ist schön zu lesen, hat eine wunderschöne Sprache und eine grausig schöne Geschichte!
Lorenz Laudenberg
aus Bergisch Gladbach
5/5
14.05.2010
Buch (Taschenbuch)
Doppelleben
Ähnlich wie in Stevensons "Dr Jekyll und Mr Hyde" wird in "Das Bildnis des Dorian Gray" ein Doppelleben dargestellt, das Spannungsverhältnis zwischen Körper und Seele. Der Held des Romans wird dazu verführt, sein Leben als "ästhetisches Kunstwerk" zu gestalten, verpfändet dafür, wie im "Faust", seine Seele. Als lasterhafter Genussmensch wird Dorian Gray zwar nicht älter, bleibt äußerlich ein schöner junger Mann, erkennt aber den körperlichen Verfall immer wieder in seinem Portrait, dem Werk eines befreundeten Künstlers. Der Riss in seiner Persönlichkeit wird größer, völlig ungehemmt entwickelt er sich sogar zum Mörder. Dauerhafter sinnlicher Genuss und ein Leben in Menschlichkeit sind letztlich nicht mehr miteinander vereinbar, verzweifelt, gedrängt von seinem Gewissen, zerstört er das Bild und so sich selbst. - Oscar Wilde spiegelt in seinem Roman (erschienen 1890), der viele Apercus enthält, die Stimmung des "Fin de Siecle", beschreibt hier aber auch die Krisenzeit in der künstlerischen Entwicklung des Dichters. Unter welchen Vorzeichen man auch immer "Dorian Gray" liest, der Lesegenuss ist garantiert!
Bewertung
5/5
12.04.2010
Buch (Taschenbuch)
Grandios!!!
Ich habe angefangen zu lesen und habe mich innerlich auf ellenlange Beschreibungen à la Herr der Ringe einbgestellt.
Das Buch war jedoch alles andere als langatmig. Trotz zum Teil sehr detailgenauen Beschreibungen, war das Buch angenehm zu lesen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Beginnt jedoch Lord Henry zu sprechen, dann muss man sich schon erheblich mehr konzentrieren um dessen paradoxe Reden überhaupt zu verstehen.
Die Personen haben allesamt Eigenheiten und Macken; dadurch ist es leicht, sich die Peronen und dessen wenn Handeln, Leben und Reden vorzustellen auch. Dorian Grays Leben und dessen Veränderungen sind zum Teil aus einer sehr distanzierten Perspektive beschrieben, trotzdem bewertet Oscar Wilde das Handeln von Dorian, was jedoch immer nachvollziehbar ist. Man kann sich trotz alledem noch ein eigenes Bild von Mr Gray machen.
Trotz einiger, wenn auch weniger Hänger (z.B. die Beschreibung Dorian Grays Faible für Edelsteine, die sich über mehrere Seiten erstreckt) "flutschte" das Lesen gerdazu dahin, selten Langweile und hoher Spannungsfaktor mit einer gesunden Mischung Fantasy und sehr gelungenem Ende + die Moral von der Geschicht. Eines meiner Leiblingsbücher!!!
Melanie Cerncic
4/5
15.01.2012
Buch (Taschenbuch)
Tausche Seele gegen ewige Jugend
Für mich war Das Bildnis des Dorian Gray mehr als nur ein Roman über einen Mann, der sich vor allem vor dem Altern fürchtete, später aber nicht einmal mehr vor Mord zurückschreckt. Es zeigt ganz deutlich die tiefsten Gründe einer menschlichen Seele auf. Fängst es anfangs ganz harmlos an mit einer ich würde sagen für die Zeit recht normalen Männerrunde an, so entwickelt es sich im Laufe der Geschichte zu einem (wenn ich mich hier nach heutigen Genre-Bezeichnungen richte) Thriller mit einem stark psychologischem Hintergrund.
Lord Henry (von Dorian auch Harry genannt) hat eine ich denke für diese Zeit recht triviale Vorstellung vom Leben. Aussehen ist laut ihm der Schlüssel für alles. Frauen empfindet er als niedrige Geschöpfe, als Sklaven der Natur und somit dem Manne nicht gleichgestellt. Sie sind nervig und unwichtig. Eine Heirat bedeutet für dem Mann, dass er ein langweiliges eingeht, was der Frau zu zuschreiben ist. Als Dorian ihm erzählt, er hätte sich in eine Schauspielerin verliebt, die sich später umbringt, meint Lord Henry nur, dass es für einem Mann nichts besseres gibt, als das sich eine verlassene Geliebte auf Grund seiner umbringt, da alte Romanzen sehr nervig und uninteressant sind. Also wie man sehen kann, ist der Roman alles andere als Frauenfreundlich eingestellt (kleine Info am Rande: Ich studiere Geschichte und hab auch mit der Thematik Frauengeschichte zu tun, wo mir eben dieser Bereich deutlich herausgestochen ist).
Wenn man aber jetzt diesen Frauenspezifischen Teil weg lässt, merkt man vor allem, dass der Roman gezielt an die Ständeunterschiede anzielt. So dürfen sich die Adeligen und Bessergestellten alles bieten und das niedrige Volk muss gehorchen. So würde z.B. eine Heirat unter einem Stand (Dorian wollte die Schauspielerin sogar heiraten, was Lord Henry wegen eben ihrem Stand für nicht richtig hielt) zu einem Ausstoß aus der Gesellschaft führen (Dorians Mutter war adelig, sein Vater nicht; nach beider Tod wuchs er bei seinem verhassten Großvater auf).
Obwohl die oben genannte Kritik an den Hauptpunkten eher negativ für den Roman klingen, ist er durchaus sehr lesenswert und spannend. Hier wird natürlich vorausgesetzt, dass man nicht weiß, was am Ende mit Dorian Gray passiert, da man sonst das ganze Buch über mehr oder weniger gespannt auf seinen Höhepunkt (=Ende) wartet. Nichts desto trotz ist Das Bildnis des Dorian Gray ein Thriller / Krimi /History- Roman der guten alten englischen Kunst, der einem auch wieder zeigt: Nichts ist unsterblich, bis auf die Seele. Und die gehört im besten Falle dem Teufel.
Toni :)
aus Berlin
4/5
04.11.2010
Buch (Taschenbuch)
Der Verfall einer Seele...
Das Buch ist irgendwie grausam, aber gut. Es hat eine Moral, man kann den Verfall von Dorian Grays Seele gut nachvollziehen und sich gut mit den Figuren identifizieren. Die Idee ist natürlich toll und Lord Henry ist so richtig schön fies, allerdings zieht sich das Buch an einigen Stellen ganz schön und der große Zeitsprung ist auch ein wenig verwirrend. Deswegen auch nur vier Sterne. Trotzdem sehr gelungen.
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5/5
06.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Eines meiner Lieblingsbücher
Das Bildnis des Dorian Gray ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher – ich habe es schon mehrere Male gelesen und entdecke jedes Mal neue Facetten. Oscar Wilde erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der sich der Vergnügung und der Sünde hingibt, während nur sein Porträt die Spuren seines Lebensstils trägt. Der Roman ist klug und voller faszinierender Dialoge. Die Mischung aus düsterer Atmosphäre, moralischen Abgründen und Oscar Wildes einzigartigem Schreibstil macht ihn für mich immer wieder zu einem besonderen Leseerlebnis.
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5/5
03.07.2023
Buch (Taschenbuch)
Zeitloses Gesellschaftsbild
Bissig, zeitlos und atemberaubend ist Oscar Wildes Roman «Das Bildnis des Dorian Gray».
Die Story ist vermutlich hinlänglich bekannt: Der junge, wunderschöne Dorian Gray schickt beim Anblick seines perfekten Portraits und aus Angst vor dem Altern ein Stossgebet gen Himmel und bittet darum, dass das Portrait an seiner statt altern möge. Als er feststellt, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, nimmt er ein zügelloses Leben auf, verwehrt sich keine Launen, kümmert sich nicht um Moral und stürzt mehr als eine Existenz ins Verderben.
Wilde schreibt als allwissender Erzähler. Der Anfang ist dialoglastig und konzentriert sich auf Basil Hallward, den Maler des Portraits, und Lord Henry Wotton, einen Freund Basils und späteren Mentor Dorians. Lord Henrys Ansichten triefen nur so vor Spott und Zynismus und richten sich gegen alles und jeden. Niemand bleibt verschont von seinen bissigen Kommentaren, nicht die Gesellschaft an sich, nicht die Kirche, die Ehe und Frauen erst recht nicht. Er steht für Hedonismus, Sinnlichkeit und Dekadenz. Ab dem Moment, in dem Dorian in den Fokus der Geschichte rückt, übernimmt er Wottons Zynismus und Werte.
«My dear boy, no woman is a genius: women are a decorative sex. They never have anything to say, but they say it charmingly. They represent the triumpf of matter over mind, just as we men represent the triumph of mind over morals.»
Dorian stürzt sich nicht nur ins Leben an sich, sondern auch in Studien. Wenn Wilde davon erzählt, reihen sich Auflistungen aneinander und der Erzählstil verändert sich entsprechend komplett.
Der Schluss wiederum ist dann wieder dialog- und handlungslastig und treibt unbarmherzig auf das Finale zu. Entsprechend zieht auch die Spannung wieder an und die Stimmung ändert sich einmal mehr.
Allein die wechselhaften Erzähltechniken, die verwendeten Motive, die interkulturellen Bezüge und die unterschiedlichen Stimmungen machen das Buch lesenswert. Darüber hinaus bekommen wir es mit Lord Henry und Dorian Gray mit einmaligen Figuren zu tun, die nicht nur einen scharfen Blick auf die Gesellschaft ihrer Zeit werfen, sondern auch zeitlose Themen behandeln, wie unsere Angst vor dem Altern und die Art und Weise, wie wir unser Leben leben wollen. Lassen wir uns von Gesellschaft und Religion terrorisieren oder lassen wir unserer Lust und unseren Launen freien Lauf? Einen Mittelweg gibt es für Gray und Wotton nicht.
«The Picture of Dorian Gray» kann rein zum Vergnügen gelesen werden. Gleichzeitig bietet es unendlich viel Stoff und zitierwürdige Stellen, mit denen sich eingehender beschäftigen lässt. Das Buch ist eine wahre Fundgrube an Themen, über die auch heute noch stundenlang diskutiert werden kann. (In der Hinsicht ist es empfehlenswert, das Buch gedruckt zu lesen und nicht als eBook, denn in letzteres lassen sich so schlecht Anmerkungen kritzeln ;-))
Es gibt mehrere Versionen von «Dorian Gray». Ich habe die 13 Kapitel lange Originalversion von 1890 gelesen, in der auch die homosexuellen Bezüge vorkamen, die in der späteren, längeren und überarbeiteten Version von 1891 fehlen. Allerdings fehlte 1890 auch das berühmte Vorwort. In dem heisst es «There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all.» Oscar Wildes «Dorian Gray» ist jedenfalls einfach fantastisch geschrieben und unbedingt lesenswert!