Seit vor zwei Jahren seine Mutter, eine chinesischamerikanische Dichterin, verschwunden ist, lebt der zwölfjährige Bird allein in Harvard mit seinem Vater, einem Bibliotheksmitarbeiter. Ihr Leben wird von Gesetzen bestimmt, die die »amerikanische Kultur« bewahren sollen. Vor allem asiatisch aussehende Menschen werden diskriminiert, ihre Kinder zur Adoption freigegeben. Eines Tages erhält Bird einen Brief von seiner Mutter Margaret und begibt sich auf die Suche nach ihr. Die Reise führt ihn zu den Geschichten seiner Kindheit und einem Widerstandsnetzwerk von Bibliothekaren. Als er sie schließlich trifft, scheint sich sein Leben zum Guten zu wenden.
Kundinnen und Kunden meinen
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169 Bewertungen
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1 Sterne
'Erschreckend ....aber sehr interessant
Bewertung aus Berkenthin am 11.09.2023
Bewertungsnummer: 2019900
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Diese Geschichte ist wirklich sehr interessant und wahrlich emotional. Bird, dessen Mutter seit langer Zeit verschwunden ist (heisst nun wieder Noah, da sein Vater die Erinnerung an seine Mutter auslöschen will :-( Bird lebt nun mit seinem Vater allein und bekommt eines Tages einen Brief, welcher von seiner Mutter ist - daraufhin macht er sich auf die Suche nach ihr. Allein fährt er nach New York um seine Mutter zu finden - doch will diese ihn überhaupt sehen? Es wird eine Szenerie erschaffen, die einen teilweise erschaudern lässt - und man denkt sich so manches Mal, dass diese politischen Hintergründe gar nicht so weit hergeholt sind, um die es geht - schlimm, dies zu realisieren. Das Buch liest sich wahnsinnig spannend und ist wirklich mitreissend.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen und ans Herz legen - lest selbst und bildet euch eure Meinung.
Die Gefahr des Gleichschritts
Kaffeeelse am 04.04.2023
Bewertungsnummer: 1915063
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch erreicht mich Celeste Ng vollkommen. Mit ihrem vorigen Buch "Kleine Feuer überall" schafft sie eine 4-Sterne-Bewertung bei mir. Aber bei diesem nachhallenden Buch hier greife ich zum verdienten fünften Stern.
Celeste Ng erschafft in mir fast sofort eine Verbindung und erreicht mich vollkommen. Die Autorin trifft mit ihrer Geschichte, mit Bird und seinem Vater, mit der fehlenden Mutter Margaret Miu und ihrem Weggang, mit den Gründen für diesen Weggang fast sofort mein Herz. Dieser dystopische Staat und die Einteilung seiner Bürger und die Überwachung des Einzelnen durch den Staat knipsen mich auch fast sofort an. Ich bin hin und weg, wie man so schön sagt.
Der amerikanische Traum und dieses Amerika First, schon seit dem 11. September 2001 lässt sich eine Veränderung im amerikanischen Denken, im amerikanischen Tun bemerken. Wenn man dies denn will. Wie wird es dann wohl amerikanischen Autoren gehen, die in diesem Land leben, mit seinem Tun konfrontiert werden und damit auch mit eigenen Ängsten. Und was tun Autoren dann? Sie schreiben gegen die eigenen Ängste an. Und lassen die Kultur zu einer Waffe gegen Überwachung und Angst werden. Eine Kultur, die hoffentlich viel Aufmerksamkeit erfährt. Denn diese Veränderungen zu mehr Überwachung sind wohl in vielen Winkeln der Erde zu finden, diese Angst vor dem Bürger blüht an verschiedenen Orten und in verschiedensten Institutionen. Das ist etwas, was Angst macht, nicht nur den Autoren, auch den normalen Menschen, die mit offenen Augen durch ihre Zeit schreiten.
Und auch aus diesem Grund kann man nur hoffen, dass eben diese dystopischen Werke, die altbekannten, wie auch die neueren nie in Vergessenheit geraten und der Mensch wachsam gegen gewisses Tun in der Welt, in der Politik ist. Damit nicht erst die Kultur eine Waffe werden muss, wie in diesem beeindruckenden Buch von Celeste Ng.
Meinung aus der Buchhandlung
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Beängstigend realistische Dystopie von Celeste Ng, Autorin von "Kleine Feuer überall".
Während einer mehrjährigen, schweren Wirtschaftskrise finden die USA einen Sündenbock: China. Fortan wird alles Chinesische verbannt und stattdessen Amerikanisches gefördert. Asiatisch-stämmige Amerikaner sehen sich Diskriminierung ausgesetzt: sie werden nicht bedient, ignoriert, bespuckt, geschlagen, gestossen, manche ermordet. Wer sich wehrt, wird vom Opfer zum Täter erklärt. Wer dagegen protestiert, verliert seine Kinder. Unzählige Familien werden so auseinandergerissen, kaum jemand traut sich, darüber zu reden, bis überall im Land stumme Aktionen zum Protest aufrufen: Eisskulpturen, eine Flut von Tischtennisbällen in einem Fluss, eine rot gestrichene Innenstadt, rote Netze, an denen kleine Puppen baumeln und überall die Zeile aus einem Gedicht: Unsre verschwundenen Herzen.
Der 12-jährige Bird kennt diese Gedichtzeile. Seine Mutter, Margaret Miu, hat das Gedicht geschrieben. Vor drei Jahren verschwand sie plötzlich. Nun macht sich Bird auf die Suche nach ihr.
Celeste Ngs Dystopie erinnert stark an Margaret Atwoods "Der Report der Magd". Beide sind fantastisch gut geschrieben und beide sind, erschreckenderweise, nicht so abwegig. Celeste Ng schliesst ihren Roman daher auch mit weiterführender Literatur über die Geschichte auseinandergerissener Familien (Indigene, Sklaven, Latinos), asiatischer Diskriminierung und der Unterdrückung von Meinungsfreiheit zum "Schutz" und der Wahrung der "Sicherheit".
Birds Geschichte erzählt sie als allwissende Erzählerin mit viel Empathie für ihre sympathischen, tragischen Figuren in drei Teilen und überwiegend aus Birds Perspektive oder der seiner Mutter. Einzigartige Details sind ihre Liebe zu Sprache und Geschichten, die sich in der Begeisterung von Birds Vater für die Herkunft von Wörtern, der Welt von Geschichten und Märchen, in denen Bird aufwuchs, und den Bibliothekarinnen, die ihr Netzwerk zum Aufspüren entführter Kinder nutzen, zeigt.
Auch wenn Birds Mutter gegen Ende Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihres Unterfangens bekommt wird deutlich, wie viel Macht Geschichten haben und wie wichtig es ist, dass wir sie uns erzählen, dass wir zuhören.
Ein beeindruckender, spannender, beklemmender, teils wunderschöner Roman über das Menschsein, unsere Gesellschaft, Angst, Fehler, die Liebe und die Kraft der Geschichten.
Übersetzt von Brigitte Jakobeit.
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Der Junge Bird kann es einfach nicht verstehen, warum die Welt so restriktiv geworden ist. Seine Mutter ist verschwunden und scheint Teil der laufenden Rebellion zu sine. Eines Tages bekommt er eine Postkarte und begiebt sich auf die Suche nach seiner Mutter. Der Junge Bird kann es einfach nicht verstehen, warum die Welt so restriktiv geworden ist. Seine Mutter ist verschwunden und scheint Teil der laufenden Rebellion zu sine. Eines Tages bekommt er eine Postkarte und begiebt sich auf die Suche nach seiner Mutter. Diese Geschichte ist voller Herzschmerz und Leidenschaft. Es hat mich noch lange beschäftigt.